HGV-Chef spürt Auswirkungen im eigenen Betrieb

Reisewarnung für Südtirols Betriebe “schwerer Einschnitt”

Freitag, 23. Oktober 2020 | 16:25 Uhr

Die Reisewarnung Deutschlands für Südtirol, die mit Samstag 0.00 Uhr in Kraft treten wird, trifft Hotellerie und Gastronomie in der autonomen Provinz “nicht unerwartet”. Trotzdem sei es ein “schwerer Einschnitt”, sagt der Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes HGV, Manfred Pinzger, im APA-Gespräch. “Ich spüre die Auswirkungen im eigenen Betrieb”, fügte er hinzu.

Die Folge sei, vor allem in der östlichen Landeshälfte, wo die Saison noch nicht abgeschlossen ist, eine starke Rückreisewelle am Freitag. Die Touristen würden versuchen, noch rechtzeitig die Rückreise anzutreten, da sonst ab Samstag die üblichen Maßnahmen wie Quarantäne bzw. ein negativer Text notwendig würden.

“Ich bin überzeugt, dass die Hälfte der Betriebe mit diesem Wochenende schließen”, so der HGV-Präsident. Auch wenn in anderen Jahren die meisten Betriebe mit Allerheiligen die Saison beendet haben, hätten viele gehofft, heuer länger offen zu lassen, um damit den späteren Saisonstart etwas zu kompensieren.

Auch einige Buschenschenke und Törggelelokale hätten angekündigt, die Saison vorzeitig zu beenden. So schließt zum Beispiel der Rebmannkeller in Lana einen Monat früher als geplant. Vorbestellungen müssen nun rückgängig gemacht werden.

Den Törggele-Lokalen machen aber nicht nur die Abreise der Touristen, sondern auch die diese Woche verschärften Corona-Auflagen zu schaffen. Das gesellige Beisammensein bei Wein, Kastanien und Schlachtplatte ist nicht mehr überall möglich, weil die Abstandsregeln auch in den Kellern eingehalten werden müssen.

Für den HGV-Präsidenten muss nun alles unternommen werden, um die Infektionszahlen wieder zu senken. Nur so könne die bevorstehende Wintersaison Anfang Dezember wieder anlaufen. Vor allem für die östliche Landeshälfte, wo traditionell auch viele italienische Touristen ihren Winterurlaub verbringen, sei es wichtig, dass nicht auch noch die Reisefreiheit innerhalb der italienischen Regionen eingeschränkt werde.

Pinzer gab sich aber zuversichtlich: “Wenn Südtirol wieder zur sicheren Destination wird und bei den Seilbahnen entsprechende Sicherheitsprotokolle zur Anwendung kommen”, sei er überzeugt, dass auch die Touristen wiederkommen. In der kommenden Woche sollen diese Sicherheitsprotokolle bei den Aufstiegsanlagen, die bereits ausgearbeitet wurden und vorliegen, abgesegnet werden.

Von: apa

Bezirk: Bozen