Stadler verlängerte mit Audi, allerdings mit Ablaufdatum

Audi-Chef stimmte für neuen Vertrag vorzeitigem Abgang zu

Montag, 05. Juni 2017 | 13:34 Uhr

Der angeschlagene Audi-Chef Rupert Stadler hat Insidern zufolge eine Vertragsverlängerung nur unter der Bedingung erhalten, dass er vorzeitig von seinem Amt abtritt. Das sagten zwei dem Aufsichtsrat nahestehende Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Unklar ist demnach, wann der Manager seinen Posten aufgeben soll.

Stadler steht wegen der Abgasaffäre in der Kritik. Allerdings wurde sein Vertrag im Mai bis Ende 2022 verlängert.

Auch der frühere Konzernchef Martin Winterkorn stand wegen der Dieselaffäre unter Druck. Sein Vertrag wurde Anfang September 2015 verlängert. Wenige Wochen später war er sein Amt los.

Stadler hat sich nach seinem Ärger über die Bekanntgabe neuer Erkenntnisse zu Abgasmanipulationen mit dem deutschen Verkehrsminister Alexander Dobrindt ausgesprochen. “Das Thema ist aus der Welt”, sagte ein VW-Sprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. “Dass Herr Stadler etwas übers Ziel hinausgeschossen ist, ist für uns Historie”, sagte der Sprecher mit Blick auf ein Interview, das der Audi-Chef der “Automobilwoche” gegeben hatte. Darin hatte Stadler Dobrindt vorgeworfen, den Sachverhalt falsch dargestellt und sich mit der Veröffentlichung auf Kosten der VW-Tochter profiliert zu haben.

Dobrindt hatte am Donnerstag bekannt gegeben, dass Audi eine “unzulässige Abgas-Software” in den Oberklasse-Modellen Audi A8 und A7 mit V6- und V8-Dieselmotoren verwendet habe. Bei 24.000 Fahrzeugen ist der Ausstoß an gesundheitsschädlichen Stickstoffoxiden (NoX) höher als nach der Abgasnorm Euro 5 erlaubt. Damit weitete sich der Abgas-Skandal beim VW-Konzern erneut aus.

Am Freitag hatte der Audi-Chef Dobrindt scharf kritisiert: “Dass Herr Dobrindt allein vorprescht, hat mich persönlich sehr enttäuscht”, sagte Stadler der “Automobilwoche”. “Bei 24.000 Autos in Europa haben wir Auffälligkeiten gefunden. Diese Informationen haben wir den Behörden mitgeteilt. Dies und das weitere Vorgehen wollten wir gemeinsam kommunizieren.” Dass die Behörden illegale Software “entdeckt” hätten, sei das falsche Wort. “Wir selbst drehen jedes Steinchen um.”

Der VW-Sprecher sagte am Sonntag, das deutsche Verkehrsministerium sei Hüter des Verfahrens und der VW-Konzern habe dem Ministerium nichts vorzuwerfen. Der Konzern und das deutsche Bundesverkehrsministerium bestätigten, dass Dobrindt sein Vorgehen zuvor mit VW-Konzernchef Matthias Müller abgestimmt hatte. Darüber hatte zuvor auch die “Bild am Sonntag” berichtet.

“Am Donnerstag haben zwei Gesprächstermine zwischen VW-Chef Müller und Minister Dobrindt stattgefunden”, teilte ein Ministeriumssprecher mit. “In diesen Gesprächen wurde sowohl über die Unterrichtung der Staatsanwaltschaft als auch über die Veröffentlichung des Sachverhalts im Rahmen einer Pressekonferenz am gleichen Abend durch den Minister gesprochen.” Zu Beginn der Abgasaffäre sei zwischen dem Ministerium und VW vereinbart worden, dass für alle Themen im Rahmen des Abgasskandals und der Aufarbeitung der VW-Konzern für seine Marken verantwortlicher Ansprechpartner sei.

Stadler steht wegen seiner Rolle bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals schon länger in der Kritik. Dennoch war sein Vertrag vor kurzem erst um weitere fünf Jahre verlängert worden. Zu Medienberichten über eine mögliche Ablösung Stadlers sagte der VW-Sprecher am Samstag, Vorstand und Aufsichtsrat hätten “diese Diskussion zu Herrn Stadler nicht geführt”. Die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” berichtete, VW wolle noch vor Ende des Jahres “ein Paket für den personellen Neuanfang in Ingolstadt schnüren”, ohne Stadler an der Spitze.

Von: APA/dpa/ag.

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5 Kommentare auf "Audi-Chef stimmte für neuen Vertrag vorzeitigem Abgang zu"


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santina
santina
Superredner
18 Tage 2 h

Für den kriminellen Betrug auch noch Kohle einstecken!

santina
santina
Superredner
18 Tage 2 h
VW-Abgasskandal die Erste: Mit einem einfachen Software-Update wollte Volkswagen kriminell manipulierte Diesel sauber machen. Experten waren skeptisch. Interne Dokumente belegen nun, dass auch umgerüstete VWs Dreckschleudern bleiben! Und VW wusste das! Und dies in organisierter Absprache mit dem Ministerium, innerhalb dessen sich etliche Ministerielle sich mit dem Verkehrskanister Dobrindt organisiert haben müssen! Mafia ist das im italienischen Sinne nicht, aber man nahm in Kauf, dass Menschen daran erkranken und sterben! Demnach ist das Abgasproblem der VW-Diesel noch lange nicht behoben! Unbedingt anschauen: ZDF – 22:45 – Heute 07. Juni 2017 – ZOOM: “Geheimakte VW – Wie die Regierung den Konzern… Weiterlesen »
santina
santina
Superredner
18 Tage 1 h

VW-Abgasskandal die Zweite:

Diese Augenwischerei von Volkswagen und dem Verkehrsministerium tut nur noch weh und entlarvte den Verkehrskanister Dobrindt aufs Schlimmste!

Wann ist das Maß endlich voll?
Wann nimmt Herr Dobrindt endlich seinen Hut und die Maut gleich mit?
Wann wird VW endlich zur Rechenschaft gezogen (in Deutschland wohlgemerkt)?

Nun müssen die Verursacher endlich zur Rechenschaft gezogen werden:
> Die verantwortlichen Vorstände durch Entlassung und strafrechtlicher Verfolgung!
> Der verantwortliche Minister durch Entlassung!
> Die verantwortliche Regierung durch Abwahl!

Solche Rosstäuscher müssen aus dem Markt verschwinden, dann dienen sie wenigstens noch als (schlechtes) Beispiel!

santina
santina
Superredner
18 Tage 1 h

VW-Abgasskandal die Dritte:

VW bleibt VW bleibt VW.
VW hat kriminell betrogen und als alles aufflog, hat VW Besserung gelobt und noch dreister betrogen und nun fliegt überraschenderweise auch das noch auf!

War aber anzusehen!
Nun müsste eigentlich gerichtlich das Fahren betroffener VWs/Audis/Skodas/Seats verboten werden!

santina
santina
Superredner
15 Tage 1 h

+++ EILMELDUNG +++ EILMELDUNG +++ EILMELDUNG +++

Die deutsche Autoindustrie will weismachen, der Dieselskandal sei ausgestanden!
Nun stellt sich heraus, dass selbst PORSCHE davon betroffen ist!
Das ist nicht nur dumm – das ist schon SAUDUMM!

Es stellt sich nun die Frage:
Können deutsche Unternehmen nur noch mit Beschiss am Markt bestehen?

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