Schon jetzt wird in der Nordsee viel Strom erzeugt

Dänemark baut Energie-Insel in der Nordsee

Donnerstag, 04. Februar 2021 | 17:07 Uhr

Es ist ein Mammutprojekt für umgerechnet mehr als 28 Milliarden Euro: Dänemark baut die weltweit erste künstliche Insel zur Speicherung von Offshore-Windenergie in der Nordsee. Eine breite politische Mehrheit sei sich nun über Bau und Eigentumsverhältnisse einig geworden, um die Energie-Insel rund 80 Kilometer vor der Küste Jütlands zu errichten, teilte das dänische Energieministerium am Donnerstag mit. “Dänemark wird um eine Insel reicher”, erklärte das Ministerium.

Mit geschätzten Gesamtkosten in Höhe von etwa 210 Milliarden Kronen (28,2 Mrd. Euro) handelt es sich um das größte Bauprojekt der dänischen Geschichte, wie Klima- und Energieminister Dan Jørgensen erklärte. Der Energie-Hub werde die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien steigern, die notwendig sei für das EU-Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Dänemark wolle letztlich auch seine europäischen Nachbarn mit einer großen Menge an erneuerbarer Energie versorgen. Wann mit dem Bau begonnen werden soll, ist noch unklar.

Die Energie-Insel soll als ein Offshore-Kraftwerk dienen, auf dem der Strom von hunderten umliegenden Windturbinen zusammenfließt und verteilt wird. Angefangen werden soll in der ersten Projektphase mit knapp 200 Windturbinen und einer Kapazität von drei Gigawatt, womit nach Regierungsangaben etwa drei Millionen Haushalte in Europa versorgt werden können. Diese Kapazitäten sollen letztlich auf zehn Gigawatt gesteigert werden, womit das Projekt eines Tages den Energieverbrauch von zehn Millionen europäischen Haushalten decken könnte. Der dänische Staat wird die Mehrheit an der Insel besitzen, aber auch private Unternehmen sind beteiligt.

Bereits im Mai 2020 hatte die dänische Regierung angekündigt, bis 2030 die ihren Angaben zufolge ersten Energie-Inseln der Erde aufbauen zu wollen. Als zweiter und kleinerer Hub soll dabei die Ostsee-Insel Bornholm dienen. Die Energie soll direkt genutzt, über die sogenannte Power-to-X-Technologie aber auch umgewandelt und anderweitig verwendet werden können, etwa in Bussen und Autos.

Für die dänische Regierung ist das Ganze auch ein Prestigeprojekt. Sie strebt an, die dänischen CO2-Emissionen bis 2030 um 70 Prozent im Vergleich zum Niveau des Jahres 1990 zu verringern.

Von: APA/dpa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Dänemark baut Energie-Insel in der Nordsee"


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pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Nennt sich das praktizierter Umweltschutz?

corona
corona
Superredner
1 Monat 3 Tage

Ja, denn etwas Nachhaltigeres als Windenergie gibt es wohl nicht. Oder wärs besser, das Methanhydrat der Nordsee abzubauen und mit verheerenden Klimafolgen in die Atmosphäre zu blasen?
Interessant, dass jedes Energieprojekt mit erneuerbarer Energiequelle gleich bekämpft wird wie die fossilen Kraftwerke, so nach dem Motto: “Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!”
Wenn ich zwischen Kohle, Erdgas, Atomstrom, Wind, Wasserkraft und Solarstrom wählen muss, weiß ich halt, was ich bevorzuge. Zum Nulltarif (Geld, Ressourcenverbrauch, Landschaftsverbrauch) lässt sich der Energiehunger der modernen Gesellschaft eben nicht stillen.

corona
corona
Superredner
1 Monat 3 Tage

Und übrigens: Besser irgendwo im Meer eine künstliche Insel aufschütten, als eine vorhandene mit intaktem Ökosystem zubetonieren.

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