Großbrand beim Cloudanbieter OVHCloud in Straßburg

Brand bei französischem Cloudanbieter führt zu Datenverlust

Sonntag, 14. März 2021 | 15:16 Uhr

Diese Woche brannte es bei Europas größtem Cloud-Anbieter OVHCloud. Zwei von vier Serverhallen in Straßburg waren betroffen, eine brannte ganz nieder, die andere teilweise. Das betraf bis zu 16.000 Kunden, teilte das Unternehmen selber mit. Laut Medienberichten gingen 3,6 Millionen Webseiten zumindest kurzzeitig offline. Zahlreiche Kunden verloren alle Daten. Denn Backups gab es bei OVH nur gegen Extragebühr – die viele im Glauben an die Sicherheit der Cloud einsparten.

Zu den prominenteren Opfern gehörten das Centre Pompidou, der französische Bitcoinanbieter Coinhouse, die offizielle Webseite der französischen Regierung, data.gouv.fr oder die britische Computerspielfirma Facepunch mit dem Survival-Spiel Rust. Letztere meldete ebenso den Totalverlust ihrer Daten wie die französische Großkanzlei Leroi & Associés.

Nach Angaben der Webseite Journaldunet haben aber auch manche Kunden mit Backup alle Daten verloren. Denn auch die Backup-Server seien in einer anderen Halle des gleichen Datenzentrums gestanden und vom Feuer ebenfalls betroffen. Wie viele Unternehmen ihre Daten endgültig verloren haben wird erst erhoben. OVH hofft, im Laufe der Woche den Kunden an dem Standort wieder Dienste anbieten zu können.

Die 1999 von Octave Klaba gegründete französische OVH, später umbenannt in OVHCloud, hat über 260.000 Server in mehr als zwanzig Rechenzentren und ist europäischer Marktführer im Hosting-Bereich. Das Unternehmen war einer der Hoffnungsträger für eine europäische Antwort auf die Cloudangebote der Internetriesen aus den USA und China.

OVHCloud hatte erst vor kurzem bekanntgegeben den Weg an die Börse anzustreben und dabei auf eine Bewertung mit mehr als einer Mrd. Euro gehofft.

Von: apa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Brand bei französischem Cloudanbieter führt zu Datenverlust"


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Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Grünschnabel
29 Tage 2 h

Back-up-Datensicherung im selben Gebäude? Das hat man mir schon vor fast 40 Jahren als den nicht ganz richtigen Weg für die Datensicherung beigebracht…

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
28 Tage 16 h

Ja, das ist ein typischer Fehler. Schon nach 9/11 musste eine Firme im World-Trade-Center erfahren, dass das Backup im zweiten Turm keine gute Idee war.

Das Backup gehört in eine andere Stadt, man muss bei der Sicherheit an eine Atombombe denken!

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 10 h

Das Problem ist hier etwas sehr gekürzt beschrieben.

Es GIBT die Möglichkeit zu externen Sicherungen, allerdings muss man dafür extra bezahlen und nicht wenige Kunden haben darauf verzichtet.

Es gibt z.B. den Betreiber eines Onlinespiels, der Kunde bei OVH ist.
Während die Spieleserver alle komplett gesichert sind, wurde bei den Spielerprofilen nur sporadisch extern gesichert. Der Fortschritt aller Spieler von gut einer Woche ist verloren.

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