Drei Jahrzehnte an der Spitze

Dachdecker gestern, heute und morgen

Montag, 27. Juli 2015 | 10:16 Uhr

Bozen – Vor genau 30 Jahren wurde die Berufsgemeinschaft der Dachdecker gegründet. Die diesjährige Jahreshauptversammlung stand deshalb ganz im Zeichen des Jubiläums: Gesprochen wurde über alte Zeiten, aktuelle Herausforderungen und was die Zukunft für die Dachdecker bereithält.

Aller Anfang ist schwer: Das wissen auch die Dachdecker im Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh). Sie standen vor großen Herausforderungen und Hürden, als sie vor genau 30 Jahren beschlossen, sich zu einer Berufsgemeinschaft zusammenzuschließen.

„Die erste Zeit war es alles andere als leicht“, erinnerte sich Roland Mumelter noch gut an die ersten Schritte. Mit der Unterstützung einer kleinen Gruppe motivierter Dachdecker nahm er vor drei Jahrzehnten als erster Obmann die Geschicke der Berufsgemeinschaft in die Hand. „Unsere größte Aufgabe war es, das Berufsbild des Dachdeckers und sein Arbeitsfeld klar zu definieren“, erzählte Mumelter. Bereits damals war den Gründungsmitgliedern der neuen Berufsgemeinschaft bewusst, dass ein erfolgreicher Weg in die Zukunft nur über gut ausgebildete Nachwuchshandwerker führt. „Unserer Berufsgemeinschaft verfügte kaum über finanzielle Mittel. Deshalb haben wir Ausflüge und Lehrfahrten selbst bezahlt. Trotz knapper Ressourcen waren wir uns aber im Klaren, dass solche Weiterbildungsveranstaltungen das Um und Auf für die Mitglieder einer qualifizierten Berufsgemeinschaft sind.“

Bei der Jahreshauptversammlung der Dachdecker, die in diesem Jahr auf dem Heimathof von Dachdeckermeister Ernst Parth in Ulten stattfand, war nicht nur der erste Obmann anwesend, sondern auch Heinz Gamper, der anschließend für knapp zwei Jahrzehnte der Berufsgemeinschaft vorstand.

2008 überließ er das Ruder Renate Gamper, die sich seitdem als Obfrau einer männerdominierten Berufsgemeinschaft erfolgreich beweisen konnte. Mit Stolz blickt sie auf die vergangenen Jahre und das Geleistete zurück. „Meine Vorgänger haben hervorragende Arbeit geleistet und viele Probleme aus der Welt geschaffen. Ohne ihren Einsatz wären die Südtiroler Dachdecker nicht dort, wo sie heute stehen“, lobt Renate Gamper deshalb ihre Vorgänger. Auch sie hat in den sieben Jahren ihrer Obmannschaft gar einiges bewegt. In erster Linie galt es, das Berufsbild der Dachdecker zu erhalten und zu fördern. „Aber auch das Bilden eines Netzwerkes innerhalb der Berufsgemeinschaft und die Bindung zu den verschiedenen Lieferanten war mir ein großes Anliegen“, betonte Renate Gamper. Mit Stolz blickt sie zudem auf die Teilnahme der Dachdecker bei der Klimahausmesse: „Wir sind eine der wenigen Berufsgemeinschaften, die an dieser Fachausstellung teilnehmen – und das ist schon eine besondere Auszeichnung.“

Beinahe ebenso wichtig wie zurückschauen, ist aber auch nach vorne zu blicken: Im Herbst findet in Kurtatsch im Ansitz Freienfeld das alpenregionale Treffen der Dachdecker statt. Am 9. Oktober sind alle Innungsmeister, Stellvertreter und interessierten Dachdecker zu der Veranstaltung eingeladen, bei der es unter anderem um Bauphysik bei Dachkonstruktionen, das Dach beim Klimahaus und eine besondere Herausforderung in der Höhe geht.

„Dieses Treffen ist eine gute Möglichkeit, das Netzwerk zwischen den Dachdeckern nochmals zu verstärken“, betont Renate Gamper. „Ein solcher regelmäßiger Austausch und die Diskussion über neue Trends und verschiedene Herausforderungen bieten eine Chance, die man nützen muss, um auch weiterhin Handwerk mit höchster Qualität zu garantieren.“

Von: ©lu

Bezirk: Bozen