Krypto-Währungen stürzten ab

China geht härter gegen Kryptowährungen vor

Montag, 21. Juni 2021 | 12:40 Uhr

Die chinesische Regierung greift im Kampf gegen Spekulationen mit Bitcoin & Co zu drastischen Mitteln. Die People’s Bank of China (PBoC) verbot am Montag Geldhäusern und Zahlungsdienstleistern Geschäfte rund um Kryptowährungen. Dazu gehörten die Eröffnung von Konten oder die Abwicklung von Transaktionen. Die Firmen sollten die Zahlungsmöglichkeiten für Kryptowährungsspekulationen umgehend unterbinden.

Der Führung in Peking, die selbst an einer digitalen Variante ihrer Währung Yuan arbeitet, ist Bitcoin & Co schon seit längerem ein Dorn im Auge. Sie befürchtet Gefahren für das Weltfinanzsystem, weil bei diesen Kryptowährungen allein Angebot und Nachfrage den Kurs bestimmen.

Am Wochenende hatten chinesische Behörden zudem die Schließung von Serverfarmen angeordnet, die für die Verschlüsselung und Validierung von Transaktionen genutzt werden. Die Betreiber dieser Rechner heißen im Fachjargon “Schürfer” oder “Miner” und werden in Bitcoin bezahlt. Bisher wurde weltweit rund die Hälfte der neuen Bitcoin in China geschürft. “Die chinesische Regierung zieht dem heimischen Mining-Geschäft offensichtlich nun den Stecker”, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. “Viele Unternehmen könnten ins Ausland abwandern.”

Vor diesem Hintergrund fiel der Bitcoin-Kurs am Montag zeitweise um knapp zehn Prozent auf ein Zwei-Wochen-Tief von 32.085 Dollar (26.967 Euro). In ihrem Sog verbuchten andere Kryptowährungen wie Ethereum oder Ripple ebenfalls zweistellige prozentuale Kursverluste.

Am Aktienmarkt flogen Werte aus dem Kryptowährungssektor und Unternehmen, die sich mit der Bitcoin & Co zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen, aus den Depots. So fielen die Papiere von Coinbase, Riot, Marathon, Overstock und Silvergate im vorbörslichen US-Geschäft um bis zu acht Prozent. Die Titel der deutschen Bitcoin Group, die eine Kryptowährungsbörse betreibt, büßten 3,6 Prozent ein. Die Titel der US-Softwarefirma MicroStrategy, die Milliarden in Bitcoin investiert hat, gab sieben Prozent nach.

Von: APA/Reuters

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

4 Kommentare auf "China geht härter gegen Kryptowährungen vor"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Gredner
Gredner
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Die Chinesen sind nicht blöd. Den Mining-Farmen den Stecker ziehen ist ein richtige und wichtiger Schritt um diesem illegalen Pyramidensystem ein Ende zu bereiten. Hoffentlich sind andere Staaten ebenso einsichtig und ziehen nach.

tom
tom
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

am meisten dürften sich die Gamer freuen, leiden doch sie am meisten unter dem Grafikkarten-Mangelu d überhöhten Preisen

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

@tom auch Architekten, Grafiker und andere Profis müssen derzeit für ihre Arbeitsgeräte tief in die Tasche greifen.

Zugspitze947
1 Monat 5 Tage

Wer sich solchen Schrott angeschafft hat ist selber Schuld wenn er VERLIERT ! 👌😋👌

wpDiscuz