Freiheitliche Landtagsanfrage

Blaas: Technisch-naturwissenschaftliche Studien in Italien nicht beliebt

Mittwoch, 23. September 2015 | 15:41 Uhr

Bozen – Technische und naturwissenschaftliche Fachrichtungen an italienischen Universitäten können sich bei Südtiroler Studenten keiner großen Beliebtheit erfreuen. Dies geht aus der Antwort von Landesrätin Waltraud Deeg auf eine Anfrage des Freiheitlichen Landtagsabgeordneten Walter Blaas hervor. Letzterer erkundigte sich über allgemeine bildungsrelevante Zahlen in Südtirol.
 
Im Studienjahr 2012/13 besuchten demnach lediglich 8,1 Prozent der Südtiroler Studenten in Italien eine technische und nur 6,4 Prozent eine naturwissenschaftliche Studienfachrichtung. Ebenso wenig waren es im Studienjahr zuvor. Demgegenüber ist der Anteil an den österreichischen Universitäten höher. Hier besuchten 2012/13 16,4 Prozent der Südtirol Studenten eine technische und 19,5 Prozent eine naturwissenschaftliche Fachrichtung. Im Studienjahr zuvor waren es ebenso viele. Während sich der Anteil von technischen und naturwissenschaftlichen Südtiroler Studenten also in Österreich in einem normalen Bereich befindet, ist er in Italien äußerst niedrig.
 
Weiters geht aus dem Antwortschreiben von Deeg hervor, dass im Jahr 2011 2.204 Südtiroler Studenten ihr Universitätsstudium in Italien bzw. Österreich abgeschlossen haben. Dies entspricht einem prozentuellen Anteil an der Gesamtbevölkerung Südtirols von 0,4 Prozent. Im darauffolgenden Jahr 2012 waren es 2.269 Südtiroler und somit ebenfalls 0,4 Prozent. Die Zahl der Südtiroler, die einen Studienabschluss besitzen, lag im Jahr der Volkszählung 2011 bei 44.636, was 8,9 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht.
 
Rund 96 Prozent der Absolventen von Südtiroler Hochschulen (Uni Bozen) werden auch in Südtirol erwerbstätig. Fast ebenso hoch ist mit 90 Prozent der Anteil der Südtiroler, welche in der näheren Umgebung von Südtirol (Uni Innsbruck, Trient und Verona) ihr Studium abschließen und anschließend nach Südtirol zurückkehren. Etwas geringerer fällt der Anteil an Rückkehrern mit 85 Prozent bei Absolventen von anderen italienischen Universitäten wie Mailand, Bologna u. a. aus. Am geringsten ist Rückkehrer-Quote mit 56 Prozent bei Absolventen von anderen österreichischen Universitäten.

Von: ©mk