Tönnies Fleisch für Wurstproduktion verwendet

Coronavirus – MPreis sperrt Lieferungen von Tönnies

Dienstag, 23. Juni 2020 | 10:38 Uhr

Die Supermarktkette MPreis mit Sitz in Völs in Tirol hat Lieferungen des deutschen Fleischkonzerns Tönnies zumindest vorerst eingestellt. Man habe Tönnies-Fleisch für die Wurstproduktion verwendet, erklärte die Tiroler Supermarktkette auf Twitter, nachdem der Ötztaler Blogger Markus Wilhelm ein Foto eines Tönnies-Lkw bei der Anlieferung zu MPreis gepostet hatte.

“Für die Wurstproduktion wird neben österreichischem Fleisch auch qualitätsgeprüftes Fleisch aus Deutschland verwendet, hier war die Firma Tönnies einer der Lieferanten. Die Firma Tönnies wurde letzte Woche als Lieferant gesperrt”, schrieb die Supermarktkette auf Twitter. Zudem sei das Foto, das offenbar von der MPreis-Homepage selbst stammen dürfte, etwa ein Jahr alt. Wilhelm erwiderte daraufhin, dass das Foto vom 18. Mai 2020 stamme.

Bei dem Fleischproduzenten Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in Deutschland war vergangene Woche ein großer Corona-Ausbruch bekannt geworden. Die Zahl der Infizierten in der Fabrik war bis Sonntag nach Angaben des Kreises auf 1.331 gestiegen. 5.899 Befunde lagen vor, davon war also mehr als ein Fünftel positiv. Die komplette Tönnies-Belegschaft stand vorerst unter Quarantäne.

Der Lebensmittelhändler MPreis ist mit 267 Filialen in fünf Bundesländern (Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Kärnten, Oberösterreich) und in Südtirol vertreten. Das Unternehmen beschäftigt laut eigenen Angaben rund 6.100 Mitarbeiter.

Auch auf Südtirols Speckwirtschaft hat der Corona-Ausbruch bei Tönnies Auswirkungen, denn Medienberichten zufolgen werden sechs Prozent des Südtiroler Specks mit Tönnies-Fleisch produziert.

Von: apa

Bezirk: Bozen