2020 wurde deutlich weniger CO2 in die Luft geblasen

Corona bremste CO2-Emissionen 2020 deutlich ein

Dienstag, 02. März 2021 | 09:28 Uhr

Wegen des von der Coronakrise verursachten Einbruchs der Weltwirtschaft und des damit verbundenen Rückgangs des Energieverbrauchs sind die weltweiten CO2-Emissionen 2020 um fast 2 Milliarden Tonnen gesunken – das war laut Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) der stärkste Rückgang in der Geschichte. Inzwischen steigen die Emissionen aber wieder, und ohne Gegensteuern dürfte es heuer zu einer weiteren Zunahme kommen, warnt die IEA.

Um knapp 6 Prozent oder fast zwei Milliarden Tonnen ist der energiebezogene CO2-Ausstoß im Vorjahr insgesamt gesunken, das entspricht etwa den Emissionen der gesamten Europäischen Union. Etwa die Hälfte davon war auf den geringeren Treibstoffverbrauch des Straßenverkehrs und der Luftfahrt zurückzuführen.

Aber schon im Dezember war der Ausstoß um 2 Prozent (60 Mio. Tonnen) höher als im Dezember 2019, weil sich die großen Volkswirtschaften wieder erholt haben. Nach Ansicht der IEA ist das ein Warnsignal. “Wenn die Regierungen nicht schnell die richtigen energiepolitischen Maßnahmen setzen, könnte das die historische Chance gefährden, den Höhepunkt der globalen CO2-Emissionen 2019 bereits überschritten zu haben”, sagte IEA-Chef Fatih Birol.

Im März 2020 habe die IEA an die Regierungen appelliert, saubere Energie ins Zentrum ihrer Pläne zur Wirtschaftsbelebung zu stellen, um eine ökologisch nachhaltige Erholung zu gewährleisten. “Aber unsere Zahlen zeigen eine Rückkehr zum Kohlenstoff-intensiven Business as usual”, so Birol.

In China nahmen die Emissionen 2020 insgesamt um 0,8 Prozent (75 Mio. Tonnen) zu, nachdem China als erste Volkswirtschaft die Restriktionen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie aufhob und als einzige große Volkswirtschaft im Vorjahr sogar wachsen konnte.

In Indien wurden die Restriktionen nach dem Sommer gelockert und die Emissionen stiegen ab September über das Niveau von 2019. Auch in Brasilien stieg der Treibstoffverbrauch im Straßenverkehr nach dem Tief im April wieder, und später zog auch die Nachfrage nach Erdgas wieder an, wodurch die Emissionen im Schlussquartal 2020 wieder über jenen des Vorjahres lagen.

In der EU und den USA gingen die CO2-Emissionen im Gesamtjahr 2020 um ein Zehntel zurück, im weiteren Jahresverlauf nahmen sie jedoch wieder deutlich zu.

“Wenn sich die derzeitigen Erwartungen für eine globale wirtschaftliche Erholung in diesem Jahr bestätigen – und es bei der Energiepolitik der größten Volkswirtschaften der Welt keine größeren Änderungen gibt – werden die weltweiten Emissionen 2021 wahrscheinlich steigen”, sagte Birol. Darum will die Internationale Energieagentur am 18. Mai 2021 einen umfassenden Fahrplan veröffentlichen, der zeigen soll, wie der Energiesektor bis 2050 rechnerisch CO2-neutral werden kann.

Von: apa

Kommentare

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11 Kommentare auf "Corona bremste CO2-Emissionen 2020 deutlich ein"


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Faktenchecker
1 Monat 9 Tage

Nur ein kleiner Effekt. Das reicht bei weitem nicht.

“Um die Klimakatastrophe zu verhindern, muss die Erderwärmung bis
zum Ende des Jahrhunderts auf weniger als zwei Grad gebremst werden.
Das Ziel wird nicht erreicht, wenn die europäischen Unternehmen ihre
Klimaziele wie geplant umsetzen, zeigt eine Studie. ”

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Firmen-steuern-auf-2-7-Grad-Erderwaermung-zu-article22395390.html

primetime
primetime
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Dann soll man in Zukunft nur mehr zu Fuß gehen? Keine Transportunternehmen mehr oder Handwerker oder? Dai dai

falschauer
1 Monat 9 Tage

@primetime

du kannst gern mit dem auto in den sumpf fahren, ich gehe per pedes auf die berge

primetime
primetime
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Es geht nicht um Freizeitbeschäftigungen sondern um Berufsverkehr – privat sowie Berufsbezogen

Faktenchecker
1 Monat 8 Tage

Ist nix für ewig gestrige unflexible primatentimer

primetime
primetime
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Dann holst du mit dem Fahrrad die Waren die in einem 30″ Container in China warten 1 Mal jährlich für uns ab?
Oder die Ware die wir von Schweden/Deutschland bekommen?

Erweitere den Horizont du ewig gestriger

Chrys
Chrys
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Das Problem an der gesamten Sache ist aber, dass wir Europäer relativ wenig dazu beitragen können denn um ein +0,8% der Chinesen, Inder und Brasilianer auszugleichen muss Gesamteuropa ein Minus von mindestens 10% machen. 

Gievkeks
Gievkeks
Tratscher
1 Monat 9 Tage

@Chrys:
Im Relation zu Bozen kann meine Familie auch nix ausrichten, also kann ich ja ruhigen Gewissens gar nix ändern.
Überhaupt muss gar niemand etwas ändern, wenn er sich nur die richtigen Vergleiche konstruiert.

Der pro-Kopf CO2-Ausstoß der Brasilianer und Inder beträgt ca. 30% eines Italieners. China ist etwa auf dem Niveau von Österreich. So könnte man es auch sagen.

Chrys
Chrys
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Sicher ist der pro-Kopf CO2 Ausstoß geringer, nur in Österreich gibt es 10 Millionen und in Italien 60 Millionen “Köpfe” während Indien und China zusammen 3 Milliarden Menschen zählt. Also 1 : 43.
Natürlich muss jeder seinen Teil dazu beitragen aber unsere Grenzen müssen wir auch kennen. Einiges wurde schon erreicht, vieles liegt noch vor uns.
Vor 40/50 Jahren bekamen unsere Kinder noch blaue Flecken und auf den Hängen von Bozen konnte kein Wein wachsen.
http://mls.provinz.bz.it/~mail-list/html/biblio-list/2012-05/pdfQgjUwAhVBX.pdf

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Das ist doch schön. Aber die absurde Menge an Müll die dafür produziert wurde trübt die Bilanz ein wenig.

Faktenchecker
1 Monat 9 Tage

Ohne Kommentar!

“Bedingt durch die Corona-Pandemie sank der CO2-Ausstoß im
vergangenen Jahr erheblich. Mit der weltweit wieder anlaufenden
Wirtschaft ist das nun Geschichte. Bereits im Dezember sind die
Emissionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. ”

https://www.n-tv.de/panorama/CO2-Ausstoss-steigt-wieder-deutlich-an-article22396236.html

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