Hohe hygienische Standards und gute Stornobedingungen als Voraussetzung

Coronavirus: Wellnesshotel-Gäste wollen Branche die Treue halten

Freitag, 24. April 2020 | 08:05 Uhr

Die Gäste von Wellnesshotels in Österreich, Deutschland und Südtirol wollen der Branche nach der Wiedereröffnung die Treue halten. “Bei einer Umfrage unter mehr als 500 unserer Leser haben gleich 95 Prozent angegeben, einen Wellnesshotelaufenthalt zu planen”, sagte der Herausgeber des kritischen Wellnesshotelführers “Relax Guide”, Christian Werner. Voraussetzung sind aber hohe hygienische Standards und gute Stornobedingungen.

Natürlich äußerten die Befragten auch Bedenken. “Neben einer möglichen Ansteckungsgefahr waren es vor allem die Stornobedingungen, also ob bei einer Erkrankung oder einer neuerlichen Verschärfung der Maßnahmen problemlos storniert werden kann”, sagte Werner. Zudem befürchten viele, dass nach einer Wiedereröffnung das Angebot und die Qualität herunter gefahren wird.

Auch Abstand zu anderen Gästen sei ein großes Thema – etwa beim Frühstücksbuffet oder am Pool. “Hier zeigt sich aber wieder, dass Wellnessfans durchaus bereit sind, tiefer in die Tasche zu greifen, wenn die Qualität stimmt. Rund die Hälfte der Befragten würde für mehr Platz auch mehr Geld ausgeben”, so Werner.

Wie ein Betrieb in Wellnesshotels überhaupt wieder möglich sein könnte, skizzierte der Wellnessexperte folgend: “Die weitverbreitete Unsitte, Spa und Restaurant für externe Gäste zu öffnen, muss aufhören, mit diesem ersten Schritt wäre bereits viel getan.”

Weiters sollte die Anzahl der Personen begrenzt werden, die gemeinsam eine Sauna nutzen. Werner: “Dabei geht es vor allem um die sogenannten Eventsaunen für 30 bis 50 Personen.” Bei Indoor-Ruheliegen sei ebenfalls in ordentlicher Abstand wichtig. “Das ist leicht machbar, da man während der warmen Jahreszeit Liegen auch im Freien aufgestellt werden könnten, wo die Platzverhältnisse in vielen Betrieben wesentlich großzügiger seien”, sagte der Herausgeber. Natürlich müssten generell Möglichkeiten geschaffen werden, damit der vorgeschriebene Mindestabstand unter den Gästen eingehalten werden kann.

In den Speisesälen müssten neben den allgemeinen Auflagen für Restaurants zusätzliche Maßnahmen getroffen werden. Der vor allem in der Früh sehr verbreitete Buffetbetrieb sei in der Corona-Zeit in dieser Form nicht mehr möglich. “Stattdessen sollte das Frühstück serviert oder gar aufs Zimmer gebracht werden”, sagte Werner.

Aber selbst in der Krisenzeit ortet Werner generelle Trends: “Hoch im Kurs stehen Häuser in der Natur, am besten in einer ansprechenden Region mit einem guten Angebot an Wanderwegen”, meinte der Herausgeber. Aber auch Urlaub am Wasser oder schöne Plätze für eine Auszeit zum Abschalten aus dem Krisenmodus werden stark nachgefragt.

Von: apa

Bezirk: Bozen