Für heuer sehen die Ökonomen im Schnitt 5 Prozent weniger Umsatz

Bank Austria sieht 2023 weniger Umsatz für Druckereien

Mittwoch, 12. Juli 2023 | 11:45 Uhr

Von: apa

Die Ökonomen der Bank Austria erwarten für die heimischen Druckereien weniger Umsatz im heurigen Jahr. Nach zwei Jahren kräftigen Umsatzwachstums dürften sinkende Konsum- und Werbeausgaben 2023 wieder für Einbußen sorgen. Die Volkswirte rechnen im Jahresdurchschnitt mit einem Umsatzminus von nominell rund 5 Prozent.

Im ersten Quartal sind die Umsätze bei den Druckereien noch um durchschnittlich 6 Prozent (nominell) gewachsen. Ab April kühlte sich die Konjunktur in dem Sektor jedoch ab, zudem gab es einen Beschäftigungsrückgang um rund 4 Prozent. Bei der Konjunkturumfrage im Juni sahen die Unternehmen mehrheitlich eine zu geringe Auftragslage.

“Die Druckereien werden in der zweiten Jahreshälfte 2023 weiter Aufträge verlieren, infolge der rückläufigen Industriekonjunktur und vor allem aufgrund der schwachen Entwicklung der Konsumausgaben. Dadurch wird die Nachfrage von Seiten der Verpackungsindustrie und der Werbewirtschaft gebremst,” schreibt UniCredit-Bank-Austria-Ökonom Günter Wolf am Mittwoch. Auch längerfristig sehe er in der Branche “keinen störungsfreien Aufschwung” mehr, da die Herausforderungen durch die Verbreitung digitaler Medien nicht weniger würden.

Die Nachfrage nach bedruckten Verpackungen und bedrucktem Werbematerial sowie der Einsatz von Digitaldruck sollten aber auch künftig für Zuwächse bei der Druckleistung sorgen, so der Volkswirt weiter. Die Entwicklung im Druckerei-Sektor sei fast zur Gänze vom privaten Konsum abhängig – zum einen über Haushaltsausgaben für Lesestoff, zum anderen über Werbe- und Verpackungsmaterial, das die Kunden zum Kauf bewegen soll. Rund 30 Prozent der Bruttowerbeausgaben in Österreich würden zu druckrelevanten Medien fließen, das umfasst ein Volumen von rund 2 Mrd. Euro.