Mitarbeiter wurden überrascht

BBT-Streit: Gewerkschaft Bau-Holz drängt Gewessler zu Lösung

Montag, 07. Dezember 2020 | 07:45 Uhr

Nachdem die Errichtergesellschaft des Brenner Basistunnels den Bauvertrag mit dem vom Porr-Konzern angeführten Konsortium des Bauloses Pfons-Brenner gekündigt hatte, appelliert die Gewerkschaft Bau-Holz an Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne), sich für eine Lösung einzusetzen. Schließlich seien hunderte Mitarbeiter auf der Baustelle, auch auf Seiten der BBT, von diesem Beschluss völlig überrascht worden, meinte der Vorsitzende Abg. Josef Muchitsch (SPÖ).

Es gehe nicht nur um Millionen Euro an Mehrkosten, die drohen, sondern auch um 350 Bauarbeiter und ihre Familien, die nicht wissen, wie es weitergehen soll, erklärte Muchitsch in einer Aussendung am Samstag, in der ein Offener Brief der Gewerkschaft an die Ministerin veröffentlicht wurde. Zugleich richtete sich das Schreiben auch an Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP) sowie den Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und dessen Südtiroler Amtskollegen Arno Kompatscher (SVP).

Der Brennerbasistunnel müsse zügig weitergebaut werden, so Muchitsch. Alarmiert zeigte sich der Bundesvorsitzende, dass derzeit offenbar auf der Baustelle nur in einem “Notbetrieb” gearbeitet wird und die Bauarbeiten erst wieder in der zweiten Hälfte 2021, und auch dort nur in einem Teilbereich wieder aufgenommen werden können.

Muchitsch sprach von einer “vorschnellen Entscheidung” der Errichtergesellschaft BBT SE und sah eine Vielzahl an folgenschweren Konsequenzen: “Sie bedroht in schwierigen Zeiten hunderte Arbeitsplätze in der Baubranche, schädigt ohne Not das Ansehen der österreichischen Baubranche und insbesondere den guten Ruf des österreichischen Tunnelbaus bei internationalen Ausschreibungen und gefährdet eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte Europas und damit auch die Co-Finanzierung durch die EU”. Der SPÖ-Politiker ersuchte Gewessler, sowohl den Aufsichtsrat als auch den Vorstand der BBT SE aufzufordern, “die Sachlage noch einmal zu prüfen, weitere Rechtsmeinungen einzuholen und Mittel und Wege zu finden, um aus dieser Sackgasse wieder herauszufinden”.

Von: apa

Bezirk: Wipptal