China will seine Stahlproduktion schützen

China kündigt Gegenmaßnahmen bei US-Importbeschränkungen an

Samstag, 17. Februar 2018 | 11:04 Uhr

China hat für den Fall von US-Importbeschränkungen für Stahl und Aluminium entschiedene Gegenmaßnahmen angekündigt. Sollte US-Präsident Donald Trump einer entsprechende Empfehlung des US-Handelsministerium folgen, werde China alle Schritte einleiten, seine eigenen Interessen zu schützen, erklärte das Handelsministerium in Peking am Samstag. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Zum Schutz heimischer Hersteller erwägen die USA Zölle und Quoten für Aluminium- und Stahleinfuhren. Das US-Handelsministerium sprach sich dafür aus, auf Dumpingpreise etwa von chinesischen Produzenten mit Einfuhrbeschränkungen zu reagieren. Trump hat bis zum 11. April Zeit, über Beschränkungen bei der Stahleinfuhr zu befinden. Bis zum 20. April soll die Entscheidung über Aluminium-Importe fallen.

US-Handelsminister Wilbur Ross veröffentlichte am Freitag seine Vorschläge bezüglich hoher Strafzölle. “Die Frage war, ob die Nationale Sicherheit beeinträchtigt ist. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass sie das ist”, sagte Ross. Aluminium und Stahl spielen in den USA eine große Rolle für die Rüstungsindustrie.

Ross schlug drei Möglichkeiten vor, um die US-Stahlindustrie gegen Billigimporte zu schützen. Erste Option sei ein genereller Zoll auf Stahleinfuhren aus allen Ländern, der dann bei mindestens 24 Prozent liegen würde. Zweite Möglichkeit seien gezielte Zölle von mehr als 50 Prozent auf Importe aus zwölf Ländern, darunter China, Russland und Indien sowie die Türkei als einziges Nato-Land.

Deutschland, wo etwa Importe der Salzgitter AG und der Dillinger Hütte seitens der US-Behörden unter Beobachtung standen, wäre hier ausgespart, müsste jedoch wie allen anderen Länder seine Exporte auf dem Niveau von 2017 einfrieren. Dritte Option wären gar keine Zölle, aber ein Einfrieren der Exporte aus allen Ländern bei 63 Prozent der 2017er Importe für jedes Land.

Die Folgen für den europäischen Stahlmarkt könnten beträchtlich sein, auch wenn die Exporte in Richtung USA eher gering sind. Denn die geplanten Strafzölle könnten Stahllieferungen aus Fernost umlenken, so die Befürchtung. “Der EU-Stahlmarkt ist der offenste der Welt”, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, der “Welt am Sonntag”. Protektionistische Maßnahmen seien der falsche Weg. “Gegen unfairen Handel zum Beispiel in Form von Dumping sollten ausschließlich WTO-konforme Handelsschutzinstrumente angewendet werden.”

Von: APA/ag.