Werner Stuflesser übergibt Memorandum an designierten Nachfolger

Das EURAC bekommt eine neue Führung

Donnerstag, 25. Juni 2015 | 20:36 Uhr

Drei neue Gesichter zählt der EURAC-Verwaltungsrat, der die Geschicke des Bozner Forschungszentrums in den nächsten fünf Jahren lenken wird. Das haben die Mitglieder in ihrer Jahresversammlung am heutigen 25.Juni beschlossen.

Erstmals wird der Präsident, den der Verwaltungsrat in seiner konstituierenden Sitzung Anfang Juli wählen wird, nicht Werner Stuflesser heißen. Dieser gibt sein Amt nach 23 Jahren ab. Roland Psenner, Vizerektor der Universität Innsbruck, Kulturinstituts-Direktor Peter Silbernagl und Evelyn Kustatscher, Konservatorin für Paläontologie im Naturmuseum Südtirol, sind die „Neuen“ im obersten Führungsgremium der EURAC. Gemeinsam mit Andrea Zeppa, Ressortdirektor für Wirtschaft, Innovation und Europa und Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner stellen sie den Verwaltungsrat, der aus seinen Reihen Anfang Juli den neuen EURAC-Präsidenten bestellen wird. Werner Stuflesser fasst in seiner letzten Ansprache im Amt das EURAC-Profil zusammen. Gemeinsam mit Direktor Stephan Ortner und der EURAC-Führungsriege hatte er die letzten Monate genutzt, um den Fokus der EURAC-Forschung nochmals genau herauszuarbeiten. An seinen designierten Nachfolger Roland Psenner übergibt er in einem symbolischen Akt ein Dokument, auf dem das Wesen der EURAC verschriftlicht ist.

„Ich bin stolz, sagen zu können, dass wir in den letzten 23 Jahren aus einem Ein-Mann-Betrieb ein Interdisziplinäres Zentrum für zukunftsrelevante Forschung mit 400 Mitarbeitern gemacht haben. Oberstes Ziel der EURAC-Forschung war und ist es, einen Beitrag für eine bessere Zukunft zu leisten: Die Erkenntnisse unserer Notfallmediziner sichern unterkühlten Unfallopfern bessere Überlebenschancen zu, Solarkataster zeigen auf, wo sich die Produktion von Solarstrom lohnt. Wir erarbeiten konkrete Antworten auf konkrete Fragen und haben dabei immer das Wohl der nächsten Generation im Kopf“, erklärt er.

Gerade wenn es um globale Herausforderungen, wie den Kampf gegen Parkinson oder die Klimaerwärmung gehe, sei die EURAC durch ihre interdisziplinäre Arbeitsweise besonders erfolgreich. „Die flexible, unbürokratische Zusammenarbeit zwischen Forschern unterschiedlicher Fachbereiche ist ein Juwel, das die EURAC unverwechselbar macht und das sie sich immer bewahren sollte“ so der Rat des Alt-Präsidenten. Ebenso wichtig erscheint ihm die gelebte Unabhängigkeit an der EURAC – das wichtigste Gut in der Wissenschaft – und die bewusste Vertrauenskultur, auf der die Zusammenarbeit der EURAC-Wissenschaftler, die aus unterschiedlichen 31 Ländern stammen, basiere. „Zum Denken braucht man Freiraum. Nur so kann man Höchstleistungen erbringen“, so Stuflesser.

Diese verlangt die EURAC auch von ihren Mitarbeitern und setzt die Messlatte sehr hoch: „Die Menschen in Südtirol sollen den höchstmöglichen Nutzen aus der EURAC-Forschung ziehen. Dazu müssen unsere Wissenschaftler Forschungsleistungen mit exzellenter Qualität erbringen. Maßstab ist hierbei der erfolgreich bestandene Wettbewerb mit Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Einrichtungen vor einem internationalen Hintergrund“, erläutert EURAC-Direktor Stephan Ortner.

Ein klares Bild zeichneten hier die von der EU finanzierten Forschungsprojekte: Über 43 Millionen Euro hat die EURAC aus Brüssel für sich und ihre Forschungspartner im vergangenen Jahr verwaltet. Im hart umkämpften neuen und größten EU-Förderprogramm Horizon 2020 erhielten Antragsteller derzeit im Schnitt nur in 16,9 Prozent der Fälle eine Finanzierung für ihre eingereichten Projekte. Die EURAC liege mit einer Erfolgsquote von 43 Prozent bei Anträgen für selbst koordinierte Projekte weit über dem EU-Durchschnitt.

Von: ©ka