Brennerautobahn AG rüstet sich für den Sommerreiseverkehr

Cattoni: „Wer verkehrsreiche Zeiten meidet, soll weniger bezahlen“

Montag, 04. Juli 2022 | 16:00 Uhr

Bozen – Nach den härtesten Jahren der Pandemie verspricht der Sommer 2022 eine neue Normalität. Dies gilt auch für die Autobahn, wo die Ferienwochen von einheimischen Gästen und ausländischen Touristen mit den Spitzen in Bezug auf Verkehrsaufkommen und Arbeitsbelastung zusammenfallen. Die Verlegung der Arbeiten auf Nachtbaustellen, der Einsatz des gesamten Personals, geregelte Einfahrten an den Mautstellen und dynamische Geschwindigkeitsregelungen zählen in diesen Wochen zu den wichtigsten Instrumenten der Brennerautobahn AG in enger Abstimmung mit der Straßenpolizei. Die Empfehlung an die Reisenden lautet dabei wie jedes Jahr, vor Reiseantritt die Verkehrsprognosen zu konsultieren und die verkehrsreichsten Stunden zu meiden.

„Wir wissen im Grunde alle, dass die A22 eine vielbefahrene Autobahn ist“, erklärte Präsident Hartmann Reichhalter bei der Medienkonferenz der Brennerautobahngesellschaft am heutigen Montag.

A22

„Wir können nicht davon ausgehen, dass das Verkehrsaufkommen an einem Samstag vor Maria Himmelfahrt dasselbe ist wie an einem Werktag im November, aber wir dürfen und müssen alles daran setzen, um die Unannehmlichkeiten für Nutzer und Anrainer so gering wie möglich zu halten. Wir haben eine Reihe von Maßnahmen ausgearbeitet, die uns ermöglichen, das hohe Verkehrsaufkommen der bevorstehenden Sommersaison zu bewältigen. Meiner Meinung nach ist es wichtig, unsere Aufmerksamkeit nicht nur der Autobahn selbst zu widmen, sondern auch den Mautstellen. Dank einer dynamischen Nutzung der Mitarbeiter und der Ein- und Ausfahrten an den Mautstellen wollen wir die Wartezeiten und mögliche Staus so gering wie möglich halten, z.B. bei der Mautstelle Brenner in Sterzing. Wir raten allen, sich vor dem Reiseantritt über die Verkehrslage zu informieren z.B. über unsere App und unseren Telegram-Kanal für Informationen in Echtzeit“, so Reichhalter. „Im Vergleich zu 2019 – für uns das Referenzjahr vor der Coronakrise – haben wir im Großen und Ganzen das Vorkrisenniveau wieder erreicht“, so Geschäftsführer Diego Cattoni. „Dies ist eine gute Nachricht für alle, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausüben, vor allem im Bereich des Tourismus. Natürlich verlängert ein hohes Verkehrsaufkommen die Fahrtzeiten, weshalb die Brennerautobahngesellschaft – während die Vorbereitungen für Investitionen in Milliardenhöhe zur Digitalisierung der Infrastruktur laufen – die Möglichkeit einführen möchte, dass wer außerhalb der Hauptverkehrszeiten unterwegs ist, weniger Mautgebühr bezahlt. Dies ist eine Neuigkeit, die natürlich noch mit dem Konzessionsgeber vereinbart werden muss. In Kürze planen wir auch die Einführung des wiederaufladbaren Telepasses für Reisende, die aus dem Ausland nach Italien kommen“, so Cattoni.

„Jede und jeder von uns weiß, dass wir einen Platz reservieren müssen, wenn wir mit dem Zug oder mit dem Flugzeug verreisen – vor allem in der Hochsaison“, bemerkte der Technische Generaldirektor Carlo Costa. „Die meisten aber sind noch nicht soweit, ihre Autobahnfahrten zu planen, indem sie die Verkehrsprognosen konsultieren und die ungünstigsten Stunden vermeiden. Ich spreche von Stunden, weil die meisten sogenannten ‚schwarzen Tage‘ im Grunde leicht zu managen wären, wenn sich die Autobahneinfahrten nicht auf nur wenige Stunden am Tag konzentrieren würden. Diese Einstellung gilt es zu überwinden“, fügte Costa hinzu. „Die Alternative ist, dass wir enorme Autobahnen bauen, die aber bis auf einige wenige Tage im Jahr nicht ausgelastet sind.“ Die Brennerautobahngesellschaft bietet zahlreiche Informationskanäle an: in erster Linie die Internetseite, aber auch die dazugehörige App oder der Telegram-Kanal, der Abonnenten in Echtzeit über die Verkehrslage informiert und andere nützliche Nachrichten wie eine Übersicht der Verkehrsprognosen enthält. Für Informationen steht zudem die grüne Nummer des Benutzerservicezentrums CAU zur Verfügung (800-279940 und 00-800-22022022 aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden).

A22

In jedem Fall steht die Autobahngesellschaft in erhöhter Bereitschaft und Mobilisierung: 226 Kameras entlang der Strecke, 403 Notrufsäulen, 82 Fachkräfte für Verkehrsdienste, die mit Fahrzeugen entlang der Strecke eingesetzt werden, 25 Wetterstationen, der Verzicht auf Baustellen tagsüber an den verkehrsreichsten Tagen, die Aufstockung des Personals an den Mautstellen und der Mitarbeiter in Bereitschaft für dringende Instandhaltungsarbeiten, die geregelte Einfahrt an den Mautstellen zur Stauvermeidung, der Einsatz von Mitarbeitern des Weißen Kreuzes, des Roten Kreuzes und der Feuerwehren, die Anzeige der Mautgebühren an stark genutzten Ausfahrten, sodass bei einer Barzahlung bereits vorab der genaue Betrag abgezählt werden kann, 224 Wechselverkehrszeichen entlang der 314 Autobahnkilometer für Echtzeitinformationen direkt an der Strecke sowie an den Einfahrten sowie dynamische Geschwindigkeitsregelungen zur Vermeidung eines Stop-and-Go-Verkehrs.

A22

„Wie bereits Geschäftsführer Diego Cattoni erwähnt hat“, so Costa abschließend, „erwartet uns in Zukunft ein viel stärker regulierter, vernetzter und kooperativer Verkehr. Auch wenn dies nicht von heute auf morgen geschehen wird, arbeiten wir an einer baldigen Umsetzung. In der Zwischenzeit bemühen wir uns, die Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten.“

Website A22 – Verkehrsprognose:
https://www.autobrennero.it/de/auf-der-reise/verkehrsprognose/

Telegram Bot A22:
https://t.me/autostradaA22Bot

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Cattoni: „Wer verkehrsreiche Zeiten meidet, soll weniger bezahlen“"


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merlinita
merlinita
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage
Vielleicht wäre es mal an der Zeit den Telepass zu modernisieren, vielleicht als App mit Bluetooth zu gestalten und ihn dafür kostenlos zu machen und ihn vielleicht auch mit etwas Marketing schon in Deutschland, Holland usw bei Partnern vor Ort anzubieten, das Pickerl für Österreich bekommt man ja auch in De und Ita ohne Probs. Natürlich sollte man niemand zu einer App zwingen, denn auch das Recht ohne Smartphone zu leben, sollte natürlich erhalten bleiben, aber bei der heutigen Verbreitung dieser Geräte wäre es sicherlich nicht verkehrt, gleiches gilt auch für die Maut in Österreich an der Europabrücke, das muss… Weiterlesen »
PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Vielleicht wäre es an der Zeit, endlich auf der Autobahn und insgesamt an den Grenzen nur mehr eine bestimmte Zahl, der Umwelt zuträglich, den Nerven der Menschen zumutbar, an Touristen und Passanten einreisen und durchs Land fahren zu lassen. Die Urlaubsstürme einzugrenzen, jeder Mensch darf nur einmal im Jahr in Urlaub fahren. Die Zukunft muss diesen Notwendigkeiten gehören, wollen wir auf dieser Erde noch einigermassen in einem Zustand des Wohlergehens leben. Der Tourismus droht zum Ersatz des Krieges zu werden. Wie Kanonen ganze Landstriche auslöschen, zerstört er ganze Länder und Kulturen.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 5 Tage

Europa Brücke ist Wegelagerei! Fahre ich nur nach Innsbruck, dann ausnahmslos Landstraße.

sultanine
sultanine
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

@PeterSchlemihl

Wir sind gern in Südtirol. Ich kann auch verstehen, dass es nervig sein kann, seine Heimat mit vielen Touristen teilen zu müssen.

Aber sind wir ehrlich, bleiben die Urlauber aus oder kommen sie seltener, dann wird Südtirol massiv an Wirtschaftskraft verlieren und es werden sehr viele ihren Arbeitsplatz verlieren.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 5 Tage

@ sultanine das sind die besten Gründe, um Alternativen zum Tourismus zu fördern.
Das Ausbleiben der Urlauber hat während der Pandemie zu Problemen geführt, die in einem funktionierenden Wirtschaftssystem nicht auftreten dürften.
Die 30% der Einnahmen, die durch Tourismus entstehen, kann man nicht ohne weiteres ersetzen. Die Zahl muss also bedeutend sinken.

Faktenchecker
1 Monat 4 Tage

Die Brücke soll mir egal sein. Wenn Du aus Deutschland in Urlaub kommst, lass es doch sein.

Zugspitze947
1 Monat 4 Tage

Neumi: du hast da wohl etwas verwechselt ,ich behaupte dass wohl 70 % der Einnahmen Südtirols mit dem Tourismus zusammenhängen. Also die Deutschenhasser sollten sich mal überlegen ob das klug ist…….. 🙁

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 5 Tage

Würde mir entgegen kommen, denn wenn ich mal fahre, dann ohnehin nicht zu deb üblichen Ferienzeiten und auch dann, fast nur nachts.

gerry456
gerry456
Neuling
1 Monat 5 Tage

Das Mautsystem ist schlicht weg veraltet! In anderen Ländern funktioniert das wesentlich besser. In Norwegen beispielsweise wird das Kennzeichen eingelesen und man zahlt im Nachhinein.

Zugspitze947
1 Monat 4 Tage

gerry456: Klar ist DAS regelrecht idiotisch organisiert ! Diese Mauthäuschen sind die perfekten STAUPRODUZENTEN und absolut ineffektiv ! Weg damit und eine Maut wie in Österreich oder der Schweiz und der Verkehr rollt viel besser 🙂

Ortner
Ortner
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Das wird auch mal höchste Zeit. In fortschrittlichen anglophonen Ländern ist es schon längst gebräuchlich.

mandorr
mandorr
Superredner
1 Monat 5 Tage

Sehr gute Idee

Faktenchecker
1 Monat 5 Tage

So ein Schmarrn. Auto stehen lassen und daheim urlauben.
Wird die nächsten Jahre automatisch kommen.

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