Bayer hat sein Ziel erreicht

Bayer kauft Monsanto – 66 Mrd. Dollar-Deal fixiert

Mittwoch, 14. September 2016 | 15:43 Uhr

Nach monatelangem Ringen um den US-Saatgutriesen Monsanto macht Bayer-Chef Werner Baumann die bisher größte Übernahme eines deutschen Unternehmens perfekt. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern legt für Monsanto 66 Milliarden Dollar (58,68 Mrd. Euro) auf den Tisch.

Damit ist es auch der größte Zukauf in der mehr als 150-jährigen Firmengeschichte von Bayer seit dem Kauf des Pharmakonzerns Schering für 17 Mrd. Euro vor zehn Jahren. “Diese Entscheidung ist ein wichtiger Schritt für unsere Division Crop Science”, sagte Baumann am Mittwoch. Gemeinsam mit Monsanto steigt Bayer zum weltweit führenden Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut auf.

Die Leverkusener erhöhten ihre Offerte für Monsanto erneut leicht auf 128 Dollar je Aktie und konnten sich damit schließlich die Gunst der Amerikaner sichern. Wenn die Kartellbehörden die nötigen Freigaben für die Übernahme nicht erteilen, soll Monsanto zudem zwei Mrd. Dollar bekommen. Bayer hatte in den seit Monaten andauernden Verhandlungen sein Angebot mehrmals scheibchenweise erhöht. Gestartet war der Aspirin-Hersteller im Mai mit 122 Dollar je Anteilsschein, Anfang September stellte der Konzern zuletzt 127,50 Dollar je Monsanto-Aktie in Aussicht. Monsanto-Papiere notierten am Mittwoch leicht im Plus bei knapp 107 Dollar, die Papiere von Bayer waren mit einem Plus von mehr als zwei Prozent größter Gewinner im Dax.

Nach Einschätzung von Marktexperten ist der Kauf der Amerikaner für Bayer strategisch sinnvoll. Bei vielen Bayer-Anteilseignern waren Baumanns Übernahmepläne bisher gleichwohl auf wenig Gegenliebe gestoßen. Sie hatten den Zukauf als zu teuer kritisiert und haben Bedenken, dass durch die Übernahme von Monsanto das Pharmageschäft zu kurz kommen könnte.

Der US-Saatgutriese hat zudem ein denkbar schlechtes Image und steht wegen seiner aggressiven Geschäftspraktiken und seiner gentechnisch veränderten Produkte seit Jahren in der Kritik. Die Amerikaner sind auch der Entwickler des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Bayer genießt dagegen laut Markenexperten einen guten Ruf. Sollte die Übernahme gelingen, hatten die Experten den Leverkusenern deshalb bereits im Vorfeld geraten, ihr eigenes, positiveres Image zu nutzen und die Marke Monsanto so schnell wie möglich zu löschen.

Deutsche Umwelt- und Naturschutzverbände haben die geplante Übernahme indessen heftig kritisiert. “Sollten die Kartellbehörden die Fusion durchwinken, würde der neu entstehende Megakonzern eine marktbeherrschende Stellung im Bereich Saatgut, Gentechnik und Pestizide bekommen”, sagte die BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer. Sie fürchtet, dass der Konzern künftig diktieren wolle, was Landwirte anbauen und welche Produkte auf dem Markt verfügbar sind. Zudem würde die Umwelt durch noch mehr Monokulturen und Gentechpflanzen leiden.

Auch Greenpeace sprach von einer “schlechten Nachricht für nachhaltige Landwirte, Verbraucher und die Umwelt” und von einer “bisher ungekannten Marktmacht” für das Unternehmen. “Die Lobbymacht des neuen Konzerns wird wachsen”, sagte Greenpeace-Experte Dirk Zimmermann. Schon jetzt verstehe sich die deutsche Politik zu oft als verlängerter Arm der Industrie. Das Netzwerk Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) bemängelte ebenfalls die drohende Monopolstellung.

Bayer und Monsanto sind nicht die einzigen Konzerne in der Branche, die ihr Heil in Zusammenschlüssen und Übernahmen suchen. Der chinesische Staatskonzern ChemChina schluckt gerade die Schweizer Syngenta für 43 Mrd. Dollar. Ende 2015 wurde bereits der Zusammenschluss der US-Konzerne Dow Chemical und Dupont zu einem neuen Branchenriesen auf den Weg gebracht. Fallende Getreidepreise und instabile Märkte in den Schwellenländern haben den Herstellern von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut zuletzt zugesetzt. Der deutsche Chemieriese BASF ist bisher aufs Übernahmekarussell nicht aufgesprungen. Die Ludwigshafener stehen aber parat für Zukaufsgelegenheiten, die sich aus kartellrechtlich bedingten Verkäufen aus den Zusammenschlüssen in der Branche ergeben könnten.

Von: APA/ag.

Kommentare

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15 Kommentare auf "Bayer kauft Monsanto – 66 Mrd. Dollar-Deal fixiert"


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fanalone
Grünschnabel
12 Tage 6 h

Monsanto ist so ziemlich das schlimmste Unternehmen nach Ndrangheta. Wohl bekomms.

santina
Tratscher
12 Tage 3 h

Dadurch verliert Nestle den ersten Platz im Ranking der unsympathischen Firmen der Welt.
Darauf einen Schluck Glysophat. 

GTH
Neuling
11 Tage 11 h

wohl bekommst !!

santina
Tratscher
12 Tage 5 h

Auch so ein DEUTSCHER GRÖßENWAHN.

ExSuedtiroler
Grünschnabel
11 Tage 23 h

Oh nein – Glyphosat per Schleichweg..

Jetzt ALLE gegen alles von Bayer !! Lasst uns Bayer boykottieren und politisch bekämpfen bis sie umfallen!

OrB
Grünschnabel
12 Tage 4 h

Kein Monsanto Saatgut für Europa, das sollte man Bayer als Auflage machen

Jo73
Neuling
12 Tage 51 Min
Ich weiss nun wirklich nicht, was das wiederum mit deutschem Größenwahn zu tun haben soll, aber manche hier im Forum lesen nur das Wort Deutsch und es wird losgewettert…. Dass die Unsympathischen Firmen Facebook nun Whats App kaufen, kein Wort, dass Apple menschenverachtendes treibt mit seiner Foxconn Forma und keine Steuern in europa zahlt, kein Wort! Aber das ist eben die peinliche Deutschlandhasserin hier im Forum. Im Übrigen ist das mit der Fusion ein Vorgeschmack darauf was uns mit TTIP erwartet, da werden noch viel mehr fragwürdige Produkte aus USA importiert. . Werte Santina: Ihr geliebter Staatspräsident in Rom hat… Weiterlesen »
Obelix
Grünschnabel
11 Tage 21 h

@jo73, vergiss die Postings von Santina. Da kläfft nur ein einhefleischter Deutschenhasser. Weil, wenn die Amis die ganze Weltordnung aus den Fugen bringen (zum Beispiel Irakkrieg) ist das kein Problem. Wenn in Deutschland ein Furz entfleucht geht anscheinend die Welt unter.

santina
Tratscher
11 Tage 7 h

@Jo73

Matteo Renzi macht einen ausgezeichneten Job.

Was haben BAYER, Facebook mit Matteo zu tun?
Sie weichen mal wieder aus!

Zu Größenwahn:
Größenwahn ist eine psychische Krankheit, die vermehrt in Deutschland auftritt.
Der Größenwahnsinnige glaubt, er sei der Beste, Größte und Mächtigste.
Diese Krankheit lässt sich auf mangelnden Realitätssinn zurückführen.

Und diese Symptome treten sehr häufig in Deutschland auf.

Alpenrepuplik
Tratscher
12 Tage 1 h

Schei…., Größenwahn der Chemischen Industrie. Jetzt steht dem Gen-Saatgut nichts mehr im Wege….

dog
Grünschnabel
12 Tage 3 h

R.I.P. health

sepp2
Grünschnabel
11 Tage 20 h

ich hoffe Bayer geht in Insolvenz

ex-Moechteg.Lhptm.
Grünschnabel
11 Tage 19 h

jo jo und wenn such 2 Putzfirmen zusammenschliessen, dann kimmt die kartell aufsichts behörde und stoppt die ganze aktion

herbstscheich
Grünschnabel
11 Tage 9 h

“unser tägliches Gift gib uns heute” . . .

santina
Tratscher
11 Tage 1 h

@Obelix

Monsanto hat durch Agrogifte die Krebsrate in Argentinen weit nach oben getrieben.

Und das nennen Sie einen Furz?
Dann ist Ihnen nicht mehr zu helfen!

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