AlmaLaurea veröffentlicht zum siebten Mal Bericht

Bozner Uni-Absolventen sind von Arbeitslosigkeit nicht betroffen

Mittwoch, 14. September 2022 | 11:34 Uhr

Bozen – Hochgradig spezialisiert, von Arbeitslosigkeit nicht betroffen, hauptsächlich im öffentlichen Sektor beschäftigt und sehr zufrieden mit ihrem Studium – dieses Bild zeichnet der „Bericht 2022 über das Profil und den Beschäftigungsstatus der Doktorand*innen der Freien Universität Bozen“ mit Blick auf die Absolventinnen und Absolventen eines Doktoratsstudiums (PhD) an der unibz.

Die Freie Universität Bozen bietet derzeit neun verschiedene Doktoratsprogramme (im Englischen PhD’s) in Disziplinen an, in denen an der Universität geforscht wird: von der Informatik bis zu den Wirtschaftswissenschaften, von der Pädagogik bis zu Linguistik, Ingenieurwissenschaften mit Fokus erneuerbare Energien, den Umwelt- und Forstwissenschaften und den Lebensmittelwissenschaften und -technologien. Im Rahmen der PhD-Programms wählt die Universität aus den Masterabsolventinnen und -absolventen die Besten für ein weiterführendes dreijähriges Studium aus. In diesen drei vertiefenden Jahren definieren sie wissenschaftliche Forschungsschwerpunkte, die sie nach ihrem Abschluss in öffentlichen wie privaten Forschungseinrichtungen oder in Unternehmen fortführen können.

AlmaLaurea analysiert alljährlich im „Bericht über das Profil und die Beschäftigungssituation von Doktorand*innen” die Leistungen von Doktorandinnen und Doktoranden an italienischen Universitäten und ein Jahr nach ihrem Abschluss ihre Beschäftigungssituation. An der siebten Ausgabe dieses Berichts haben 51 Doktorandinnen und Doktoranden der Freien Universität Bozen teilgenommen.

unibz: Internationaler in Herkunft und Studienlaufbahn

Wer sind die unibz-Doktorandinnen und Doktoranden? Einige Daten skizziert deren Profil: 7,3 Prozent der unibz-Doktoranden haben mit Unternehmen promoviert (Industriepromotion), was dem nationalen Messwert von 7,9 Prozent entspricht; 4,9 Prozent der Doktorandinnen und Doktoranden haben einen doppelten/mehrfachen Abschluss erworben. Die internationale Ausrichtung der unibz spiegelt sich in der nationalen und universitären Herkunft: 9,8 Prozent der Doktorandinnen und Doktoranden erwarben ihren Doktortitel an derselben Universität wie ihren Master- oder Bachelorabschluss (56,7 Prozent im übrigen Italien), 34,1 Prozent der Doktorand*innen haben ihr Grundstudium an einer ausländischen Universität absolviert. 37,3 Prozent der Doktorandinnen und Doktoranden sind ausländische Staatsangehörige (gegenüber 16,2 Prozent an anderen italienischen Universitäten). Studierende, die sich für ein Doktoratsstudium entscheiden, haben im Durchschnitt gute Leistungen in ihrem vorherigen Studium erbracht; 51,9 Prozent der Doktorandinnen und Doktoranden, die in Italien ihren Abschluss gemacht haben, beendeten ihr Masterstudium mit der Höchstpunktezahl 110 cum laude. Das Durchschnittsalter bei der Promotion liegt bei 34,2 Jahren und damit etwas höher als national gemessen (32,6 Jahre).

Ein weiteres Merkmal der unibz-Doktorandinnen und Doktoranden ist, dass sie einen Studien- und Forschungsaufenthalt im Ausland absolvieren: 78 Prozent nutzen diese Möglichkeit im Vergleich zu 50,6 Prozent ihrer Kolleginnen aus dem übrigen Italien. Zudem enden 95,1 Prozent der Promotionen an der unibz mit mindestens einer Veröffentlichung gegenüber 86,6 Prozent im restlichen Staatsgebiet. Schließlich würden sich 31 Prozent wieder für eine Promotion an der unibz entscheiden.

Beschäftigungssituation ein Jahr nach Studienabschluss

Fast die Hälfte aller Befragten entschied sich für ein Doktorat, um ihre Berufsaussichten nach dem universitären Abschluss zu verbessern (43,9 gegenüber 41,1 Italienweit). Unter diesem Gesichtspunkt kann man sagen, dass der Doktortitel ein äußerst wirksames Mittel gegen die Arbeitslosigkeit ist. Die Beschäftigungsquote der 51 Promovierten an der unibz liegt bei 96,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Grundlage der erwerbstätigen Bevölkerung liegt bei null (4,8 Prozent staatsweit). Auch bei den Löhnen weichen die unibz-Absolventinnen und Absolventen leicht vom italienischen Durchschnitt ab: Der monatliche Nettolohn beträgt 1.862 Euro gegenüber 1.784 Euro im nationalen Vergleich. Keiner von ihnen ist jedoch selbständig tätig, 17,9 Prozent verfügen über einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Wo ist ihr Arbeitsgebiet?

75 Prozent der Doktorandinnen und Doktoranden sind im öffentlichen Sektor beschäftigt (65,8 Prozent in Italien), 21,4 Prozent in der Privatwirtschaft und 3,6 Prozent im gemeinnützigen Sektor. Der Dienstleistungssektor absorbiert 96,4 Prozent der Doktorandinnen und Doktoranden (89,7 Prozent in Italien), während die Industrie 3,6 Prozent der Beschäftigten stellt (9,2 Prozent im übrigen Land).

Von: mk

Bezirk: Bozen

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