Facebook legt sich mit Australien an

Australien eskaliert Konflikt mit Facebook

Montag, 22. Februar 2021 | 12:06 Uhr

Der Streit zwischen der australischen Regierung und dem Internetriesen Facebook eskaliert. Die Regierung werde geplante Anzeigen auf Facebook zurückziehen, sagte der australische Finanzminister Simon Birmingham am Montag dem Sender Radio National. Der Umsatzverlust für Facebook könnte sich pro Jahr auf 10,5 Millionen Australische Dollar (rund 6,8 Millionen Euro) belaufen, berichtete der Sender ABC.

Facebook hatte am Donnerstag Nachrichtenseiten auf seiner Plattform für australische Nutzer gesperrt. Facebook-Nutzer können seither keine nationalen oder internationalen journalistischen Inhalte mehr teilen. Damit widersetzt das Unternehmen sich einem Gesetzesvorhaben der australischen Regierung, das künftig Google und Facebook dazu zwingen soll, örtliche Medienunternehmen zu bezahlen, wenn sie deren Inhalte verbreiten. Australien möchte damit erreichen, dass Werbeeinnahmen gerechter verteilt werden.

Birmingham bezeichnete die Sperre der Nachrichtenseiten als “unangemessen” und beschuldigte Facebook, Einfluss auf “demokratische Systeme” nehmen zu wollen. “Wir werden das nicht tolerieren.” Die Regierung werde nicht von ihrem Gesetzesvorhaben abweichen.

Auch Deutschland steht eine Reform des Urheberrechts bevor. Dabei geht es um die Umsetzung einer EU-Richtlinie, die im Sommer 2019 beschlossen wurde und die bis Juni umgesetzt werden soll. Die Bundesregierung betont, der Gesetzesentwurf sehe einen fairen Interessenausgleich vor, von dem Kreative, Rechteverwerter und Nutzer gleichermaßen profitierten. Aber es regt sich auch Widerstand. Der Entwurf ist aber weniger radikal und die Debatte sind moderater als in Australien.

Von: APA/dpa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Australien eskaliert Konflikt mit Facebook"


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Missx
Missx
Kinig
10 Tage 12 h

Facebook ist der größte Käse der Neuzeit.
Habe selbst ein Profil, aber seit Corona ist die Plattform unlesbar geworden. Bin seither inaktiv. Ich schau mir nicht gerne zu, wie sich Menschen medial die Köpfe einschlagen. Übrigens ist es hier ganz ähnlich, dass einige nur die Medien als Lebensinhazhaben.

Missx
Missx
Kinig
10 Tage 12 h

Lebensinhalt sollte das heißen

Neumi
Neumi
Kinig
10 Tage 21 h

Klar sollen die Kreativen was kriegen. Aber man kann doch niemanden zu einer Veröffentlichung zwingen, für die er dann auch noch bezahlen soll …

Da hat man auch schon bei Google eine Ausnahme gemacht.
Auf die Seiten findet doch keiner, wenn Google oder Facebook nicht darauf verlinken oder Inhalte einbinden. D.h. sie profitieren bereits durch die Veröffentlichung.

Aktuell haben bereits beide Vorteile: Die einen, weil auf sie aufmerksame gemacht wird und die anderen, weil sie zum Suchen und Teilen verwendet werden.

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