Platter will an Lkw-Blockabfertigungen festhalten

Brenner-Transit: Platter ortet schlechten Stil Deutschlands

Donnerstag, 07. Juni 2018 | 15:34 Uhr

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat das Fernbleiben des deutschen Verkehrsministers Andreas Scheuer (CSU) vom für kommende Woche in Bozen geplanten Brenner-Gipfel als “schlechten Stil” bezeichnet. “Damit ist offensichtlich, dass Deutschland keinerlei Lösungsansätze seit unserem letzten Treffen im Februar gesucht hat”, kritisierte Platter, der sich darüber “schwer verärgert” zeigte.

“Seit Jahren drängen wir auf die Verlagerung auf die Schiene und investieren Milliarden in den Brennerbasistunnel (BBT) und die Zulaufstrecken”, betonte Platter. Deutschland ergehe sich hingegen in Diskussionen, “obwohl in einer Vereinbarung von 2012 zwischen Deutschland und Österreich klar zum Ausdruck kommt, dass der viergleisige Ausbau der Bahn zeit- und fachgerecht auch in Bayern durchgeführt wird”, bemängelte der Tiroler Landeshauptmann.

Passiert sei jedoch “wenig bis gar nichts”. Tirol müsse aber 20 Prozent mehr Lkw-Verkehr allein in den letzten 17 Monaten hinnehmen. “Die deutsche Position lässt nicht nur Überheblichkeit erkennen, sondern zeigt auch, dass für unseren Nachbarn die Verlagerung nicht erwünscht ist und der freie Warenverkehr über allem steht, egal welche schwerwiegenden Konsequenzen für die Tiroler Bevölkerung damit verbunden sind”, kritisierte Platter: “So geht man miteinander nicht um.”

Tirols Landeschef will an den Lkw-Blockabfertigungen weiter festhalten: “Wir haben im Vergleich zum Rekordjahr 2017 eine Steigerung bei den Lkw-Fahrten auf Tirols Autobahnen von weiteren zwölf Prozent, das sind allein bis Mai 108.000 Lkw mehr.” Die Belastungsgrenze für Mensch, Natur und Infrastruktur sei längst überschritten.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bezeichnete das Fernbleiben von Scheuer “bedauerlich”. Gleichzeitig zeigte er “volles Verständnis für die klare Haltung, die Tirols Landeshauptmann Günther Platter in der Transitfrage einnimmt und für die Maßnahmen, die das Bundesland zum Schutz der Bevölkerung umsetzt”. “Österreich, Italien und Deutschland sind gefordert, eine gemeinsame Lösung zu finden, wie die Belastung durch den Transitverkehr für die Menschen gesenkt werden kann”, erklärte der Kanzler. Er hoffe auf einen “baldigen Gipfel mit allen Teilnehmern”, so Kurz.

Der deutsche Verkehrsminister Scheuer hatte am Donnerstag seine Teilnahme am Brenner-Gipfel in Bozen kommende Woche abgesagt. Hintergrund ist der Streit um die Blockabfertigungen in Kufstein, bei der an verkehrsreichen Tagen zeitweise nur 250 Lastwagen pro Stunde aus Deutschland nach Tirol einreisen dürfen.

“Nach dem Gespräch mit Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer wird klar, dass das Land Tirol an einer kurzfristigen Lösung der Verkehrssituation an der deutsch-österreichischen Grenze nicht interessiert ist und an den Belastungen durch die Blockabfertigung festhält”, teilte Scheuers Ministerium in Berlin am Donnerstag mit.

Am 12. Juni wollen sich Spitzenvertreter Deutschlands, Österreichs und Italiens sowie Tirols, Südtirols und aus dem Trentino zum zweiten Brenner-Gipfel in Bozen treffen. Ziel ist es, gemeinsam nach Lösungen zur Eindämmung des ständig wachsenden Transitverkehrs über den Brenner zu suchen. Vor allem soll es um den Ausbau des Güterverkehrs auf der Schiene gehen.

Von: apa

Bezirk: Wipptal

Kommentare

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17 Kommentare auf "Brenner-Transit: Platter ortet schlechten Stil Deutschlands"


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amme
amme
Superredner
17 Tage 6 h

maut an die schweizer Maut am Gotthard koppeln.gleicher preis.Es könnte einfach sein

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
16 Tage 12 h

und wenn diee schweizer dann sehen dass sie den Verkehr abbekommen, erhöhen sie dann wiederun, und es entsteht wieder ein mautpreisunterschied?

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
16 Tage 12 h

und außerdem weist du ja, steigen die transportkosten, egal warum (maut, schiene, staus) wirst du für dein Gemüse auch mehr bezahlen müssen.

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
17 Tage 3 h

der Deutsche hat Angst, dass der Arno auch ihm die Erhöhung des Dieselpreises kommandiert.

Politikverdrossener
17 Tage 1 h

man kann einen Transitverkehr nicht stoppen,deswegen heisst er auch Transitverkehr

m69
m69
Tratscher
17 Tage 58 Min

Sehr wohl aber könnte man, die leeren Lkw´s und all jene die von norden nach süden fahren oder umgekehrt auf die Schiene bringen…
Die Strecke München Verona beträgt ca. 430Km, all jene die dürfahren müssen und nichts auf oder abladen =) gehören auf sie Schiene, fertig!

Fungizid
Fungizid
Grünschnabel
16 Tage 19 h

Dafür brauchts aber eine ordentliche infrastruktur und nicht schienen wo schon die sissi drauf gefahren ist

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
16 Tage 12 h

was hat das mit leer zu tun? auch ein leerer lkw kann auf halber Strecke laden müssen. die Schiene hatt die Kapazität noch nicht.

Dublin
Dublin
Kinig
16 Tage 22 h

…Blockabfertigung auch am Brenner…dann steht alles bis Kufstein…

forzafcs
forzafcs
Tratscher
16 Tage 12 h

Ich höre im Radio immer nur Nachtfahrverbot! Ich vordere aber genau das Gegenteil ein Tagfahrverbot. Der Verkehr läuft Tags viel Flüssiger und es muss weniger Scharf gebremst werden (das Hochbeschleunigen ist ein sehr großer C02 schaffer) und Abends wenn die Straßen leer sind können die LKW fahrn. Es gibt defakto keinen Stau mehr wordurch nochmals die C02 Werte sinken. Aber so gescheit scheinen unsere Politker ja nicht zu sein. 

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
16 Tage 10 h

was bist du für einer? bekommen die fahrer dann nachttarif? um 8 uhr morgens können sie dann eine ladestelle bedienen und dann solleen sie stehen lassen?????????? hausverstand wo bist du?

forzafcs
forzafcs
Tratscher
16 Tage 9 h

@Vieldenker Nochmal nachdenken 🙂  Einfach einen Umgekehrten Rhythmus wie bis jetzt, auch jetzt schön müssen LKW Fahren den LKW stehen lassen und zwar nach 10 Stunden, ob diese 8 Stunden nun in der Nacht oder bei Tag sind Ändert nichts” 

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
15 Tage 7 h

@forzafcs ich fahre selbst,, die ganzen Ladetermine sind tagsüber. nur teilweise ist es möglich nachts zu fahren und das nutze ich und viele andere auch aus, denken SIE mal nach.
nachtfahrverbot in Österreich gehört jedenfalls abgeschafft

bern
bern
Superredner
16 Tage 14 h

jetzt regt sich der Kompi und der Platter über D auf. Die beiden denken mal wieder der Nabel der Welt zu sein. Deutschland wird mal etwas protestieren, wenn Nordtirol zickt, aber mehr kratzt es D nicht. Ob Italien für LKWs ein bisschen besser oder schlechter erreichbar ist, ist vollkommen irrelevant. Macht man halt mit anderen mehr Geschäfte. Nord- und Südtirol müssen ihr Transitproblem schon selbst lösen.

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
16 Tage 12 h

eins möchte ich hinzufügen;
vor 10 jahren hatte ich in der Türkei die Speisekarte vor mir, da stand:
bier und Getränke, normaler preis und eine separate sparte mit IMPORTDRINKS: coca cola, deutsche biere usw, der Preis, deutlich höher als der von den in der Türkei produzierten Produkte. was lernen wir daraus?

So ist das
So ist das
Superredner
16 Tage 14 h

Ein schlechter Stil ist aber auch, dass auf Südtiroler Seite nicht mehr unternommen wird und als „böser Bube“ das Land Tirol dasteht.

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
16 Tage 12 h

macht die augen auf, der Transitverkehr ist von der EU künstlich erzeugt!!! warum sind deutsche Milchprodukte hier trotz transportkosten günstiger oder preisgleich mit unseren heimischen milchprodukterzeuger? das ist nur ein Beispiel, es gäbe viele mehr.
hier ist anzusetzen, bei den ganzen Subventionen. die politiker wissen das.
manchmal sind kleinere wirtschaftskreise besser als die ewige Globalisierung

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