Konzernchef Mustier lobte "sehr gute Profitabilität" der Bank Austria

Bank Austria machte im 2. Quartal 205 Mio. Euro Gewinn

Donnerstag, 03. August 2017 | 13:50 Uhr

In der Bank Austria wirft der Sparkurs Früchte ab. Bis 2019 müssen die Ertragszahlen aber weiter zulegen. Im ersten Halbjahr 2017 sind die Kosten im österreichischen Bankgeschäft zweistellig gesunken, der Personalstand ist weiter rückläufig. Für das zweite Quartal 2017 wies UniCredit für ihre Österreichtochter 205 Mio. Euro Nettogewinn aus. Für die ersten sechs Monate 2017 waren es 273 Mio. Euro.

Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2016 hatte es für die UniCredit-Österreich-Division “Commercial Bank Austria” (CBK Austria) einen Verlust von 119 Mio. Euro gesetzt. Damals waren mehrere hundert Millionen für die Übertragung von Bank-Austria-Pensionen ins staatliche ASVG-Pensionssystem rückgestellt worden. Das ist verdaut. Weiter anhalten wird laut UniCredit indes der Druck auf das Zinsgeschäft, auch im zweiten Halbjahr 2017.

In der UniCredit-Österreich-Division sind mit dem Privat- und Firmenkundengeschäft auch die Geschäfte mit gehobenen Privatkunden und damit drei von vier österreichischen Geschäftssparten enthalten, nicht aber das Corporate/Investmentbanking. Wieviel vom internationalen Investmentbanking samt Großkundengeschäft der Bank Austria zuzurechnen ist, geht aus den am Donnerstag vorgelegten UniCredit-Zahlen nicht hervor.

UniCredit hat konzernweit einen Sparkurs aufgesetzt. Für die Österreich-Bank lauten die Vorgaben, dass bis 2019 das Kosten-Ertrags-Verhältnis bei 62,1 Prozent liegen soll. Jetzt Ende Juni 2017 lag diese Quote – also der Aufwand im Verhältnis zu den Betriebserträgen – bei 72,4 Prozent.

Weiter rückläufig ist die Mitarbeiterzahl: Ende Juni 2017 waren in der Österreich-Division 5.329 Mitarbeiter beschäftigt, das waren 6 Prozent oder 341 Vollzeitstellen weniger als im Jahr davor. In Österreich werden 130 Bank-Austria-Filialen betrieben, 20 weniger als voriges Jahr um diese Zeit.

Alle UniCredit-Divisionen hätten heuer ihre operativen Leistungen deutlich verbessert, schrieb die Mailänder Großbank zur Halbjahrespräsentation.

Konzernchef Jean Pierre Mustier lobte am Donnerstag die “sehr gute Profitabilität” der Bank Austria. Die Kosten seien im Quartalsvergleich um 4 Prozent und im Jahresvergleich sogar um fast 15 Prozent gesunken, die Erträge “stabil geblieben”, sagte der UniCredit-Chef bei einer Telefonkonferenz.

In einem Zeitungsinterview (“Presse”) hat Mustier vor einigen Tagen den Wunsch geäußert, in Österreich mögen endlich die Gerüchte verstummen, dass UniCredit einen Teil der österreichischen Aktivitäten verkaufen wolle. “Sie sind völlig haltlos und falsch.” Die Bank Austria (bzw. ihre Vorgängerbanken) gebe es schon seit 160 Jahren. “Sie ist Teil unserer Gruppe, und sie soll das auch die nächsten tausend Jahre bleiben.”

Mit 1. Oktober 2016 hat die Bank Austria die bis dahin jahrelang von Wien aus gesteuerte Ostbankensparte an die Konzernmutter UniCredit abgegeben. In den Jahresfinanzberichten der Bank Austria war bis dahin das Osteuropageschäft erfasst. Der UniCredit-Österreich-Division war der Osten schon vorher nicht zugerechnet worden. Die CEE-Sparte wies im zweiten Quartal in der UniCredit-Bilanz 495 Mio. Nettogewinn aus.

Von: apa

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