Handelspolitik wird zum Dauerzankapfel

China wirft USA Start von Handelskrieg vor

Dienstag, 19. Juni 2018 | 18:37 Uhr

Nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump bewegen sich China und die USA auf einen handfesten Handelskrieg zu. Peking kündigte am Dienstag Vergeltung an, kurz nachdem das Weiße Haus die Prüfung von weiteren Zöllen in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Waren im Wert von 200 Mrd. US-Dollar in Auftrag gab. Trump wies seinen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer an, Produkte zu bestimmen.

“Die Vereinigten Staaten initiieren einen Handelskrieg und verletzen die Gesetze des Marktes”, sagte ein Sprecher des Pekinger Handelsministeriums, der das Vorgehen der USA “Erpressung” nannte. Verhielte sich das Weiße Haus weiterhin “irrational”, würden “entschlossene Gegenmaßnahmen folgen”.

Im Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften ist damit eine neue Eskalationsstufe erreicht. Trump hatte erst am Freitag zusätzliche Strafzölle von 25 Prozent auf 1.102 Produkte aus China im Wert von 50 Mrd. US-Dollar (43 Mrd. Euro) verhängt. Peking brachte darauf Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von ebenfalls 50 Mrd. Dollar auf den Weg.

Die Märkte in Asien reagierten am Dienstag mit deutlichen Abschlägen. Die chinesische Leitbörse in Shanghai verlor bis zum Handelsschluss fast vier Prozent. Der Hang Seng in Hongkong rutschte 2,7 Prozent ins Minus.

Setzt Trump seine jüngste Drohung um, würde er mit den Zöllen auf etwa die Hälfte der chinesischen Einfuhren in die USA zielen. China führte im vergangenen Jahr Waren im Wert von 505 Mrd. Dollar in die USA ein. Aus den USA gelangten dagegen nur Produkte im Wert von 130 Mrd. Dollar nach China.

Trump ist dieses Handelsdefizit ein Dorn im Auge. Die USA wollen nach Darstellung des Weißen Hauses auch Pekings staatlicher Unterstützung für eigene Technologie-Firmen einen Riegel vorschieben.

Die Bemühungen zur Entzerrung des sich zuspitzenden Handelsstreits mit China waren nach Auffassung der USA bisher nicht von Erfolg gekrönt. In mehreren Gesprächsrunden zwischen beiden Seiten sei es bisher nicht gelungen, China von seinen “räuberischen Handelspraktiken” abzubringen, sagte der Handelsberater von Präsident Donald Trump, Peter Navarro, am Dienstag.

Die Importzölle seien notwendig, um “die Kronjuwelen amerikanischer Technologie und geistigen Eigentums gegen chinesischen Diebstahl zu verteidigen”. Nichtsdestotrotz blieben die Telefonleitungen offen. Trump habe eine “tolle Beziehung” zu Chinas Präsident Xi Jinping und werde mit ihm daran arbeiten, Handelsstreitigkeiten zu lösen. “Aber die Vereinigten Staaten lassen sich beim Handel nicht länger von China und anderen Ländern auf der Welt ausnutzen”, fügte Trump hinzu.

Chinas Antwort auf die angekündigten Strafen bestehe darin, die Interessen des Landes und seiner Bürger zu wahren und zu schützen, teilte das Pekinger Handelsministerium mit. Chinas Maßnahmen würden denen der USA in “Qualität und Quantität” entsprechen. Ein Sprecher des Außenministeriums forderte die USA auf, wieder “rationale Entscheidungen zu treffen.

Experten befürchten ernsthafte Konsequenzen für die Weltwirtschaft, sollte sich die Spirale der gegenseitigen Handelsbarrieren weiterdrehen. Trump hatte zuvor die EU-Länder sowie unter anderem die Nachbarn Kanada und Mexiko mit Strafzöllen auf Stahl und Aluminium belegt. Ökonomen sorgen sich, dass die Zölle nicht nur die beiden Riesen der Weltwirtschaft, sondern auch viele weitere Volkswirtschaften belasten werden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte vor negativen Auswirkungen für Verbraucher, Investoren und auf den Finanzmärkten gewarnt.

Im Handelsstreit mit den USA schlägt unterdessen auch Russland zurück. Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin sagte bei einem Besuch in Minsk, dass Moskau bestimmte amerikanische Waren mit Importzöllen belegen werde. Der Schritt sei eine Reaktion auf die Schutzzölle, die die Regierung in Washington im März auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus Russland verhängt habe.

Die neuen Zölle auf US-Produkte würden die russische Wirtschaftsleistung nicht beeinträchtigen, sagte der Minister. Die Liste der betroffenen US-Waren solle in den kommenden Tagen erstellt werden. Die Regierung in Moskau wolle zudem die US-Schutzzölle auf russische Stahl- und Aluminiumeinfuhren anfechten.

Von: APA/ag./dpa

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1 Kommentar auf "China wirft USA Start von Handelskrieg vor"


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Paul
Paul
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

aber alle gemeinsam gegen die SVP

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