Pressekonferenz

Bauhütte Südtirol stellt sich vor

Mittwoch, 15. Juli 2015 | 16:55 Uhr

Bozen – Heute wurde das Projekt Bauhütte Südtirol im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Unter einer Bauhütte verstand man hinlänglich einen Werkstattverband zum Bau großer, meist sakraler Bauten, wie die gotischen Kathedralen. Dieser umfasste unterschiedlichste Handwerke, mit Vorzug jedoch jene der typischen Baumenschen, wie z.B. den Maurer oder den Steinmetz. Von besonderer Bedeutung war die qualifizierte Ausbildung der gotischen Bauhütte, die zwischen Lehrlingen, Gesellen und Wandergesellen, Kunstdienern, Laubhauern, Parlieren, Steinbildhauern und Meistern unterschied.

Zu den gotischen Haupthütten zählten die in Bern (später Zürich), Wien, Köln und vor allem die bedeutendste in Straßburg, denen weitere Neben-Bauhütten in ihrem Einzugsgebiet unterstanden. Im 15. Jahrhundert waren Steinmetze und Maurer in einer gesamtdeutschen Handwerksorganisation zusammengeschlossen. In Tirol trafen sich erstmals im Jahre 1460 in Sterzing Meister zu einem ersten, vorbereitenden Hüttentag. Mit der Vereinigung der gesamten tirolischen Bauhütten in zwei Hauptladen (Hall und Meran) hatte diese Organisation um 1500 ihren Höhepunkt erreicht.
Mit dem Ende der Gotik schwand die Bedeutung der Bauhütten. Heute gibt es Bauhütten, die zumeist Dom- oder Münsterbauhütten genannt und von kirchlichen Stiftungen getragen werden. Sie befinden sich in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Frankreich. Diese Bauhütten befassen sich vornehmlich mit Instandhaltungsarbeiten von kirchlichen Steinbauwerken.

Die Bauhütte Südtirol –der Versuch einer Neuinterpretation mit moderner Vision und zeitbezogener Mission

Das Projekt Bauhütte Südtirol startete auf Initiative des Kollegiums der Bauunternehmer in den Anfangsmonaten des Jahres 2015. Der Baumensch, seine Interessen, dessen Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte stehen dabei im Fokus der Interessen.

Auf Basis der alten Tradition und Wertekultur der spätmittelalterlichen Bauhütten sollen neue Impulse für die Bauwirtschaft entstehen. Der damalige Gedanke einer Gemeinschaft der werktätigen Meister und Gesellen, der Zusammenarbeit und Ergänzung in der Realisierung großer Sakralbauten, der Definierung erster Qualitäts- und Ausbildungsstandards hat sicherlich Vorbildwirkung für eine moderne, zeitgemäße Gemeinschaftsinitiative, wie es unsere sein will. Die Bauhütte Südtirol definiert sich als Gemeinschaft wichtiger Interessensvertreter des Südtiroler Baus, um dem Bauen seine umfassende Ganzheit und soziale Wertschätzung zurückzugeben.

Die Gemeinschaft von bauschaffenden Unternehmern, Ingenieuren, Architekten, Freiberuflern und Arbeitnehmervertretern arbeitet unter Berücksichtigung der Erfordernisse der heutigen Zeit an zukunftsweisenden Modellen und Projekten zur Förderung einer positiven Bau- und Lebenskultur in Südtirol.

„Wir sind baukünstlerisch, bauwissenschaftlich und baugewerblich tätig. Neben der Wahrung und Förderung des Brauchtums, der Heimat- und Denkmalspflege, einer positiven Grundstimmung zum ganzheitlichen Thema Bau wirkt die Bauhütte ausgleichend zwischen den einzelnen Berufszweigen und tritt für eine saubere Baugesinnung ein. Der Auftrag und die Aufgabe unserer Bauhütte sind es, regelmäßig Treffen zu organisieren, bei denen informative Vorträge und Veranstaltungen, meinungs- und imagebildende Incentives, die neu konzipierten „Bau-9er“, Besichtigungen aber auch Diskussionsrunden zu tagesaktuellen Ereignissen stattfinden. Die Dialoggruppen sind mannigfaltig und verschieden, oft ist aber die Südtiroler Bevölkerung Hauptzielgruppe unserer Initiativen. Die konstruktive Zusammenarbeit unter den Baumenschen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau garantiert dem Bauherren und Kunden, die „Lieferung“ eines optimalen Produkts. Die daraus resultierende Zufriedenheit dieser Dialoggruppe ist für die Bauhütte Südtirol ein großes Anliegen. Dialogbereitschaft und Dialogführung mit und zwischen den verschiedenen Gruppen von Baumenschen wird explizit gefördert. Neben diesen regelmäßigen Veranstaltungen werden in unregelmäßigen Abständen auch Kurzreisen zu interessanten Zielen, Feste und andere, die Gemeinschaft fördernde, Veranstaltungen durchgeführt“, hieß es auf der Pressekonferenz.

Hauptträger der Projektgruppe Bauhütte Südtirol ist das Kollegium der Bauunternehmer. Weiters gehören der Bauhütte bereits an: Architekturbüro area 17, Fraunhofer Italia, Kammer der Architekten, Kollegium der Geometer, Niederstätter AG, Rottensteiner Heinrich&Co. OHG, Filca-Cisl/Sgb-Bau (in Vertretung der lokalen Gewerkschaftsorganisationen) und Unionbau GmbH. Allen interessierten Baumenschen ist unser Projekt zur Mit- und Zusammenarbeit offen.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen