Die EU will einheitliche Regeln schaffen

Brüssel will elektronische Bezahllösung für die ganze EU

Samstag, 19. September 2020 | 12:46 Uhr

Elektronisches Bezahlen soll in der EU einheitlicher, schneller und sicherer werden. Bereits Ende 2021 sollen Überweisungen in Echtzeit EU-weit die Norm sein. Das ist das Ziel einer neuen Strategie zum Bezahlen im Einzelhandel, die die EU-Kommission am Mittwoch beschließen will. Hintergrund ist die rasante Entwicklung verschiedener Bezahllösungen von der Karte über Handy-Apps bis zur Smartwatch.

Die EU-Kommission beklagt, der europäische Markt sei immer noch zerstückelt. Mit Ausnahme von Kreditkarten globaler Anbieter und Lösungen großer Technologiekonzerne gebe es keine digitale Bezahllösung, die in ganz Europa in Geschäften und online genutzt werden könne. Ziel seien wettbewerbsfähige, eigene pan-europäische Lösungen.

Ein zentraler Punkt ist für die Kommission die Verfügbarkeit sogenannter Echtzeitüberweisungen – auf Englisch “Instant Payments” – bei denen Geld in Sekundenschnelle direkt auf das Konto des Empfängers gebucht wird. “Die Kommission zielt auf volle Durchsetzung von Instant Payments in der EU bis Ende 2021”, heißt es in dem Strategiepapier. Nötig seien dafür einheitliche Regeln, einheitliche technische Standards und die entsprechende Infrastruktur.

Um Verbraucher von der Nutzung zu überzeugen, fordert die Kommission ähnlich günstige Regeln wie für andere Zahlungsmethoden wie Kartenzahlung. Speziell geht es um die Möglichkeit der Erstattung, denn bisher lässt sich eine Sofortüberweisung – anders als eine herkömmliche Banküberweisung – bei einem Fehler nicht stoppen. Die Kommission räumt ein, dass dafür Kosten entstehen könnten und will Gebühren für Verbraucher notfalls deckeln.

Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber begrüßte die Pläne. “Die Strategie für den Zahlungsverkehr setzt an den richtigen Stellen an: Sicherheit, Zuverlässigkeit und Schnelligkeit müssen bei allen Initiativen im Vordergrund stehen”, meinte Ferber. Kosten sollten dabei nicht vergessen werden. “Wenn die Vorhaben aus der Strategie für den digitalen Zahlungsverkehr zügig umgesetzt werden, gibt es in der EU keinen Bedarf für virtuelle Währungen mehr”, fügte er hinzu. Bargeld dürfe bei aller Digitalisierung des Zahlungsverkehrs nicht unter die Räder kommen.

Tatsächlich bekennt sich die Kommission klar zur Zukunft des Bargelds. Es soll auf Dauer erhalten bleiben ebenso wie die Pflicht für Händler, Scheine und Münzen zum vollen Nennwert anzunehmen. In der Eurozone würden immer noch 78 Prozent aller Transaktionen in bar abgewickelt, heißt es in dem Strategiepapier. Deutschland gehört neben Österreich, der Slowakei und Slowenien zu den Ländern, die noch besonders am Bargeld hängen – anders etwa als Estland oder die Niederlande.

Von: APA/dpa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

11 Kommentare auf "Brüssel will elektronische Bezahllösung für die ganze EU"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
KuanerKenntSichAus
KuanerKenntSichAus
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Gscheider wars, wennse amol, wos Corona betrifft, einheitlich hondeln und Lösungen findn. Überoll die gleichn Maßnahmen durchführn, sodass man sich in der EU „frei“ bewegn konn, anstott dass sich jedes Lond gegenseitig unschwärzt…

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 6 Tage

Da müssten die Staaten erst mal Kontrolle abgeben. Die EU hat hier keine Einflussmöglichkeit.
Aber dann jammern wieder alle über die Fremdbestimmung durch die EU.
Gerade im Gesundheitswesen wird so was nicht passieren, die Staaten werden auch weiterhin ihr eigenes Süppchen kochen.

wottel
wottel
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Die totale Überwochung findi nit guat

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 5 Tage

…eben…was machst mit dein Schwarzgeld…
😂

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 4 Tage

… sagte einer der Bürgergeldempfänger mit Lamborghini in Garage 😀

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Die EU und einheitliche Regeln!!!!! Puahaha 😂😂😂😂

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 6 Tage

Ja, beim Kundenschutz haben sie ja anscheinend genauso versagt wie bei den kostenlosen Überweisungen, der Obergrenze für die Kosten von Roaming und der Form einer Banane. Einheitliche Regeln? Nah.

herta
herta
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Einheit grosser Fragezeichen ??? es gibt einfach viel zu viele Bürger die etwas zum
Verrecken und zu verheimlichen haben !

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Gott sei Dank gibt es für mein 💶 noch die 🇨🇭, die gehört ja meines Wissens nach nicht zur EU.

Maurus
Maurus
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Wir Europäer haben nicht mal ein eigenes Kreditkarten Netz. Bei Jeder Zahlung verdienen die US Giganten mit.

Es wird Zeit die EU von den Amis unabhängig zu machen

berthu
berthu
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Da wird wieder mal vergessen, wieviel Unterschied in jedweder Entwicklung innerhalb der EU-Staaten existiert. Einheitliches Zahlsystem Ok, aber die unterschiedlich aufgebauten Sozialsysteme vereinheitlichen, wird nicht so schnell gehen, wenn nicht mal das Steuersystem vereinheitlicht werden kann.
Ein solches System muß in kleinen Schritten eingeführt werden, wo alle einen Vorteil haben. Das braucht Zeit. Zu große Eingriffe bringen das Zusammenleben in Europa immer wieder an die Schmerzgrenze.

wpDiscuz