Fällt das Smartphone auf den Boden, hilft oft nur noch eine Reparatur

Backups und Notfallmaßnahmen: Datenrettung beim Smartphone

Freitag, 19. Oktober 2018 | 10:01 Uhr

Smartphones sind für viele eine kleine Kommandozentrale, die sie rund um die Uhr bei sich haben. Von Fotos bis zu Rechnungen: Vieles ist auf dem Mobiltelefon gespeichert. Doch ein unachtsamer Moment oder ein Diebstahl reichen aus, um Inhalte zu verlieren. Deshalb ist es wichtig, wie beim PC die Daten an anderen Orten zu sichern und verloren geglaubte Dateien wiederherstellen zu können.

Das klappt allerdings längst nicht in allen Fällen. Daher es ist sehr wichtig, im Notfall die richtigen Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Konkret heißt das: Zum Beispiel bei einem Wasserschaden schnell das Handy ausschalten und wenn möglich Akku, SIM- und Speicherkarte aus dem Gerät nehmen. Unterbleibt dies, fließt weiterhin Strom. “Durch Kurzschlüsse können auch Daten verloren gehen”, sagt Hannes Czerulla vom Computermagazin “c”t”.

Wer versehentlich wichtige Fotos, Videos oder Dokumente gelöscht hat, muss ebenfalls schnell handeln. “Der Speicherbereich ist zwar als gelöscht markiert, aber noch vorhanden”, erklärt Czerulla. Allerdings wird er bei der weiteren Nutzung überschrieben. Deshalb gilt in solchen Fällen: Handy sofort ausschalten oder in den Flugmodus wechseln und sich an die Datenrettung machen. Bei iPhones gibt es in der Foto-App außerdem den Ordner “zuletzt gelöscht”, in dem die Dateien noch für einige Tage gespeichert bleiben. Für Android kann man sich entsprechende Apps herunterladen, die dem Papierkorb am PC ähneln und aus denen man gelöschte Dateien wiederherstellen kann.

Hat man das Notfallprogramm hinter sich, geht es an die Datenrettung. “Es gibt zahlreiche kostenlose Tools, die man sich herunterladen kann”, sagt Czerulla. “Viele Rettungs-Apps suchen die gelöschten Dateien zwar kostenlos heraus, das Wiederherstellen kostet dann aber”, warnt allerdings Kathrin Körber von der Verbraucherzentrale. Außerdem müsse man sich darauf einstellen, dass zum Beispiel bei Fotos die Qualität dann schlechter ist als ursprünglich.

Reicht frei verfügbare Software nicht, hilft nur der Gang in die Werkstatt – etwa dann, wenn das Display durch einen Sturz schwerbeschädigt ist und man das Telefon nicht mehr bedienen kann. Sind die Daten auf einer SD-Karte gespeichert, kommt man einfach heran. Beim iPhone, das keinen Steckplatz für SD-Karten hat, geht das nicht.

Geht es nur um die äußerliche Reparatur des Smartphones, könne man eine Werkstatt ruhig aufgrund von Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis oder Kundenbewertungen auswählen, sagt Körber. Bei Datenverlusten durch Viren oder Softwareschäden hilft dagegen nur der Gang zum Profi in Elektronikmärkten oder spezialisierten Firmen. Je nach Schwere der Schäden sind hier schnell Kosten von mehreren hundert Euro fällig. Zur Vorsicht rät Körber bei Fernwartungs-Angeboten: Hier sei es besonders schwer einzuschätzen, ob eine seriöse Firma dahintersteckt.

Datenverluste sind manchmal von der Gewährleistung abgedeckt. “Wenn ein Geräte- oder Softwareschaden innerhalb der Gewährleistungszeit passiert, gehört es dazu, dass die Daten wiederhergestellt werden”, weiß Körber – sofern man den Schaden nicht selbst verursacht hat.

Der sicherste Weg, Daten zu schützen, bleibt ein Backup. “Aus praktischen Gründen macht es für viele Sinn, die Daten in der Cloud zu speichern”, sagt Körber. Bei Android geschieht das über das Google-Konto. Wer ein iPhone hat, kann die iCloud oder iTunes nutzen. Nutzer können entweder manuell sichern oder das Backup automatisch zu festgelegten Zeitpunkten laufen lassen. Dafür sollte man jedoch immer einen WLAN-Zugang haben – das Datenvolumen ist sonst schnell weg.

Diese Methode hat aber auch Nachteile: “Die im Cloudspeicher gesicherten Daten können nicht direkt auf den Laptop heruntergeladen werden”, sagt Alexander Kuch vom Telekommunikationsportal Teltarif. Sie lassen sich nur auf einem anderen Smartphone wiederherstellen. Außerdem sollte man überlegen, ob man sensible Daten wie Arztbriefe in der Cloud gespeichert haben will. Die Alternative ist, die Daten auf einen externen Speicher wie eine Festplatte oder einen USB-Stick zu ziehen. “Bei dieser Methode erwischt man in der Regel aber nicht alle wichtigen Daten, zum Beispiel das Adressbuch oder SMS, da diese nicht über den Dateiexplorer zugänglich sind”, gibt Kuch zu bedenken.

Am sichersten ist daher eine Kombination beider Methoden. Einige Hersteller bieten für Smartphones Backup- und Sicherungsprogramme an. Die Sicherung erfolgt auf dem Laptop oder auf einem Cloud-Speicher des Herstellers. Wer auch Daten aus Apps wie WhatsApp sichern will, hat noch einen Schritt vor sich: In den Einstellungen müssen Nutzer meist manuell die Sicherung einschalten – sonst sind Chatverläufe oder personalisierte Einstellungen beim Geräteverlust verloren.

Von: APA/dpa

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