Hohe Preise für Brennstoffe und Energie trieben Importwert nach oben

Außenhandel spürbar belebt und defizitär

Montag, 09. Januar 2023 | 11:43 Uhr

Der heimische Außenhandel ist im Zeitraum Jänner bis Oktober 2022 im Vergleich zum Coronajahr davor massiv gewachsen. Allerdings blieb unter dem Strich ein Defizit von knapp 16 Mrd. Euro und war deutlich größer als im Vergleichszeitraum 2021 mit nur rund 10,1 Mrd. Euro, wie aus vorläufigen Daten der Statistik Austria von heute, Montag, hervorgeht. Allein im vergangenen Oktober belief sich das Passivum demnach auf etwa 1,9 Mrd. Euro.

“Im Oktober 2022 haben die Außenhandelsumsätze Österreichs gegenüber Oktober des Vorjahrs wieder zweistellig zulegt”, betonte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas in einer Aussendung. Das Defizit in der Handelsbilanz weitete sich jedoch aus. Denn der Wert der Importe stieg auch in dem Berichtsmonat im Jahresabstand mit einem Plus von 17,5 Prozent auf 18,5 Mrd. Euro kräftiger als die Exporte mit einem Zuwachs von 16,3 Prozent auf 16,6 Mrd. Euro.

Wie in den Vormonaten geht dieser Anstieg laut Thomas “vielfach auf zum Teil massive Preissteigerungen zurück”, so zum Beispiel bei den Importen von Brennstoffen und Energie.

“Obwohl Österreich in den ersten zehn Monaten 2022 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2021 die Menge der Gasimporte um 40,1 Prozent reduziert hat, wurde den Importpartnern dafür um 127,8 Prozent mehr Geld überwiesen”, erklärte der Statistik Austria-Chef.

Von Jänner bis Oktober 2022 zogen die Einfuhren den vorläufigen Zahlen zufolge um 21,2 Prozent auf 176,95 Mrd. Euro an, die Ausfuhren um 18,4 Prozent auf 160,95 Mrd. Euro.

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich in den ersten zehn Monaten 2022 Waren im Wert von 115,95 Mrd. Euro – ein Anstieg von 18,9 Prozent gegenüber der Vergleichsperiode. Der Wert der Exporte in die anderen EU-Länder erhöhte sich um 19,3 Prozent auf 110,63 Mrd. Euro. Das heimische Handelsbilanzdefizit mit der EU vergrößerte sich von 4,81 auf 5,33 Mrd. Euro.

Die Importe aus Nicht-EU-Ländern kletterten zwischen Jänner und Oktober 2022 um 25,9 Prozent auf 61 Mrd. Euro, die Exporte in die Drittstaaten um 16,5 Prozent auf 50,3 Mrd. Euro – auch hier bilanzierte Österreich mit einem Fehlbetrag von rund 10,7 Mrd. Euro negativ.

Bei den Einfuhren aus der in Kriegswirren gestürzten Ukraine zeigte sich in dem Zehnmonatszeitraum der Statistik zufolge ein Zuwachs von 13,9 Prozent auf 1 Mrd. Euro – bezogen wurden vor allem Erze und Metallabfall. Parallel dazu brachen die österreichischen Ausfuhren in die Ukraine um 20,3 Prozent auf 0,4 Mrd. Euro ein. Die wichtigste Produktgruppe waren medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse.

Der Handel mit der Russischen Föderation, die den Angriffskrieg gegen die Ukraine im Februar vor fast einem Jahr startete, wies importseitig ein markantes Plus von 98,9 Prozent auf 6,86 Mrd. Euro auf – Gas war für Österreich das wichtigste Importgut. Die Exporte nach Russland gingen um 6,3 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro zurück. Auch dorthin wurden – wie auch schon im Vorjahr – vor allem medizinische und pharmazeutische Produkte geliefert.

Von: apa

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