Blase schrumpft

Bitcoin setzt Talfahrt ungebremst fort

Dienstag, 06. Februar 2018 | 11:15 Uhr

Die umstrittene Kryptowährung Bitcoin verliert weiter rapide an Wert. Am Dienstag fiel die älteste und bekannteste Digitaldevise auf der großen Handelsplattform Bitstamp erstmals seit November unter die Marke von 6.000 US-Dollar (4.823,15 Euro). Im Tief wurden 5.920 Dollar erreicht. Seit Jahresbeginn hat der Bitcoin mehr als die Hälfte seines Werts verloren.

Andere Digitalwährungen wie Ether, Ripple oder Litecoin gaben ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich nach. Von dem rasanten Kursanstieg, den viele der aktuell rund 1.500 Kryptowährungen 2017 vollzogen hatten, ist mittlerweile ein großer Teil ausradiert. Der Bitcoin etwa hatte erst Mitte Dezember ein Rekordhoch von fast 20.000 Dollar erreicht. Seither jedoch ging es fast durchgängig bergab.

Auslöser des Kurssturzes sind zum einen bei den Digitalwährungen selbst zu finden. Dazu gehören vor allem zunehmende Regulierungsbestrebungen des bisher unregulierten Handels mit Kryptowährungen und immer wieder Hackerangriffe auf größere Handelsbörsen. Verstärkt wird die schlechte Stimmung durch die aktuell starken Kursrückgänge an den internationalen Aktienmärkten. Riskante Anlagen, zu denen auch virtuelle Devisen gezählt werden, werden dadurch belastet.

Erst am Montag hatte Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), eine Warnung ausgesprochen: “Digitalwährungen sollten als sehr riskante Wertanlagen betrachtet werden”, sagte er vor dem EU-Parlament in Straßburg. Die Bankenaufsicht der EZB untersuche die Risiken der Digitalwährungen. Die Banken der Eurozone hielten jedoch keine relevanten Bestände an Bitcoins, versicherte Draghi.

Die Meinungen zu Digitalwährungen gehen grundsätzlich stark auseinander: Befürworter preisen den technischen Fortschritt und schätzen die Unabhängigkeit von staatlicher Kontrolle. Kritiker monieren, bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen handle es sich nicht um Währungen im klassischen Sinne, weil zentrale Eigenschaften wie Wertstabilität fehlten. Außerdem wird die hohe Missbrauchsgefahr aufgrund der Anonymität des Zahlungsprozesses moniert.

Von: APA/dpa

Kommentare

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4 Kommentare auf "Bitcoin setzt Talfahrt ungebremst fort"


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Kiki
Kiki
Grünschnabel
14 Tage 5 h

Ist ja nur virtuelle Währung. Strom abschalten und der Bitcoin ist hin.

Dagobert
Dagobert
Superredner
14 Tage 5 h

Wo bleiben die Kommentare der Bitcoin “Neureichen”?

Gredner
Gredner
Superredner
14 Tage 3 h
Der Bitcoin hat auf voller Linie enttäuscht: – als Zahlungsmittel ungeeignet: zu hohe Kosten, zu lange Transaktionen – praktisch niemand akzeptiert mehr Bitcoins (dir grossen haben sich aus obgenannten Gründen zurückgezogen und die Kleinen haben so gut wie noch nie Bitcoins kassiert) – nicht mal als Wertanlage dient der Bitcoin, da der Wert ständig sinkt – anonym ist der Bitcoin auch nicht: die Bewegungen sind an ein Pseudonym gebunden, und sobald die Bitcoins in verkauft werden kann ein Bezug zu einer echten Person hergestellt werden. Da in der Blockchain ALLE Bewegungen eines Psedonyms auf alle Ewigkeit gespeichert werden, kennt man… Weiterlesen »
Gredner
Gredner
Superredner
14 Tage 3 h

…und das grösste Desaster ist der horrende Stromverbrauch. Es gibt verschiedene Minig-Geräte zu kaufen, mit denen man Coins “minen” kann. Die Stromrechnung wird dadurch aber deutlich schneller anschwellen als die Geldtasche. Praktisch keines der Geräte lohnt sich in 100.000 Jahren beim aktuellen Preis Strompreis. Aber solange Hotel Mama die Stromrechnung begleicht, erkennen die Kids wohl nicht den Schadedn den sie da anrichten.

Trauriger Nebeneffekti ist, dass die Preise der Grafikkarten deswegen um durchschnittlich 200 Euro gestiegen sind. Wer sich nun einen neuen PC kaufen will, muss also deutlich tiefer in die Tasche greifen.

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