Daten des ASTAT

Bautätigkeit hat sich im ersten Halbjahr 2022 verschlechtert

Freitag, 02. September 2022 | 10:17 Uhr

Bozen – Das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) teilt mit, dass sich die Bautätigkeit in der ersten Jahreshälfte 2022 gegenüber demselben Zeitraum des Jahres 2021 generell verschlechtert hat.

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Die Gemeinden erteilten Baugenehmigungen für eine Gesamtkubatur von 1.396 Tausend Kubikmeter, was einem Rückgang von 34,3 Prozent gegenüber demselben Vorjahreszeitraum entspricht.

Die Kubatur bei den Bauabschlüssen sinkt um 56,6 Prozent.

lvh-Baubranche zeigt sich besorgt

Die Astat-Untersuchung hinsichtlich rückläufiger Bauaufträge bestätigt die Sorge der Südtiroler Baubranche: Geplante Bauprojekte werden entweder auf Eis gelegt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Es sind gleich mehrere Faktoren, die auf den Rückgang der ausgestellten Baukonzessionen hinweisen. In diesem und im letzten Jahr hat die Verteuerung und Verknappung der Rohstoffe sicherlich zu einem Aufschub von Bauprojekten geführt. lvh-Baugruppenobmann Markus Bernard erklärt: „Wir befinden uns nach wie vor in einer schwierigen Situation. Die Unternehmen leiden unter dem explosiven Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise. Die hohe Inflation führt dazu, dass vor allem Privatpersonen viele Bauprojekte auf Eis legen und vorerst abwarten. Auch die öffentliche Hand schiebt Aufträge erstmal hinaus. Hinzu kommt eine gewisse Unsicherheit in den Gemeinden hinsichtlich Interpretation des neuen Raumordnungsgesetzes.“ Ein Blick in die Zukunft stimmt viele Unternehmen derzeit nachdenklich. Bereits bis zum Jahresende und spätestens im ersten Quartal ist laut Rückmeldung vieler Unternehmen im Bauhaupt- und Baunebengewerbe ein Rückgang der Bauaufträge spürbar.

Entsprechend sei nun Handeln gefragt. Gestaltungspielräume sollten vor allem im Rahmen des neuen Landesgesetzes für Raum und Landschaft genutzt werden. Darin sieht der lvh einen wesentlichen Grund für die Stagnation. „Das Gesetz steht und fällt mit den neuen Planungsinstrumenten. Diese sind aber erst aktiv, wenn die Gemeinden ihre Gemeindeentwicklungsprogramme umgesetzt haben und daran arbeiten sie ja erst“, betont lvh-Präsident Martin Haller. In der Zwischenzeit gelten sogenannte Übergangsbestimmungen, die keine dauerhaften Lösungen darstellen, aber immerhin als einzige Bestimmung „standhalten“ müssen.

Der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister hat bereits konkrete Lösungsvorschläge unterbreitet, die zum Teil auch bereits genehmigt wurden. So konnte auf Vorschlag des Verbandes und in Zusammenarbeit mit dem Landtagsabgeordneten Gert Lanz in Hinblick auf die Ausweisung neuer Baugebiete eine offenere Formulierung der Bestimmung genehmigt werden. Bei der Ausweisung neuer Baugebiete spielt es nun keine Rolle mehr, ob ein kleiner Bachlauf, eine Böschung, eine Straße o.ä. zwischen altem und neuem Baugebiet liegt. Ebenso genehmigt wurde der Vorschlag, dass in Gebäuden mit gewerblicher Zweckbestimmung und einer Raumhöhe pro Geschoss von unter drei Metern die Erschließungskosten nur für die ersten drei Meter Raumhöhe anfallen.

„Der lvh ist in stetem Austausch mit lokalen, nationalen und europäischen politischen Vertretern, um die Rahmenbedingungen, die gerade in Hinblick auf Bauprojekte, öffentliche Aufträge und Energiekrise besonders eklatant sind, zu verbessern“, betont lvh-Verbandschef Haller.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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20 Kommentare auf "Bautätigkeit hat sich im ersten Halbjahr 2022 verschlechtert"


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PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Es wird weiterhin viel zu viel gebaut.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 2 Tage

Und wie erklärst du dann die Wohnungsnot der ärmeren Bevölkerungsschichten?
Weil du ein Heim, Haus hast, ist das ok?

ehrlich2020
ehrlich2020
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Und wieso geats nor in Bozn Bauomt et weit wenn nix zu tian isch???
Mir wortn seit 8 Munat af Zettl wos in 2h gimocht warn 😡😡

Rudolfo
Rudolfo
Tratscher
1 Monat 2 Tage

“Zettel” gibt es keine mehr. Das Bozener Bauamt arbeitet nur noch digital.

Sinep
Sinep
Neuling
1 Monat 2 Tage

Was bitte hat das Bauamt mit der Auftragslage im Bausektor zu tun? Bleiben Sie sachlich…

Hausdetektiv
Hausdetektiv
Superredner
1 Monat 2 Tage

ist eh besser wenn man zur miete wohnt. man ist flexibel und kann eine wohnung kündigen und umziehen. beim bauen ist man fix an einem standort gebunden.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 2 Tage

Ganz mein Motto! Und wers ernsthaft durch rechnet, wird sehen, es ist im Schnitt gleich teuer aber mit vielen Unannehmlichkeiten weniger. Grins

Stryker
Stryker
Tratscher
1 Monat 2 Tage

@N. G.
Und bol 50 bisch kehrt dor olm no nix!Ober jedem das seine!Bei Dir ischs eh schun zu spat!Bisch jo schun in Rente!

cumulus
cumulus
Neuling
1 Monat 2 Tage

Die Wirtschaft schrumpf sich gesund. 
Jeder qm³ weniger Beton ist gut für die Mensch, Tier und Natur.

Techno Guy
Techno Guy
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Wirst schon noch sehen wenn Dein Gehalt oder Arbeitslosengeld schrumpft!

Techno Guy
Techno Guy
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Danke Frau Landesrätin für Raumordnung! Keiner kennt sich mehr aus und vor lauter Bürokratie und Auflagen werden wir noch in die schlimmste Krise aller Zeiten kommen!

Stryker
Stryker
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Jo sel war a Wunder.Stot ca.450.000€koschtets iatz ca.600.000€ aHittl aufzustelln .Wer solln sich sel no derleischtn dorgaling.

Kingu
Kingu
Superredner
1 Monat 2 Tage

Wie sollten in manchen Gemeinden überhaupt noch Baugründe ausgeschrieben
werden? Obstwissen bis am Rand der Wohnsiedlungen, dass im Sommer neben
dem frischen Wind der Abdrift bis in ihm eigenen Garten hat und andere
Gemeinden, die neben dem Wald sich befinden. In meiner ehemaligen
Wohngemeinde gibt es gar keinen Gemeindegrund mehr, der zu Baugrund
werden kann, nur Umwidmungen von bestehenden Liegenschaften wäre
möglich.

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Na ja, bei diesen Baumaterialkosten muss man ja dumm sein gerade jetzt zu bauen.  Ein Bekannter von mir hat 20 Jahre gewartet um das alte Haus niederzumachen und genau jetzt zu bauen – mit einem Mehraufwand von +40% auf das letzte Jahr, Gratulation!

Mico
Mico
Superredner
1 Monat 2 Tage

soll ich lachen oder weinen…. wie oft habe ich mir vor jahren gesagt….so kann das nicht weitergehen dass man keinen handwerker bekommt und Firmen bis zu über einem jahr ausgebucht sind…. jetzt kommt der Bumerang….

maik
maik
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

I konn mir es bauen net leisten. Mein gonzer geholt geat in rachn und saufn drau. Wer iatz nor es rachn lossn, nor konni mear saufn

Savonarola
1 Monat 2 Tage

es ist nicht so, dass jetzt zu wenig gebaut wird, sondern dass früher zu viel gebaut wurde

tom
tom
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

wunderts wen? die können es finanziell nicht stemmen, die anderen bekommen kein Baumaterial und wieder andere keine andere und auf den Rest treffen zwei oder sogar alle Punkte zu

Opa1950
Opa1950
Superredner
1 Monat 1 Tag

Es ist schon gut so .In der letzten Zeit wurde schon viel zu viel gebaut.

TKirk
TKirk
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Wenn man die Bautätigkeit zuerst künstlich anheizt, ist es ja nur logisch dass sie danach ordentlich absackt.
War bisher nach jedem Bau Förderprogramm so.

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