Ein Amazon-Lieferant mit Gesichtsmaske während des Lockdowns in Frankreich

Coronakrise beschert Amazon höhere Gewinne

Freitag, 01. Mai 2020 | 07:51 Uhr

Der boomende Handel im Internet und florierende Cloud-Dienste bescheren Amazon in der Coronakrise starke Geschäftszuwächse. Im ersten Quartal stieg der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 26 Prozent auf 75,5 Milliarden Dollar (69,42 Mrd. Euro), wie der weltgrößte Online-Händler am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Allerdings hat Amazon wegen der Pandemie auch hohe Ausgaben.

Der Quartalsgewinn fiel um rund 30 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Die größten Belastungen stehen jedoch noch bevor. Für das laufende Vierteljahr warnte Amazon vor Sonderkosten von rund 4,0 Milliarden Dollar wegen der Corona-Pandemie. Der Konzern will etwa in seine Lieferlogistik und in Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter investieren. Für das Betriebsergebnis gab Amazon eine Prognose in einer Spanne von minus bis plus 1,5 Milliarden Dollar ab und stellte einen Anstieg der Erlöse zwischen 18 und 28 Prozent in Aussicht. Amazon betonte, dass verlässliche Vorhersagen derzeit schwer seien.

Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit deutlichen Kursverlusten auf den Quartalsbericht. Dennoch zählt Amazon in der Krise bisher unbestritten zu den großen Gewinnern. In den letzten drei Monaten ist der Aktienkurs um über 30 Prozent gestiegen und hat neue Rekordhochs erreicht. Davon profitiert als Großaktionär auch Chef und Gründer Jeff Bezos stark. Sein Vermögen ist dem Bloomberg Billionaires Index zufolge seit Jahresbeginn um rund 29 Milliarden auf 143 Milliarden Dollar gestiegen, so dass er seinen Status als reichster Mensch der Welt in der Krise noch deutlich ausbaute.

Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben die Nachfrage nach Amazons Lieferdiensten in vielen US-Regionen in den letzten Monaten regelrecht explodieren lassen. Das Unternehmen tat sich mit dem großen Andrang jedoch schwer und war zeitweise überfordert. Nach wie vor müssen viele Kunden länger als gewöhnlich warten oder können bei den begehrten Lebensmittelbringdiensten gar keine Bestellungen aufgeben. Diese Probleme will Bezos mit hohen Investitionen beheben. Während US-Unternehmen im Rekordtempo Jobs abbauen, stellt Amazon dafür etwa in großem Stil Mitarbeiter ein.

Im März wurde angekündigt, 100.000 Beschäftigte anzuheuern, um die gestiegene Nachfrage zu bewältigen. Im April folgte die Einstellung weiterer 75.000. Doch Amazon steht wegen seiner Arbeitsbedingungen auch stark in der Kritik – gerade in der Coronakrise. Der Konzern wird beschuldigt, nicht genug für den Schutz seiner Beschäftigten zu tun und ist immer wieder mit Protesten konfrontiert. Amazon weist die Vorwürfe zurück, könnte aber noch Ärger bekommen. So schalteten sich beispielsweise wegen der umstrittenen Kündigung eines Streik-Organisators in New York der dortige Bürgermeister Bill de Blasio und die mächtige Generalstaatsanwältin Letitia James ein.

Verlassen kann sich der Konzern in der Ära des Zuhausebleibens und der Heimarbeit indes weiter auf sein lukratives Cloud-Geschäft, das IT-Dienste und Speicherplatz im Internet umfasst. Amazons Aushängeschild, die Web-Plattform AWS – der Marktführer bei Cloud-Services für Unternehmen – steigerte die Einnahmen im jüngsten Quartal um fast ein Drittel auf 10,2 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn der Sparte wuchs sogar um rund 40 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar. Amazons größter Cloud-Rivale Microsoft hatte am Vortag ebenfalls starkes Wachstum in diesem Bereich gemeldet.

Von: APA/ag.

Kommentare

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5 Kommentare auf "Coronakrise beschert Amazon höhere Gewinne"


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Reitiatz
Reitiatz
Superredner
28 Tage 15 h

egal wos fira krise grod isch oanr locht olbm.

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 15 h

Warum wird Amazon in den Medien eigentlich immer auf Bestellservice reduziert?

Auch nicht zu vernachlässigen: Amazon’s Onlinesparte.
Erst gestern wurde noch berichtet, wie gut Microsoft dank deren Onlinediensten verdient. Microsoft ist aber nicht der Spitzenreiter. Auch Google liegt vor ihnen und allen voran: Amazon. Sie sind (oder waren es bis vor kurzem) vier mal größer als die Nummer Zwei auf der Liste.

MarkusKoell
MarkusKoell
Grünschnabel
28 Tage 14 h

Amazon ist halt ein Amerikanische Firma und nicht so ein null acht fünfzig Unternehmen die wissen halt wo es lang geht und können sich auch durchsetzen mit allen Mitteln 

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
28 Tage 14 h

Wie in/nach jedem Krieg ( Zitat Macron ) gibt es Gewinner

Tirola
Tirola
Tratscher
28 Tage 13 h

des isch olles ungerecht das dei olle orbeitn können

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