Die Streikwelle soll noch bis zum Juni dauern

Bahn-Streik in Frankreich soll sich normalisieren

Mittwoch, 04. April 2018 | 21:39 Uhr

Streikende Eisenbahner haben am Mittwoch erneut weite Teile des Zugverkehrs in Frankreich lahmgelegt. Zwar beteiligten sich am zweiten Streiktag etwas weniger Beschäftigte an den Protesten gegen die von der Regierung geplante Reform der Staatsbahn SNCF. Trotzdem fuhr nur ein kleiner Teil der Fern- und Regionalzüge. Der Donnerstag soll teilweise eine Rückkehr zur Normalität bringen.

Für Donnerstag rechnet die SNCF nämlich mit einer schrittweisen Rückkehr zum Normalverkehr, es seien nur noch leichte Störungen zu erwarten. Am Sonntag sowie am Montag sind dann die nächsten Streiktage angekündigt. Der Konflikt ist eine wichtige Kraftprobe für Präsident Emmanuel Macron. Die Regierung werde die Reform “mit großer Entschlossenheit” zum Ende führen, sagte ihr Sprecher Benjamin Griveaux.

Die Eisenbahner-Gewerkschaften wehren sich gegen Pläne für einen Umbau der SNCF und mehr private Konkurrenz. Die Regierung will die Kosten senken, damit das Unternehmen im Wettbewerb bestehen kann. Unter anderem soll der vorteilhafte Eisenbahner-Status für Neueinstellungen wegfallen. Die Gewerkschaften drohen mit einer Streikwelle bis Ende Juni: Sie wollen immer im Wechsel zwei Tage streiken und drei Tage arbeiten.

Rund 30 Prozent aller SNCF-Beschäftigten legten am Mittwoch die Arbeit nieder, etwas weniger als am Vortag (rund 34 Prozent). Allerdings streikten fast drei Viertel der Lokführer. Die SNCF hatte im Durchschnitt sechs von sieben TGV-Verbindungen gestrichen, bei den Regionalzügen fuhr nur etwa jeder fünfte Zug. In der Hauptstadtregion Paris stauten sich Autos in der Früh auf einer Länge von mehr als 400 Kilometern, deutlich mehr als üblich.

Auch bei der Fluggesellschaft Air France sind weitere Streiks zu erwarten, dort kämpfen Gewerkschaften schon länger für höhere Gehälter. Neben den bereits angekündigten Streiks am Samstag, Dienstag und Mittwoch kündigten die Gewerkschaften nun vier weitere Protesttage an: Die Beschäftigten sollen auch am 17., 18., 23. und 24. April die Arbeit niederlegen. Seit Ende Februar gab es bereits vier Streiktage bei Air France, zuletzt war am Dienstag etwa ein Viertel der Flüge ausgefallen.

Von: APA/dpa