Bis Mitte April wird die Fertigung eingestellt

BMW, Toyota, Tesla und Porsche unterbrechen Autoproduktion

Mittwoch, 18. März 2020 | 14:53 Uhr

Nach Volkswagen und Daimler setzen auch BMW, Nissan, Porsche und Toyota ihre Produktionen in Europa aus. BMW unterbricht wegen der Coronavirus-Pandemie bis Mitte April seine Autoproduktion, und zwar in Europa und Südafrika. Toyota fährt ebenfalls die Fertigung in seinen Fahrzeug- und Motorenwerken schrittweise herunter. Auch Tesla stellt seine Produktion in Kalifornien vorübergehend ein.

“Ab heute fahren wir unsere europäischen Automobilwerke und das Werk Rosslyn in Südafrika herunter”, sagte BMW-Vorstandschef Oliver Zipse am Mittwoch. Die Produktionsunterbrechung sei bis voraussichtlich 19. April geplant, so Zipse. Auch das BMW-Werk in Steyr ist davon betroffen. Am Mittwoch wurde begonnen, die Produktion herunterzufahren. Ein Unternehmenssprecher ergänzte, die Motorradproduktion in Berlin werde bis auf Weiteres fortgesetzt.

Auch der Sportwagenbauer Porsche stoppt seine Produktion. Das Stammwerk in Zuffenhausen sowie das Werk in Leipzig bleiben ab diesem Samstag zunächst für zwei Wochen geschlossen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Primär gehe es um den Schutz der Belegschaft, darüber hinaus gebe es inzwischen aber auch Engpässe in den globalen Lieferketten, die eine geordnete Produktion nicht mehr zuließen. “Die tatsächlichen Folgen sind noch nicht absehbar. Für Prognosen ist es deshalb zu früh. Klar ist, dass 2020 ein sehr herausforderndes Jahr wird”, sagte Vorstandschef Oliver Blume.

Angesichts der rasanten Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie in einigen europäischen Ländern und den damit verbundenen Maßnahmen der Behörden zu deren Eindämmung seien die Absatzaussichten ungewiss, teilte die Europa-Zentrale des japanischen Autobauers Toyota am Mittwoch in Brüssel mit. Toyota habe daher entschieden, die Fertigung in seinen Fahrzeug- und Motorenwerken schrittweise herunterzufahren. Betroffen seien Standorte in Frankreich, Großbritannien, Polen, der Tschechischen Republik und der Türkei.

Toyota begründete den Schritt sowohl mit den Folgen der Pandemie auf die Teileversorgung der Fabriken und zunehmenden Problemen in der Logistik als auch mit dem Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter. Die Versorgung mit Ersatzteilen für Kundenfahrzeuge solle aufrechterhalten bleiben. Ebenso würden Arbeiten fortgeführt, die für einen reibungslosen Neustart der Produktionsbänder und die künftige Tätigkeit der Werke wichtig seien. Neue Fahrzeugprojekte würden mit dem notwendigen Personal ebenfalls weitergeführt.

Auch Nissan folgt dem Beispiel der anderen Autobauer. Betroffen seien die Werke in Europa und Indonesien, teilte der Konzern am Mittwoch mit. In Nordamerika liefen die Bänder indes weiter. Der US-Autobauer Ford stoppt ebenfalls vorübergehend die Produktion in Kontinentaleuropa.

Die Coronavirus-Pandemie zwingt unterdessen auch den US-Elektroautopionier Tesla zum vorübergehenden Einstellen der Produktion. Die Behörden in Kalifornien verhängten für die ganze Region ab Dienstag eine dreiwöchige Ausgangssperre, nach der nur die notwendigsten Aktivitäten erlaubt sind. “Tesla ist nach der Gesundheitsanweisung des Alameda Counties kein wesentliches Geschäft”, sagte ein Sprecher des Sheriffs am Dienstag (Ortszeit).

Die Tesla-Fabrik in Fremont hat mehr als 10.000 Beschäftigte und fährt gerade die Produktion des neuen SUV-Modells Y hoch, von dem sich Tesla-Chef Elon Musk einen hohen Absatz erhofft. Tesla war schon von einer zehntägigen Schließung seiner Fabrik in Shanghai betroffen. Die Autobauer weltweit fahren die Produktion herunter wegen der Ansteckungsgefahr für die Beschäftigten. Mittlerweile fehlen aber auch Teile von den Zulieferern.

Von: APA/ag.