Präsidenten Xi Jinping und Donald Trump

China und USA nähern sich im Handelsstreit an

Sonntag, 30. Dezember 2018 | 06:58 Uhr

China und die USA sehen sich bei den Verhandlungen über eine Lösung des Handelskonflikts auf einem guten Weg. Das teilten beide Seiten am Wochenende nach einem Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsidenten Xi Jinping mit.

“Wir hoffen, dass sich die beiden Teams auf halbem Weg treffen, hart arbeiten und einen frühzeitigen Abschluss eines Abkommens erreichen”, sagte Xi Jinping laut einem Bericht des chinesischen Staatsenders CGTN nach dem Gespräch mit Trump am Samstag.

Auch der US-Präsident stellte eine mögliche Einigung im Handelsstreit in Aussicht. Er habe ein langes und sehr gutes Telefonat mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping geführt, schrieb Trump auf Twitter. “Der Deal geht sehr gut voran”, schrieb Trump. Wenn er zustande komme, werde er sehr umfassend sein, alle Themen sowie alle Gebiete und Knackpunkte behandeln, betonte der US-Präsident. “Große Fortschritte werden erzielt!”, schrieb Trump weiter.

China und die USA überziehen sich seit Monaten mit gegenseitigen Sonderzöllen auf eine ganze Reihe von Produkten. Trump hatte den Streit ausgelöst, weil er das große Handelsdefizit der USA mit China abbauen will. Die USA erheben Sonderzölle inzwischen auf Warenimporte aus China im Wert von 250 Milliarden Dollar.

Peking revanchierte sich seinerseits mit Vergeltungsmaßnahmen, allerdings nicht im gleichen Wert. Der Handelsstreit drückt nach Auffassung unabhängiger Experten auf die Weltkonjunktur.

Am Rande des G-20-Gipfels in Buenos Aires hatten Trump und Xi Jinping im Dezember einen Waffenstillstand bis Anfang März vereinbart. Bis dahin soll in Verhandlungen eine Lösung des Konfliktes erreicht werden. Peking bestätigte, dass für Jänner Gespräche zweier Delegationen geplant sind.

Von: APA/dpa

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Trump wolle eine Lösung des Handelsstreits erreichen

China und USA nähern sich im Handelsstreit an

Freitag, 02. November 2018 | 11:32 Uhr

Nach Monaten der Konfrontation im Handelsstreit haben die USA und China ein deutliches Signal der Entspannung gesendet. US-Präsident Donald Trump will den Konflikt mit China nach einem Medienbericht noch in diesem Monat aus der Welt schaffen.

Zum Treffen der G-20-Staaten Ende November wolle der US-Präsident ein Handelsabkommen mit dem Präsidenten der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, Xi Jinping, abschließen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag. Trump habe bereits Regierungsmitarbeiter mit der Ausarbeitung von Details beauftragt.

Auslöser für diesen Schritt sei das Telefonat mit Xi Jinping am Donnerstag gewesen, dem ersten Gespräch der beiden Präsidenten seit sechs Monaten. Trump selbst hatte das Gespräch als “lang und sehr gut” bezeichnet und sich über Twitter positiv zum Verlauf der Gespräche über ein Handelsabkommen geäußert.

Auch das Außenministerium in Peking nannte das Telefonat am Freitag “extrem positiv”. Beide Präsidenten waren sich demnach einig, den Konflikt durch “umfassende Konsultationen” zu lösen und den wirtschaftlichen Austausch beider Länder zu stärken, sagte der chinesische Außenamtssprecher Lu Kang. Xi Jinping sei “sehr glücklich” gewesen, wieder mit Trump gesprochen zu haben, hieß es in einer separaten Mitteilung des Außenministeriums.

Die Hoffnung auf ein Ende des monatelangen Zollstreits beflügelte am Freitag die asiatischen Börsen. Der Aktienmarkt in China reagierte mit deutlichen Aufschlägen. Der Shanghai Composite legte bis zum Nachmittag (Ortszeit) um 2,7 Prozent auf 2.676 Punkte zu, der Hang Seng in Hongkong sprang um 3,6 Prozent nach oben auf 26.341 Punkte. Der Nikkei-Index in Japan legte um 2,5 Prozent auf 22.243 Punkte zu.

Der anhaltende Handelsstreit hatte zuletzt auch die Stimmung von Anlegern in den USA eingetrübt, wo am 6. November Kongresswahlen stattfinden. Ökonomen fürchten, dass ein anhaltender Konflikt schwerwiegende Folgen für die gesamte Weltwirtschaft haben könnte. Trump ist das enorme US-Handelsdefizit im Warenverkehr mit China ein Dorn im Auge. Auch wirft er Peking Dumpingpreise sowie Technologiediebstahl vor.

Die Staats- und Regierungschefs der G-20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer treffen sich am 30. November und 1. Dezember in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires zu ihrem alljährlichen Gipfel.

Nachdem Washington den Streit begonnen hatte, haben sich beide Seiten mit immer neuen Runden von gegenseitigen Strafzöllen überzogen. Washington verhängte Zusatzzölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Mrd. Dollar (rund 220 Mrd. Euro) und damit etwa die Hälfte aller Einfuhren aus der Volksrepublik. China hat sich unter anderem mit Zöllen auf Importe aus den USA, vor allem im Agrarsektor, zur Wehr gesetzt.

Neben dem Handelsstreit sieht sich Peking derzeit mit einer ganzen Reihe anderer Baustellen in der Wirtschaft ausgesetzt. Die Industrieproduktion wächst seit fünf Monaten in Folge langsamer. Der Kampf gegen Verschuldung und Finanzrisiken verteuert die Kredite für Unternehmer. Das Wachstum im Einzelhandel wird schwächer. Autoverkäufe fielen im September den dritten Monat in Folge und könnten in diesem Jahr erstmals in fast drei Jahrzehnten sogar zurückgehen. Die Führung in Peking hat Steuererleichterungen und andere Hilfen für Firmen in Aussicht gestellt, um den wirtschaftlichen Abschwung aufzufangen.

China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, wuchs in den vergangenen drei Monaten mit 6,5 Prozent langsamer als erwartet. So schwach war Chinas Wirtschaftswachstum zuletzt Anfang 2009 nach Ausbruch der globalen Finanzkrise.

Von: APA/ag.