FH: „Generationenpakt muss umgesetzt werden“

Befristete Arbeitsverhältnisse im öffentlichen Dienst

Mittwoch, 16. September 2015 | 17:05 Uhr

Bozen – Die überwiegende Mehrheit der Landesbediensteten befindet sich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Eine nicht unbedeutende Anzahl des Landespersonals verfügt hingegen über befristete Verträge. Laut der zuständigen Landesrätin sei es Ziel der Landesverwaltung die prekären Arbeitsverhältnisse, die durch befristete Verträge gekennzeichnet sind, zu reduzieren. Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas setzte sich mit den befristeten Verträgen im öffentlichen Dienst auseinander und es traten einige Unterschiede zur Privatwirtschaft auf.
 
„Die generelle Zunahme der befristeten Arbeitsverträge in Südtirol ist ein Alarmzeichen“, unterstreicht Walter Blaas mit Nachdruck. „Eine längerfristige Lebensplanung oder Investitionen in die Zukunft haben unter solchen Rahmenbedingungen äußerst schlechte Karten. Besonders betroffen ist die Generationen der unter 25- und 35jährigen. Befristete Arbeitsverhältnisse – vor allem jene, die über einen kurzen Zeitraum reichen – dürfen nicht zur Normalsituation werden. Die dadurch aufkommende Planungsunsicherheit wird sich maßgeblich auf den Binnenmarkt niederschlagen. Die Jugend unseres Landes muss ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden und damit auch die Umsetzung des Generationenpaktes“, erklärt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete.
 
„Gemäß der Ankündigung der zuständigen Landesrätin Deeg, sollen freiwerdende Stellen in der öffentlichen Verwaltung ausgeschrieben und mittels Wettbewerben besetzt werden. Dadurch soll das befristet beschäftigte Personal die Chance erhalten, das Arbeitsverhältnis zu festigen“, erklärt der Freiheitliche Abgeordnete. „Laut aktueller Auskunft sollen die befristeten Arbeitsverträge an sich nicht abgebaut werden. Etwa drei Prozent der Stellen im Gesamtplan des Landes sollen gemäß LG 15/2010 abgebaut werden“, entnimmt Walter Blaas aus der Antwort auf seine Anfrage.
 
„Im Jahr 2014 waren etwa 26 Prozent der gesamten Südtiroler Arbeitsverhältnisse befristet angemeldet“, so Blaas, „während der Wert bei den Landesbediensteten bei etwa 20 Prozent lag. Mit Stichdatum 30. Juni 2015 wurden 2.472 Bedienstete des Landes mit einem befristeten Vertrag gezählt. Die allgemeinen Grundsätze der Rechtsordnung sprechen sich für eine Obergrenze von 36 Monate für befristete Verträge aus“, informiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete und unterstreicht, dass die Personalordnung des Landes diese Grundsätze auch berücksichtige.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen