Das Großprojekt ist nun endgültig vom Tisch

Behörde besiegelt Ende von Tiroler Gletscher-Ehe

Mittwoch, 09. November 2022 | 19:05 Uhr

Das Ende der sogenannten Tiroler “Gletscher-Ehe” ist nun von der Behörde per Bescheid endgültig besiegelt worden. Der Antrag über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Zusammenschluss der Gletscherskigebiete Ötztal und Pitztal wurde “wegen Mangelhaftigkeit der Unterlagen zurückgewiesen”, hieß es in dem Bescheid, der den Projektwerbern Ende der vergangenen Woche zugestellt worden war.

Die Projektwerber hätten noch weitere, aktualisierte Unterlagen vorlegen müssen, die sich auf die “Abweichungen zwischen den tatsächlichen Verhältnissen vor Ort und den Darstellungen im Projekt, bedingt durch den fortschreitenden Gletscherrückgang” beziehen. Dies hätte – wie die “Tiroler Tageszeitung” vergangene Woche berichtete – bis zum 31. Oktober passieren müssen. Allerdings kamen die Pitztaler Gletscherbahn und Ötztaler Gletscherbahn dem nicht nach. Daher reagierte das Land nun mittels Absage-Bescheid. Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) über das Projekt, bei dem 130 Millionen Euro investiert und drei neue Seilbahnen und 60 Hektar zusätzliche Pisten vorgesehen gewesen wären, wurde 2016 gestartet.

Dass das Projekt nicht realisiert werden würde, war jedoch nach der Abstimmung der Pitztaler Bevölkerung über das Projekt schon recht eindeutig. Mit einer knappen Mehrheit sprachen sich im Juli die Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Gemeinde St. Leonhard im Pitztal dagegen aus. Im Herbst wurde allerdings bekannt, dass der Verdacht auf Wahlbetrug besteht. Unterschriften sollen gefälscht bzw. Stimmkarten von anderen Personen als dem oder der jeweiligen Wahlberechtigten ausgefüllt worden seien, so der Vorwurf. 353 Wahlberechtigte hatten gegen den Zusammenschluss gestimmt. Fünf Wähler weniger, 348, hatten hingegen mit “Ja” votiert. Das Landeskriminalamt übernahm daraufhin die Ermittlungen. Staatsanwaltssprecher Hansjörg Mayr sagte am Mittwoch gegenüber der APA, dass diese Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien.

Der WWF nahm das Aus der Gletscher-Ehe zum Anlass, einen “Gletscherschutz ohne Ausnahmen” zu fordern. Das Gebiet müsse nun in das Schutzgebiet “Ruhegebiet Ötztaler Alpen” eingegliedert werden, sagte Ann-Kristin Winkler, Alpenschutzsprecherin des WWF Österreich. Es brauche außerdem “naturverträgliche Konzepte für den Tourismus”. Der WWF wies darauf hin, dass heutige Gletschergebiete in Zukunft wichtige Rückzugsareale für kälteangepasste Tier- und Pflanzenarten sein werden, die aufgrund des Temperaturanstiegs in höhere Gebiete ausweichen müssen. Zudem sind unverbaute Freiräume auch für die Menschen wichtige Erholungsräume.

Von: apa

Kommentare

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4 Kommentare auf "Behörde besiegelt Ende von Tiroler Gletscher-Ehe"


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Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
16 Tage 11 h

Auch wenn ich dieses Foto erst vor Kurzem gesendet habe und es kaum Beachtung fand. Hier nochmals ein Blick auf das ehemalige SOMMERskigebiet Schnalstaler “Gletscher” bzw. das, was nach dem Sommer noch übrig war😭. 1 !! Tag vor der Saisoneröffnung wurde der Schnee aus dem “Depot” mittels Pistenraupen am Hang verteilt…

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
16 Tage 7 h

Wie hohl muss man in der 🍐 sein, um bei diesem Foto und der Erklärung dazu 👎 zu drücken. Das ist doch ein Anblick, welcher im höchstem Maße traurig macht und zum Weinen ist….

Zugspitze947
16 Tage 14 h

Sehr gute Entscheidung ! Hoffentlich bleibt auch die Erweiterung Kaunertal mit Langtaufers endgültig begraben ! 😝👌 Es gibt jetzt schon viel zu VIELE Bahnen  und Lifte: ES REICHT 😡👌😢

schlauer
schlauer
Tratscher
16 Tage 23 h

Sehr erfreuliche Nachricht!! Kann man nur hoffen dass auch die geplante Erweiterung des Skigebietes Gitschberg und die Rodung des Brixner Auwaldes mit seinen gigantischen Schwarzpappeln für ein 3D-BETON-Drucker Industriegebäude der Firma Progress von der Landesregierung abgelehnt werden👍

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