Wert der Beteiligung wird in Geld ausbezahlt

Brennercom: Beteiligung des Landes erloschen

Freitag, 19. Juni 2015 | 22:34 Uhr

Bozen – In seiner heutigen Sitzung befasste sich der Verwaltungsrat von Brennercom mit der Anwendung des Gesetzes Nr. 147/2013. Nach eingehender Diskussion wird festgestellt, dass die Beteiligung des Landes an der Brennercom AG Kraft Gesetz erloschen ist.

Der Wert der Aktie wurde, nach Anhörung des Aufsichtsrates, auf 764,27 Euro festgelegt. Der Wert des gesamten Aktienpaketes von 19.483 Aktien der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol beläuft sich somit auf 14.890.000 Euro.

Bereits mit dem Haushaltsgesetz vom 24.12.2007 und zuletzt mit Gesetz Nr. 147/2013, hat der staatliche Gesetzgeber allen öffentlichen Verwaltungen vorgeschrieben, sämtliche Beteiligungen, die nicht zur Erreichung der eigenen institutionellen Aufgaben zwingend notwendig sind, abzustoßen.

Die entsprechenden Fristen wurden in Folge mehrfach verlängert. Diese Frist ist mit 01.01.2015 abgelaufen. Somit ist die Beteiligung der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol an der Brennercom AG mit diesem Datum erloschen. Der Verwaltungsrat ist verpflichtet, innerhalb der darauffolgenden zwölf Monate, den Wert der Beteiligung des verfallenen Gesellschafters in Geld auszubezahlen.

Der Wert der Beteiligung ist aufgrund von Art. 2437-ter Abs. 2 ZGB festzulegen. Der Verwaltungsrat hat, gestützt auf den Schätzbericht der internationalen Revisionsgesellschaft Baker Tilly Revisa AG den Wert pro Aktie auf 764,27 Euro festgelegt.

Der Aufsichtsrat erachtet diesen Wert einstimmig als angemessen. Der Nennwert der Aktien beträgt 516 Euro. Der festgesetzte Wert von 764,27 entspricht somit einer Wertsteigerung von 48,11 Prozent.

LH Kompatscher: "Maßnahme fehlt rechtliche Grundlage"

Zu der vom Verwaltungsrat der Brennercom AG getroffenen Entscheidung hat Landeshauptmann Arno Kompatscher Stellung bezogen. Nach seinen Worten entbehrt sie jeglicher rechtlichen Grundlage.

„Der Maßnahme, die der Verwaltungsrat der Brennercom AG laut heutiger Pressemitteilung getroffenen hat, fehlt jegliche rechtliche Grundlage“, erklärt Landeshauptmann Arno Kompatscher. Die Landesverwaltung werde demnach kein Problem haben, das öffentliche Interesse zu schützen, so der Landeshauptmann.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen