Leichtes Wachstum möglich - abhängig von Entwicklungen

BIP in Südtirol: Unsicherheit für 2022 und 2023

Mittwoch, 13. April 2022 | 11:24 Uhr

Bozen – Ausgehend von der gegenwärtigen Lage veröffentlicht das Landesinstitut für Statistik ASTAT die aktualisierten Schätzungen und Prognosen des Südtiroler Bruttoinlandsprodukts für die Jahre 2021, 2022 und 2023 sowie der Konsumausgaben der privaten Haushalte für 2021 und 2022 in Südtirol.

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Nach einer teilweisen wirtschaftlichen Erholung infolge der Verbesserung der Situation in Bezug auf die Pandemie seit der zweiten Jahreshälfte 2021, trägt die internationale geopolitische Krise aufgrund des Krieges in der Ukraine zu einer immer noch sehr unsicheren Wirtschaftslage bei. Der Konflikt heizt die ohnehin schon hohe und von den steigenden Energiepreisen angetriebene Inflation weiter an.

BIP 2022 wird für Italien und EU-27 nach unten korrigiert

Sowohl das Nationalinstitut für Statistik (ISTAT) als auch das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) korrigieren die Schätzungen des Bruttoinlandsprodukts (BIP)(1) für das Jahr 2022, infolge des Kriegsausbruchs in der Ukraine und des damit verbundenen Energiepreisschocks, nach unten. Das ISTAT senkt die Veränderung des BIP des Jahres 2022 gegenüber 2021 um 0,7 Prozentpunkte auf +2,3 Prozent. Eurostat teilt hingegen mit, dass das Wachstum im Jahr 2022 geringer ausfallen würde als die ursprünglich geschätzten vier Prozent. Für Österreich und Deutschland sind noch keine Anpassungen veröffentlicht worden.

Die Prognosen für 2023, welche von +2,3 Prozent auf gesamtstaatlicher Ebene bis zu +2,8 Prozent für die EU-27 reichen, sind daher ebenfalls vorläufig und stark an das Ergebnis von 2022 gebunden.

Im Jahr 2021 verzeichnet Italien unter den betrachteten Gebieten den höchsten Anstieg des BIP (+6,6 Prozent) im Vergleich zu 2020. Das sehr niedrige reale Wachstum in den Jahren vor der Pandemie und das größere Ausmaß des Einbruchs im Jahr 2020 führen jedoch dazu, dass sich die Wirtschaft in Italien wesentlich langsamer erholt als in den anderen Gebieten.

Verhaltene Erholung des Südtiroler BIP im Jahr 2021, Unsicherheit für 2022 und 2023

Nach dem Rückgang des Südtiroler BIP im Jahr 2020 (-9,0 Prozent), der dem Verlust auf nationaler Ebene (-8,9 Prozent) entspricht, wird geschätzt, dass sich das reale BIP im Jahr 2021 um sechs bis sieben Prozent erholen wird. Das Wachstum ist auf die starke Erholung des Tourismus und der Wirtschaft insbesondere ab der zweiten Hälfte des Jahres 2021 zurückzuführen.

Auch auf lokaler Ebene herrscht für 2022 große Unsicherheit. Der Konflikt in der Ukraine und die daraus resultierende geopolitische Krise könnten sich stark auf die lokale Wirtschaft auswirken. Unter Berücksichtigung einer geringen Auswirkung gehen erste Schätzungen davon aus, dass sich das reale BIP Südtirols im Jahr 2022 um 2,5 bis 3,5 Prozent verändern würde. Weitere Überarbeitungen können nur in Abhängigkeit von der Entwicklung der noch sehr unsicheren Lage vorgenommen werden.

Für das Jahr 2023 wird in einer ersten Prognose ein Wachstum zwischen 3,5 und 4,5 Prozent erwartet.

Teilweise Erholung der Konsumausgaben der privaten Haushalte in Südtirol im Jahr 2021

Nach dem Einbruch im Jahr 2020 (-16,7 Prozent), der weit über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt (-11,5 Prozent) liegt, dürften sich die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Jahr 2021 mit einer Veränderung zwischen sieben und acht Prozent teilweise erholen.

Für das Jahr 2022 wird in einer ersten Schätzung ein Wachstum der Konsumausgaben der privaten Haushalte zwischen sechs und sieben Prozent erwartet.

Von: luk

Bezirk: Bozen