Nach Plänen des EU-Parlaments sind Verbrennungsmotoren Auslaufmodelle

Aus für Verbrenner – Transportwirtschaft will Alternativen

Donnerstag, 09. Juni 2022 | 17:12 Uhr

Der gestrige EU-Parlamentsbeschluss für ein Verbot von neuen Diesel- und Benzinautos ab dem Jahr 2035 stößt auf Kritik der heimischen Transporteure. “Wir stehen zu den Klimazielen, aber sie sind realistischerweise nur dann zu erreichen, wenn es wettbewerbsfähige Alternativen gibt”, so Spartenobmann Alexander Klacska. Im Lkw-Bereich hießen diese Alternativen Wasserstoff und eFuels, gegen die sich das EU-Parlament jedoch ausgesprochen hat.

Für Klacska ist dies “nicht nur schade, sondern auch kurzsichtig”. Denn auch im Pkw-Bereich könnten eFuels eine sinnvolle Alternative sein, die sehr rasch und ohne Umrüstungsaufwand einsetzbar wäre. “eFuels haben den Vorteil, dass man sie beim Bestand anwenden kann. Das heißt, die 5,1 Millionen Pkw in Österreich, die es derzeit gibt und von denen erst 86.000 E-Autos sind, könnte man sehr einfach zu klimaneutralen Fahrzeugen machen”, rechnete der Obmann der Sparte Transport in der Wirtschaftskammer vor.

Unterstützung bekommt er vom Zentralverband Spedition & Logistik. Dessen Präsident Alexander Friesz betonte: “Der Straßengüterverkehr ist ein wesentlicher Hebel zur Erreichung der EU-Klimaziele. Wir wissen das und treten seit langem nachdrücklich für die Umsetzung entsprechender Maßnahmen ein. Wenn die Politik aber weder den Einsatz von e-Fuels noch von Wasserstoff noch von energie-effizienten Lkw ermöglicht, werden Warenverkehr und Güterversorgung in ihren Grundzügen gefährdet, da die Alternativen fehlen.” Die Branche setze laut Friesz ihre letzten Hoffnungen in den für Herbst erwarteten Masterplan Güterverkehr.

Kritik am EU-Parlament kommt auch von der Interessenvereinigung eFuel Alliance Österreich. Sie spricht von einem “Zwang zum Elektroauto im Pkw-Sektor ab 2035”. “Die Europäische Union begibt sich damit in eine Sackgasse, denn die Voraussetzungen für 100 Prozent elektrisches Fahren liegen nicht vor”, so der österreichische eFuel-Präsident Jürgen Roth. Europa schwäche sich selbst. “Gerade hat Europa mit der Abhängigkeit vom russischen Gas schwerste Probleme, da begibt es sich in eine neue Abhängigkeit von China,” meinte er.

Die Freiheitliche Wirtschaft sprach heute gar von einem “Brüsseler Märchenschloss”, das “am Verstand der Menschheit” zweifeln lasse. Ein Verbot von Verbrennungsmotoren in schon 13 Jahren sei technisch nicht umsetzbar – es sei denn, das sei so gewollt und die EU wolle schlicht und einfach in erster Linie die Mobilität der Menschen einschränken, so der Sprecher für KFZ-Handel in der Freiheitlichen Wirtschaft, Hermann Fichtinger. Er fordert die Forcierung von Synthetischen und Bio-Kraftstoffen. Anders bewertet das Lukas Hammer, Klimaschutz-Sprecher der Grünen: “e-fuels und Wasserstoff haben beim PKW nichts zu suchen. Erstens werden sie in Zukunft nur begrenzt zur Verfügung stehen. Und zweitens hat sich der Markt ohnehin aus Preisgründen schon für das E-Auto entschieden”.

Der WWF betonte zu dem vom EU-Parlament angestrebten Verbot von Neuzulassungen für Verbrenner-Autos ab 2035: “Die Bundesregierung hat sich die Klimaneutralität bis 2040, die Europäische Union bis 2050 zum Ziel gesetzt. Fossile Treibstoffe haben in diesen Szenarien keinen Platz mehr, wenn sich die Politik selbst ernst nimmt.” Der VCÖ hatte gestern Abend gemeint: “Der vom EU-Parlament beschlossene Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bei Neuwagen ist die Voraussetzung dafür, dass die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs im nötigen Ausmaß reduziert werden.”

Von: apa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Aus für Verbrenner – Transportwirtschaft will Alternativen"


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der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
16 Tage 8 h

Die Politik schreib einem vor was die Fabriken produzieren dürfen, nicht was das Volk will ?!? Diktatur!!!!

Doolin
Doolin
Kinig
16 Tage 6 h

…wir haben schon verstanden, dass wir nun alle Elektrokübel kaufen müssen, ob wir wollen oder nicht, ob es gscheid ist oder net, teuer auf jeden Fall, und die Industrie freut sich…

Galantis
Galantis
Superredner
15 Tage 18 h

@Doolin
..keiner zwingt sie einen “Elektrokübel” zu kaufen.. sie können auch die Öffis nutzen oder noch besser zu Fuß gehen.. wäre in ihrem Alter vielleicht eh gesünder!

Faktenchecker
15 Tage 13 h

Das Volk will die Umwelt schützen und den Klimawandel stoppen.

Offline1
Offline1
Kinig
16 Tage 5 h

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. In der EU gilt die EINSTIMMIGKEIT !! Und die klappt in Sachen Polen, Ungarn ua. ja auch bestens🤣🤣. Also ganz ruhig bleiben und gegebenfalls 2034 noch einen Neuen (V8) kaufen. Denn vom Verbot des Fahrens ab 2035ff war keine Rede.

Zugspitze947
15 Tage 13 h

Offline1 so sehe ich das auch ,ausserdem kann man die Besten Autos nicht einfach so abwürgen 😝👌

Faktenchecker
15 Tage 13 h

“Kann ich nach 2035 noch mit meinem Verbrennerauto fahren?

Ja. Verboten würde nur der Verkauf von Neuwagen. Konkret werden in dem Gesetzesvorhaben die sogenannten Flottengrenzwerte geregelt.”

https://www.n-tv.de/ratgeber/Was-das-Verbrenner-Aus-fuer-Verbraucher-bedeutet-article23389325.html

Galantis
Galantis
Superredner
15 Tage 18 h

..gute Entscheidung!

Faktenchecker
15 Tage 13 h


Kommt das Verbrennerverbot auf jeden Fall in dieser Form?
Das
ist unklar. Die EU-Staaten wollen sich Ende des Monats auf ihre
Position einigen, bevor finale Verhandlungen mit dem Parlament
aufgenommen werden. Theoretisch könnte das Verbot also noch gekippt
werden. ”

https://www.n-tv.de/ratgeber/Was-das-Verbrenner-Aus-fuer-Verbraucher-bedeutet-article23389325.html

Faktenchecker
15 Tage 16 h

Die Transportwirtschaft mit Ihren LKW ist davon nicht betroffen.

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