Rishi Sunak geht in die Vollen

Corona reißt riesige Löcher in britisches Budget

Mittwoch, 03. März 2021 | 16:46 Uhr

Großbritannien geht in der Coronakrise finanziell in die Vollen und nimmt dabei auch hohe Budgetdefizite in Kauf. Wie Finanzminister Rishi Sunak am Mittwoch in seiner Budgetrede betonte, will er für die wirtschaftliche Gesundung des Landes “alles tun, was nötig ist”. Herzstück ist ein milliardenschweres Programm für Kurzarbeit. Es wird über April hinaus bis Ende September verlängert, wobei Arbeitgeber im Zuge der geplanten Öffnung ab Sommer an den Kosten beteiligt werden.

Laut einer Schätzung des Rechnungshofs wird das Defizit für das im April beginnende Budgetjahr mit 234 Milliarden Pfund (270,73 Mrd. Euro) weit höher ausfallen als zunächst mit 164,2 Milliarden veranschlagt. Es entspricht mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Erst wenn eine konjunkturelle Erholung einsetze, sei an eine Sanierung des Etats zu denken, sagte Sunak. Mit Blick darauf will die Regierung die Körperschaftsteuer für größere Unternehmen ab 2023 erhöhen. Zuvor will der Minister Firmen mit üppigen Abschreibungsmöglichkeiten Investitionen schmackhaft machen, mit denen sie ihre Steuerlast massiv drücken können – laut Sunak die “größte Steuererleichterung der jüngeren britischen Geschichte”.

Mit einem Steuersatz bei der Körperschaftsteuer von derzeit 19 Prozent liegt Großbritannien im Kreis der 37 Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) unter dem Durchschnitt, der bei 23 Prozent liegt. 2023 soll der Körperschaftssatz mit der geplanten Erhöhung im Vereinigten Königreich auf 25 Prozent steigen.

Die britische Wirtschaft wird laut dem Finanzminister noch länger brauchen, um sich von dem “ökonomischen Schock” in Folge der Corona-Pandemie zu erholen. Die Wirtschaftsleistung des Landes sei seit März 2020 um zehn Prozent zurückgegangen, mehr als 700.000 Menschen hätten ihre Jobs verloren. “Der Schaden, den das Coronavirus angerichtet hat, ist heftig”, sagte Sunak bei der Vorstellung seines Budgetplans. “Aber wir werden uns erholen.”

Von: APA/Reuters