Handelsdefizit für die USA - Diese versuchen gegenzusteuern

Chinas Handelsüberschuss mit den USA wächst weiter

Dienstag, 08. Mai 2018 | 18:37 Uhr

Vor dem Hintergrund des Handelsstreits mit den USA hat Chinas Handelsüberschuss im April erneut zugelegt. Wie aus am Dienstag veröffentlichten Zahlen der Pekinger Zollverwaltung hervorging, überstiegen die chinesischen Exporte in die USA die US-Einfuhren nach China um 22,2 Mrd. Dollar (18,7 Mrd. Euro). Im März war der chinesische Überschuss noch bei 15,4 Mrd. Dollar gelegen.

Seit Anfang des Jahres stieg das US-Handelsdefizit damit auf 80,4 Mrd. Dollar, um rund 9 Mrd. Dollar mehr als in den ersten vier Monaten des Vorjahres. US-Präsident Donald Trump will das hohe Handelsbilanzdefizit seines Landes mit China reduzieren. Allein im vergangenen Jahr exportierte die Volksrepublik für 375 Mrd. Dollar mehr Waren in die USA, als es von dort einführte.

Der Konflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften hatte sich hochgeschaukelt, nachdem die USA zunächst Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus China verhängten und später mit weiteren Strafzöllen auf Waren im Wert von bis zu 150 Mrd. Dollar drohten. China kündigte Gegenmaßnahmen an.

Am Dienstag telefonierte Chinas Präsident Xi Jinping mit US-Präsident Donald Trump. In dem Telefonat bekundeten Xi die Bereitschaft der Volksrepublik, den Handelsstreit zu beenden. Beide Länder sollten sich darum bemühen, einen Weg zu finden, den Konflikt vernünftig zu lösen, berichteten chinesische Staatsmedien. Für China seien gute Beziehungen zu den USA wichtig, für ihn selbst sei eine gute Arbeitsbeziehung zu Trump von Bedeutung, sagte Xi den Berichten zufolge. Die Delegationen beider Länder könnten ihre Beratungen fortsetzen, sagte Xi. Eine US-Delegation unter Leitung von Finanzminister Steven Mnuchin war vorige Woche mit leeren Händen aus Peking zurückgekehrt. Nächste Woche sollen weitere Verhandlungen in Washington folgen.

Das Weiße Haus wirft China auch Verstöße gegen Urheberrechte und Diebstahl von Technologie vor, wodurch das Ungleichgewicht noch größer werde. Washington versucht, eine Antwort auf die ehrgeizige chinesische Industriestrategie “Made in China 2025” zu finden, mit der die Volksrepublik zum weltweiten Technologieführer aufsteigen will.

Um im Handelskonflikt zu vermitteln, war vergangene Woche eine Delegation aus Washington nach Peking gereist, die allerdings kaum Fortschritte erzielen konnte. In der kommenden Woche sollen die Gespräche in eine neue Runde gehen. Eine Delegation aus der Volksrepublik unter Leitung des stellvertretenden Regierungschefs Liu He werde in Washington erwartet, teilte das US-Präsidialamt am Montag mit.

Insgesamt zeigte Chinas Außenhandel im April Stärke. Sowohl Exporte als auch Importe der zweitgrößten Volkswirtschaft legten stärker zu, als von Analysten erwartet. Während die Ausfuhren im April im Vergleich zum April des Vorjahres um 12,9 Prozent anzogen, machten die Importe sogar einen Sprung um 21,5 Prozent.

Von: APA/dpa/ag.

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