Es gibt Geld für Entrindungen

Borkenkäfer: Neue Mittel für weitere Gegenmaßnahmen

Dienstag, 27. September 2022 | 15:51 Uhr

Bozen – Der Borkenkäfer breitet sich weiter in Südtirols Wäldern aus. Um Schädlingsverbreitung einzudämmen, gibt es jetzt zusätzlich zu Beiträgen für Fangbäume und Ablängungen auch Geld für Entrindungen.

­Die Landesregierung hat am heutigen Dienstag (27. September) auf Vorschlag von Forst- und Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler  einen Zusatz zu den im Februar verabschiedeten Richtlinien für die Gewährung von Zuschüssen für Maßnahmen zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten bei Waldbäumen genehmigt. Wie Schuler mitteilt, “hat sich das Borkenkäferaufkommen in Südtirols Wäldern jüngst deutlich verschärft. Deshalb sind weitere Maßnahmen zur Bekämpfung dringend notwendig”.

Der Borkenkäfer ist ein Schädling, der vor allem frische, liegende Bäume oder abgeschwächte, stehende Fichten befällt. Mittlerweile sind in einigen Gegenden sehr viele Bäume befallen, so dass sogar um die Sicherheit von Straßen Sorge besteht. Aus diesem Grund wird die Bekämpfung des Borkenkäfers als wichtige Maßnahme über den Schutz des Waldes hinaus betrachtet. Bereits mitfinanziert werden Fangbäume – eine Maßnahme, die vor allem im Frühling positive Effekte zeigt. Ebenfalls bereits mit Beiträgen unterstützt wird die Ablängung von Bäumen.

Genehmigt hat die Landesregierung heute, dass es für Entrindungen ebenfalls Beiträge gibt, und zwar 40 Euro pro Stamm. “Das ist eine Alternative zu den Schadholzprämien, auf welche Waldbesitzer zurückgreifen können”, erläutert Günther Unterthiner, Direktor der Landesabteilung Forstwirtschaft. Waldbesitzer, die einen Befall in entlegenen Gegenden feststellen, können die Bäume entrinden und so dem Borkenkäfer seine Nahrung entziehen. “Diese Bäume bleiben im Wald liegen – im Unterschied zum Schadholz, für das es höhere Prämien gibt, nämlich 9 bis 15 Euro pro Kubikmeter. Der Abtransport der Bäume muss aber erfolgen”, erklärt Unterthiner.

Die heute von der Landesregierung beschlossenen Beiträge sind Teil eines umfangreichen Gesamtpakets an Maßnahmen gegen den Borkenkäfer, das demnächst in einer eigenen Pressekonferenz vorgestellt werden wird.

Anhörungen zum Borkenkäfer im Landtag

Der II. Gesetzgebungsausschuss hat beschlossen, demnächst zwei Anhörungen zum Thema Borkenkäfer abzuhalten.

Die erste Anhörung, zu der die „Arbeitsgruppe Borkenkäfer“ der Abteilung Forstwirtschaft eingeladen wird, findet am 21. Oktober statt. Zur zweiten Anhörung, die am 23. November stattfinden soll, werden Expertinnen und Experten aus Deutschland und der Schweiz bzw. Österreich eingeladen.

„Die Situation in Südtirol ist derzeit  dramatisch“, erklärt Ausschussvorsitzender Franz Locher, „überall sind vom Borkenkäfer befallene Bäume sichtbar. Die Trockenheit seit Frühjahr und die extreme Hitze im Sommer haben zu einer Zunahme des Phänomens in allen Tälern geführt.“ Von den Experten will der Ausschuss nun die Situation und die Erfahrungen in ihren Ländern hören.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare
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PuggaNagga
1 Monat 30 Tage

Das hättet ihr letztes Jahr anfangen sollen
Es wird nichts getan obwohl von Bauern gewarnt!
Jetzt ist es zu spät!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 29 Tage

Klimaschützer haben vor Jahren gewarnt! Hast du da dein Verhalten geändert? Hast du dein Proleten Auto verkauft und was umweltschonenderes angeschafft? Grün gewählt?

Ratziputz
Ratziputz
Tratscher
1 Monat 30 Tage

Da sind wir viel zu spät dran und möchte sehen, wo die benötigten Waldarbeiter aufzutreiben sind😏

trutschko
trutschko
Neuling
1 Monat 30 Tage

muß es immer nur Geld geben um das getan wird!sehr traurig,wenn einer seinen Wald nicht zu schätzen weiß ,dann soll er ihn verkaufen/ verschenken…,wo soll das hinführen!🤦

der.schon.wieder
der.schon.wieder
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

Ich kann Dir ein paar Borkenkäferfichten schenken.
Kannst Du gerne selber rausmachen, dann siehst Du mal was das für eine Arbeit ist. Und bei mir ist es flach, also nicht so schlimm wie im Bergwald.

Schnauzer
Schnauzer
Superredner
1 Monat 30 Tage

Ich wollte vorletztes Jahr noch etwas Holz zusätzlich auszeigen lassen so dass sich eine Bahn zum Abtransport des Schadholz rentiert hätte….die Antwort der Förster damals: “Besser die Bäume liegen lassen…. wirtschaftlich unrentabel”
Heute ist der Wald größtenteils braun….

gamer6401
gamer6401
Grünschnabel
1 Monat 30 Tage

Keine Chance mehr, da müsste man schon das Militär zum entrinden einsetzten. 

brutus
brutus
Superredner
1 Monat 29 Tage

…zuerst braucht es fünf Lokalaugenscheine und zehn Formulare bevor der Waldbesitzer handeln kann! …jetzt wo Feuer am Dach ist sollte alles auf einmal saniert werden!
Eine typische Folge der Beamten- und Bürotischwirtschaft!

leolee
leolee
Tratscher
1 Monat 29 Tage

Dank der Forstbehörde sind wir 40 jahren zuspät dran .
hätten sie damals ordentlich hacken lassen,
hätten wir heute das Probleme nicht.
da auch der Holzpreis dementsprechende war.
aus lauter Missgunst wurde das von den Förstner erfolgreich verhindert .
.

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