Ergebnis zum 30. Juni 2022 verabschiedet

Bestes Halbjahr in der Geschichte der Sparkasse hinsichtlich Rentabilität

Freitag, 05. August 2022 | 12:33 Uhr

Bozen – Die Ergebnisse des ersten Semesters 2022 zeigen ein weiteres Wachstum im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres auf, in dem bereits Rekordergebnisse erzielt wurden: Der Gewinn auf individueller Ebene beläuft sich auf 43,7 Millionen Euro und ist das beste Halbjahresergebnis aller Zeiten, während das Ergebnis auf konsolidierter Ebene, einschließlich der Posten, die sich aus der Übernahme der CiviBank ergeben, 154,8 Millionen Euro beträgt. Ohne diese Einmaleffekte würde letzteres 46 Millionen Euro betragen.

Der Verwaltungsrat der Südtiroler Sparkasse hat heute unter dem Vorsitz von Gerhard Brandstätter die Ergebnisse zum 30. Juni 2022 genehmigt. Das Gruppenergebnis für das erste Halbjahr 2022 beinhaltet außerordentliche Posten, die sich aus der Übernahme der CiviBank ergeben, die nun Teil der Gruppe ist. Um die Vergleichbarkeit der Zahlen mit jenen des Vorjahres zu gewährleisten, erfolgt die Präsentation der Daten im Folgenden ohne die oben erwähnte Veränderung des Umfangs der Gruppe. Zudem werden die ausgewiesenen außerordentlichen Posten separat aufgezeigt.

Die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2022 profitierten vom Anstieg der Kernerträge (+15,3Prozent) und von der hervorragenden Entwicklung des Zinsertrags (+25,3 Prozent), der von der ausgezeichneten Kuponrendite der inflationsgebundenen Komponente des eigenen Wertpapierportfolios unterstützt wurde.

Die Provisionserträge blieben stabil und bestätigten, wie im gleichen Vorjahreszeitraum, ihren wichtigen Beitrag zur Rentabilität. Die Sparkasse schließt das erste Halbjahr mit einem Gewinn auf individueller Ebene von 43,7 Millionen Euro (+3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum) ab.

Das Ergebnis auf konsolidierter Ebene beläuft sich auf 154,8 Millionen Euro. Ausgenommen die einmaligen Posten aus der Übernahme der CiviBank, würde das Ergebnis 46 Millionen Euro betragen (+10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum).

Entwicklung der Vermögenswerte der Individualbilanz

• Die Summe der Ausleihungen an Kunden stieg leicht von 6,65 Milliarden Euro auf 6,70 Milliarden Euro (+0,7 Prozent) an, was die Fähigkeit der Bank unterstreicht, die Wirtschaft im Einzugsgebiet zu unterstützen.

• Die direkten Kundeneinlagen sind ebenfalls gewachsen, von 7,77 Milliarden Euro auf 7,91 Milliarden Euro, ein Plus von 1,7 Prozent, ein großer Vertrauensbeweis der Kunden gegenüber der Sparkasse.

• Die Beratungstätigkeit entwickelt sich aktiv, wobei sich die Nettozuflüsse neuer Kundenanlagen ins Vermittlungsgeschäft auf 120,4 Millionen Euro beliefen. Die Volumina im Vermittlungsgeschäft belaufen sich auf 2,0 Milliarden Euro. Trotz positiver Zeichnungsflüsse verringerte sich dieses um 6,4 Prozent, was auf die Volatilität auf den Finanzmärkten und die Preiskorrekturen bei einigen Anlageklassen zurückzuführen ist. Der langfristige Trend ist weiterhin äußerst positiv und zeigt ein Wachstum von 21,4 Prozent im Vergleich zu Ende 2019 auf.

Wichtigste Kennzahlen Individualbilanz

• Die Kreditrisiken gingen weiter zurück: Die Kennzahl NPL Ratio brutto beträgt 3,7 Prozent und die NPL Ratio netto 1,3 Prozent. Damit gehört die Sparkasse, auch unter Berücksichtigung des hohen Deckungsgrades von 66,6 Prozent, zu jenen Banken in Italien, die am geringsten den Kreditrisiken ausgesetzt sind. Das Niveau der Rückstellungen zählt zu den höchsten im gesamten italienischen Bankensystem.

• Weitgehende Stabilität der Eigenkapitalkennzahlen trotz der Verschärfung der Übergangsbestimmungen: Die harte Kernkapitalquote (CET1-Ratio) (phased in) beläuft sich, ohne CiviBank, auf 14,80 Prozent gegenüber den 14,86 Prozent zum 31.12.21, mit einem Kapitalüberschuss von etwa 685 Basispunkten gegenüber den aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen (SREP-Limits).

• Die operative Effizienz der Gruppe ist zufriedenstellend. Die Cost Income Ratio verringerte sich von 60,77 Prozent zum Jahresende 2021 (ausschließlich der einmaligen Posten) auf 58 Prozent.

• Deutliche Zunahme der Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio) von 196 Prozent zum Jahresende 2021 auf 221 Prozent zum 30. Juni 2022.

Wichtigste Kennzahlen zur Größe der neuen Bankengruppe

• Der Bestand an Bruttoausleihungen an Kunden der neuen Gruppe, einschließlich CiviBank, beträgt 10,1 Milliarden Euro.

• Die direkten Kundeneinlagen belaufen sich auf 12,0 Milliarden Euro.

• Das Vermittlungsgeschäft beziffert sich auf 2,8 Milliarden Euro. • Die Bilanzsumme der Gruppe beläuft sich auf 17,3 Milliarden Euro.

• In der ersten Jahreshälfte wurden mittel- und langfristige Finanzierungen in Höhe von insgesamt 1.016 Millionen Euro vergeben, davon 696 Millionen Euro an Unternehmen und 320 Millionen Euro an private Haushalte.

• Die neue Gruppe hat mehr als 300.000 Kunden und das gesamte Vertriebsnetz umfasst 170 Filialen.

Konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung der Gruppe

(Es wird festgehalten, dass die Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf das konsolidierte Ergebnis der Gruppe zum 30.06.2022 beziehen, bei den einzelnen Posten nicht den wirtschaftlichen Beitrag der übernommenen Bank, CiviBank, beinhalten, ausgenommen die Komponente „Badwill“).

Das Ergebnis auf konsolidierter Ebene beläuft sich auf 154,8 Millionen Euro und beinhaltet die Badwill-Komponente von 108,8 Millionen Euro. Ohne diese beträgt der Halbjahresgewinn 46,0 Millionen Euro.

• Der Zinsertrag ist auf 93,8 Millionen Euro, gegenüber 74,9 Millionen Euro zum 30. Juni 2021, angestiegen (+25,3 Prozent). Der Beitrag der Kuponkomponente des Wertpapierportfolios war hervorragend, ebenso wie die Vergütung aus den TLTRO-III-Finanzierungen.

• Die Provisionserträge belaufen sich auf 45,5 Millionen Euro und entsprechen im Wesentlichen dem Wert des Vorjahreszeitraums (-0,9 Prozent).

• Das Finanzergebnis beträgt 5,1 Millionen Euro und ist begünstigt von der Neubewertung der von der Sparkasse vor dem Übernahmeangebot gehaltenen CiviBank-Aktien. Negativ wirkten sich jedoch Wertberichtigungen auf Wertpapiere aus, die zum fair value (Marktwert) beziffert werden müssen und bei denen es sich hauptsächlich um Anteile in Investmentfonds handelt. Die Gegenüberstellung mit dem Wert zum 30. Juni 2021 ist daher negativ, dies ist zurückzuführen auf erhebliche außerordentliche Posten im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

• Die Nettoauflösungen der Abschreibungen von Kreditrisiken belaufen sich auf +5,4 Millionen Euro (positives Ergebnis), zurückzuführen auf Auflösungen von einigen Positionen mit hohen Beträgen.

• Die Betriebskosten betragen 87,6 Millionen Euro (ohne die Badwill-Komponente), davon entfallen vier Millionen Euro auf die Transaktion der Übernahme. Die Personalkosten belaufen sich auf 47,9 Millionen Euro und die weiteren Verwaltungsspesen auf 39,4 Millionen Euro. Die Nettowertberichtigungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beziffern sich auf 8,7 Millionen Euro.

• Die Nettorückstellungen auf Fonds für Risiken und Aufwendungen betragen 0,2 Millionen Euro.

Wichtigste Kennzahlen der neuen Bankengruppe

• Die Kennzahl NPL Ratio brutto beträgt 5,0 Prozent und die NPL Ratio netto 1,8 Prozent (Summe der zwei Banken).

• Der Deckungsgrad der Kreditrisiken liegt bei 64,5 Prozent. Dieses Gesamtniveau ist besonders hoch und liegt über dem Durchschnitt vergleichbarer Bankengruppen. Es ergibt sich aus der Erhöhung der Wertberichtigungen für Kreditrisiken von insgesamt 39 Millionen Euro, von Seiten der CiviBank. Ein möglicher Verkauf von notleidenden Krediten von Seiten der CiviBank wird derzeit geprüft und könnte in der zweiten Jahreshälfte, ohne besondere Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung der Gruppe, erfolgen.

• Die harte Kernkapitalquote (CET1-Ratio) (phased in) beläuft sich, nach der Übernahme, zum 30.06.2022 auf 12,73 Prozent, mit einem Kapitalüberschuss von etwa 478 Basispunkten gegenüber den aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen (SREP-Limits).

• Das Cost Income Ratio zeigt eine gute Leistungsfähigkeit auf und liegt bei 56,9 Prozent.

• Die Liquiditätsdeckungsquote weist mit einem Liquidity Coverage Ratio von 207Prozent zum 30. Juni 2022 ein hohes Niveau auf.

Negativer Geschäftswert (Badwill):

108,8 Millionen Euro wurden als badwill verbucht, der sich aus der vorläufigen Kaufpreisallokation (Purchase Price Allocation – PPA) gemäß IFRS 3 “Unternehmenszusammenschlüsse” in Bezug auf den im Juni 2022 durchgeführten Erwerb der Banca di Cividale S.p.A. ergab. Der PPA-Prozess unter den zum fair value bewerteten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die Gegenstand des Erwerbs sind, ergab einen Betrag von 21,6 Millionen Euro vor Steuern.

Zu den wichtigsten Effekten zählen ein unter dem erworbenen Buchwert liegender fair value für notleidende Kredite in Höhe von 12,7 Millionen Euro und ein über dem erworbenen Buchwert liegender fair value für ordnungsmäßig bediente Kredite (in bonis) in Höhe von 23,4 Millionen Euro. Hinsichtlich Wertpapierportfolio wurde der Bilanzwert um 24,2 Millionen Euro reduziert, um ihn an den fair value anzupassen. Darüber hinaus wurde der Buchwert der sich im Eigentum befindlichen Immobilien an den fair value angeglichen, was zu einer Berichtigung von 14,6 Millionen Euro führte.

Da die CiviBank eine schrittweise Anpassung und Angleichung an die Richtlinien für Wertberichtigungen auf wertgeminderte Positionen eingeleitet hat, wurden in deren Halbjahresbilanz die Wertberichtigungen für Kreditrisiken zum 30. Juni 2022 um insgesamt 39 Millionen Euro erhöht. Darüber hinaus wurden Wertberichtigungen auf Immobilienvermögen in Höhe von 5 Millionen Euro vorgenommen.

Präsident Gerhard Brandstätter erklärt: „Das erste Halbjahr 2022 stellt für unsere Sparkasse in mehrerlei Hinsicht einen bedeutenden Moment dar. Die wichtigsten Kennzahlen konnten verbessert werden und besonders beim Halbjahresergebnis wurde eine neue Rekordhöhe erreicht. Darüber hinaus war das erste Semester von der außerordentlichen Operation der Übernahme der CiviBank geprägt. Von dieser Basis ausgehend, wollen wir uns in Zukunft, durch Wachstum auf Gruppenebene, mit gesteigerter Effizienz und Entwicklungspotential auf dem Markt im Nordosten weiter konsolidieren. Dort nehmen wir nun eine hervorragende Position nach den vier größten nationalen Bankengruppen ein. In Südtirol und im Trentino hingegen festigen wir unsere Rolle als wichtigste Bank der Region”.

Vizepräsident Carlo Costa ergänzt: „Der Verwaltungsrat verfolgt seit Jahren das Ziel, die Bank zu stärken, die Ergebnisse zu verbessern und eine nachhaltige Zukunft zu sichern – zum Nutzen von Aktionären, Kunden, Mitarbeitern und ganz allgemein der Gemeinschaften, im Einzugsgebiet der Sparkasse. Diese Halbjahresergebnisse bestätigen einmal mehr unsere Fähigkeit, diese Ziele zu erreichen.”

Der Beauftragte Verwalter und Generaldirektor Nicola Calabrò unterstreicht: „Hinter diesen Ergebnissen steht die wichtige Arbeit des gesamten Teams, das die Sparkasse Jahr für Jahr zu einer stärkeren und effizienteren Bank gemacht hat. Die neue Größe der Gruppe bietet die Möglichkeit, dank Synergien, weiter zu wachsen, und Skaleneffekte zu nutzen, die mit der Übernahme der CiviBank erzielt werden können. Unsere Kunden werden auch von zusätzlichen Investitionen zur Optimierung der Beratungs- und Servicedienstleistungen profitieren. Unsere Stärke ist nach wie vor die Beziehung zu den Kunden, die zukünftig auch entscheiden können, ob sie die Dienstleistungen in den Filialen oder mittels Fernberatung in Anspruch nehmen möchten.”

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz