Die BAWAG wagt sich auf neues Terrain

BAWAG startet im Geschäft mit Warenhauskrediten

Donnerstag, 24. Mai 2018 | 11:45 Uhr

Im Geschäft mit Warenhauskrediten (Ratenkrediten) mischt bald auch die BAWAG mit. Ein erster Schritt dazu ist ein exklusiver Vertriebsvertrag mit dem Elektronikhandels-Marktführer Mediamarkt/Saturn, beginnend ab Jänner 2019. BAWAG-Finanzvorstand Enver Sirucic spricht von einem wichtigen Schritt. Die Bank fühlt auch in anderen Branchen vor.

Laut Sirucic kommen weitere Vertriebskooperationen mit Händlerpartnern in Österreich und in Deutschland in Frage. Bei Mediamarkt und Saturn geht es derzeit nur um Österreich. Zur Zeit ist hierzulande noch die Santander-Bank beim Elektronikhandelsriesen unter Vertrag. Ab Jänner sollen dann BAWAG-Konsumkredite zusammen mit weiteren Finanzprodukten in den 37 Mediamarkt- und 15 Saturn-Häusern in Österreich und in deren Onlineshops zu haben sein. Die Kooperation ist langfristig angelegt. Kredite für Einkäufe von Elektronik oder anderen Konsumartikeln auf Pump werden vor allem auch in Deutschland immer öfter im Internet abgeschlossen.

In ihrem 3-Jahresplan hat die BAWAG bis 2020 vor, ihren Marktanteil im Retailgeschäft auszubauen. Neben einem Schwerpunkt auf Konsum- und Wohnbaufinanzierung geht es auch um die Kfz-Finanzierung. Im Kfz-Leasing ist die BAWAG mit der expandierenden Easybank/Easygroup unterwegs.

Sechs Zukäufe bzw. Bankbeteiligungen hat die BAWAG in den vergangenen zwei Jahren durchgezogen, gleich mehrere davon in Deutschland. Die Einkaufstour ist nicht beendet. Neue Schritte könnten neben Österreich wieder im deutschsprachigen Raum gesetzt werden, heißt es von der BAWAG. In der aktuellen Pipeline sind Akquisitionsziele mit einer Gesamtbilanzsumme bis zu 25 Mrd. Euro, das geht aus dem Quartalsbericht hervor. Zum Vergleich: Ende März 2018 hatte die BAWAG knapp 45 Mrd. Euro Bilanzsumme.

Zum Quartalsbericht wurden am Donnerstag die bisherigen Ziele bestätigt. Laut Sirucic wird es sogar “hier und da besser als geplant”. Der Ausblick sei gut.

Nach wie vor gilt: Bis Ende 2020 will die BAWAG mehr als 2 Mrd. Euro “Überschusskapital” erzielt haben, mit dem weitere Akquisitionen und organisches Wachstum finanziert werden sollen. Für 2018 bleibt es beim Ziel eines zumindest 5-prozentigen Wachstums beim Vorsteuerergebnis.

Für das erste Quartal 2018 wird ein Vorsteuergewinn von 116 Mio. Euro ausgewiesen. Das war ein Rückgang um vier Prozent zur Vorjahresperiode. Hauptsächlich lag der Rückgang an vorgezogenen regulatorischen Kosten (Bankenabgabe, Einlagensicherung, Abwicklungsfonds, FMA/EZB-Aufsichtsgebühren), die sich auf 37 Mio. Euro beliefen und 85 Prozent der Gesamtjahresausgaben dafür abdeckten, hebt die Bank hervor. Bereinigt um diesen saisonalen Effekt errechnet sich die BAWAG 142 Mio. Euro Vorsteuergewinn im Quartal (plus 5 Prozent).

Der Nettogewinn wird für das erste Vierteljahr mit 86,5 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 95,1 Mio. Euro) angegeben, ein Rückgang um 9 Prozent im Jahresabstand. Bereinigt waren es netto 106 Mio. Euro.

Die 2017 erworbene deutsche Südwestbank hat heuer im ersten Quartal 11 Millionen Euro Gewinn für die BAWAG-Bilanz geliefert. Bei der Südwestbank läuft gerade ein Sparprogramm, hier müssen die Kosten sinken. Ein Sozialplan wurde erstellt. Dafür wurde laut BAWAG aber schon in der Bilanz zum vierten Quartal Geld rückgestellt. Näheres zum aktuellen Mitarbeiterabbau in der baden-württembergischen Bank erläutert die BAWAG nicht; deutsche Regionalzeitungen sprachen aber vom Abbau von 140 der aktuell etwa 600 Stellen bis Ende 2019.

In Österreich hat die BAWAG ihre langjährige Kooperation mit der Post aufgekündigt. Die Trennung – somit der Auszug aus den österreichischen Postfilialen – wird in den nächsten 18 Monaten abgeschlossen sein. Danach will die Bank in Österreich rund 100 eigene Standorte betreiben.

Von: apa

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