Spediteure zweifeln an der Praktikabilität des neuen Systems

Bayern will Schienengüterverkehr um jährlich zehn Prozent steigern

Montag, 24. September 2018 | 16:35 Uhr

München – Mithilfe eines gemischten “Intermodalzugs” will die bayerische Staatsregierung kurzfristig mehr Güter im Alpentransit auf die Schiene bringen. Der “Breco”-Train (Brenner-Corridor-Train) kann mit Containern, per Kran verladbaren (“kranbaren”) und nicht kranbaren Sattelanhängern beladen werden.

Bei der Vorstellung des Systems auf dem Münchener Container-Umschlagbahnhof durch Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU) wurden aus Kreisen der geladenen Spediteure jedoch bereits Zweifel an der Praktikabilität des Konzepts geäußert. Insbesondere stieß die Verwendung einer “Umschlagplatte”, mit deren Hilfe bisher nicht kranbare Sattelanhänger auf Züge verladen werden können, auf Skepsis.

Aigner gab dennoch das Ziel vor, den Schienengüterverkehr über die Alpen um jährlich zehn Prozent zu steigern. Bereits auf einem Brenner-Verkehrsgipfel im vergangenen Juni in Bozen hatte die bayerische Verkehrsministerin als kurzfristige Maßnahme zur Entlastung der Brennerautobahn den Einsatz von mehr Zügen des unbegleiteten kombinierten Verkehrs vorgeschlagen. Da etwa 95 Prozent der heute gebräuchlichen Sattelauflieger nicht mit Kränen verladbar seien, könnte mit Hilfe der Umschlagplatte ein erhebliches Potenzial erschlossen werden.

Aigner erteilte regulatorischen Eingriffen in den freien Güterverkehr eine Absage. “Ein verbindlicher Verlagerungsplan mit einem vorgeschriebenen Modal Split-Verhältnis, eine Kontingentierung oder eben eine Blockabfertigung sind nicht zumutbar.” Derzeit stünden dem Transportgewerbe noch keine ausreichenden Alternativen zum Straßengüterverkehr zur Verfügung – angefangen von einer bedarfsgerechten Schieneninfrastruktur inklusive Umschlagterminals bis zu einem attraktiven Angebot im Kombinierten Verkehr.

Von: apa