„Das Autonomiestatut sollte im Strombereich endlich auch für die Bürger umgesetzt werden“

BürgerUnion unterstützt Verbraucherzentrale in Gratisstrom-Forderung

Sonntag, 05. Juli 2015 | 17:26 Uhr

Bozen – Der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, greift den Vorschlag der Südtiroler Verbraucherzentrale zur Verteilung von Gratisstrom auf und bringt einen Gratisstrom-Antrag im Südtiroler Landtag ein. Der Beschlussantrag der BürgerUnion sieht vor, dass künftig an jeden Privathaushalt eine angemessene Menge Gratisstrom verteilt wird, rund 300 Kilowattstunde je Familienmitglied.

Der Art. 13 des Autonomiestatuts sieht vor: „Bei Konzessionen für große Wasserableitungen zur Erzeugung elektrischer Energie haben die Konzessionsinhaber die Pflicht, den Provinzen Bozen und Trient alljährlich und unentgeltlich für öffentliche Dienste und für bestimmte, durch Landesgesetz festzusetzende Verbrauchergruppen 220 Kilowattstunden für jedes Kilowatt konzessionierter mittlerer Nennleistung zu liefern;…“

„Auf diese Weise erhält heuer das Land hochgerechnet bis zum Jahresende über 174 Millionen Kilowattstunden (kWh) Gratisstrom, den es sich zu einem Preis von 0,079207 Euro pro Kilowatt auszahlen lässt. Die im Autonomiestatut vorgesehenen Privathaushalte bleiben aber außen vor. Dies sollte sich ändern", so Pöder.

Seit Februar 2011 seien die Stromkosten im geschützten Markt um 19 Prozent gestiegen: hätte man damals für 2.700 Kilowattstunden Jahresverbrauch bei einer Leistung von 3 Kilowatt noch 420 Euro gezahlt, zahlte man im Juni 2015 500 Euro dafür.

„Immer noch sind unsere Strompreise im europäischen Spitzenfeld. Nicht zu reden davon, wenn jemand, um über die Runden zu kommen, 4,5 Kilowatt Anschlussleistung benötigt. Und das in einer Region, die viel mehr Strom produziert als sie verbraucht“, teilt Pöder die Argumentation der Verbraucherzentrale.

Daher sollte das Land jetzt ein Zeichen setzen und den Gratisstrom an die BürgerInnen endlich weitergeben. Jeder Bürger sollte 300 Kilowattstunden pro Jahr verteilt bekommen, unabhängig von Einkommen und Stromverbrauch. Dem Land würden für den Eigenbedarf immer noch 18 Millionen Kilowattstunden bleiben. Bei der Verteilung an die BürgerInnen gäbe es einen gewaltigen Mehrwert. Dem Land würde nur ein Kostenfaktor von 23,76 Euro je Bürger entstehen, für die Stromabnehmer selbst würde sich jedoch eine Einsparung von 60 (bei 0,20 Euro/kWh) bis 90 Euro (bei 0,30 Euro/kWh) pro Kopf und Jahr ergeben (je nachdem ob jemand einen Haushaltsanschluss über einer Leistung von 3 Kilowatt oder 4,5 Kilowatt verfügte – bei höheren sei die Einsparung noch größer).

Von: ©mh