Es gibt auch Alternativen zu Whatsapp

Das steckt hinter den neuen Whatsapp-Nutzungsbedingungen

Freitag, 08. Januar 2021 | 18:09 Uhr

Dass Whatsapp Kontoinformationen und Nutzungsdaten sammelt, ist kein Geheimnis. Wenn nun ein Pop-up in der App eine geänderte Datenschutzrichtlinie ankündigt, die am 8. Februar in Kraft tritt, gehen bei vielen Nutzern vielleicht die Alarmleuchten an. Allerdings soll es in der für die EU und Großbritannien geltenden, überarbeiteten Richtlinie keine Änderungen geben, die das Teilen von Daten mit anderen Facebook-Unternehmen betreffen, wie ein Whatsapp-Sprecher erklärt.

Anders sieht es global aus. Denn für den Rest der Welt gilt eine andere Datenschutzrichtlinie. Außerhalb der EU fließen Whatsapp-Nutzerdaten an Facebook zu Werbezwecken oder zur Verbesserung von Produkten – allerdings bereits seit dem Jahr 2016. Änderungen an der Datenweitergabe von Whatsapp an Facebook gibt es, anders als am Donnerstag zunächst berichtet, nach Angaben des Unternehmens daher nun keine.

Doch welche Änderungen bringt dann die neue EU-Datenschutzrichtlinie? Als “wesentliche” Änderungen nennt Facebook “klarer formulierte, detailliertere Nutzer-Informationen, wie und warum Daten verarbeitet werden” sowie Informationen darüber, wie Unternehmen, die über Whatsapp mit ihren Kundinnen und Kunden kommunizieren, Chats speichern und verwalten können.

Den neuen Bedingungen muss in jedem Fall zugestimmt werden, um Whatsapp auch künftig weiter nutzen zu können. Allerdings lässt sich das Pop-up vorerst noch mit einem Fingertipp auf das Kreuz ganz oben rechts (iPhone) oder auf den Button “Nicht jetzt” (Android) verbannen. In diesem Fall funktioniert Whatsapp noch bis zum 8. Februar weiter. Anschließend hat man ohne Zustimmung jedoch keinen Zugriff mehr auf den Dienst.

Auch wenn Whatsapp-Nutzerdaten aus der EU-Region nach wie vor nicht für Facebook-Produktverbesserungen oder -Werbung eingesetzt werden: Die geänderte EU-Datenschutzrichtlinie offenbart weiterhin, welche Informationen Whatsapp erhebt und teils auch mit anderen Facebook-Diensten austauscht: Neben der Mobiltelefonnummer, Status-Informationen oder Transaktionsdaten gehören dazu automatisch erhobene Daten wie Nutzungs- und Protokollinformationen, Geräte- und Verbindungsdaten oder der Standort in Gestalt der IP-Adresse.

Den Zweck dieser Metadaten-Sammlung legt der Dienst in der neuen EU-Datenschutzrichtlinie wie folgt dar: Gemeinsam wolle man “gegen Spam, Drohungen, Missbrauch oder Rechteverletzungen” vorgehen, heißt es. “Whatsapp arbeitet auch mit den anderen Facebook-Unternehmen zusammen und teilt Informationen mit diesen, damit sie uns dabei helfen können, unsere Dienste zu betreiben, bereitzustellen, zu verbessern, zu verstehen, anzupassen, zu unterstützen und zu vermarkten.”

Dann wird aber eingeschränkt: “Keine der Informationen, die Whatsapp auf dieser Grundlage weitergibt, dürfen für die eigenen Zwecke der Facebook-Unternehmen verwendet werden.” Soll heißen: keine Produktverbesserungen und keine personalisierte Anzeigen bei Facebook und seinen Diensten mit Hilfe dieser Daten.

Wer allerdings schon damit, dass Whatsapp solche Daten überhaupt aufzeichnet, nicht einverstanden ist, dem bleibt nur, dem Dienst den Rücken zu kehren, seinen Account zu löschen und auf andere Messenger zu setzen.

Das ist auch problemlos möglich. Gute, vertrauenswürdige, quelloffene Messenger-Apps, die Whatsapp in der Funktionalität in nichts nachstehen, aber einen Privatsphäre-orientierten Umgang mit Nutzerdaten pflegen, gibt es einige. Verschiedene Messenger-Apps lassen sich auch problemlos parallel ausprobieren oder nutzen – zum Beispiel dann, wenn sich im Familien- oder Freundeskreis noch kein eindeutiger Trend zur Nutzung eines Messengers abzeichnet.

Das Verbraucherportal “Mobilsicher.de” empfiehlt zum Beispiel die Messenger Signal, Threema oder Wire, die alle mindestens als Android- und iOS-App sowie als Desktop-Anwendung verfügbar sind.

Von: APA/dpa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Das steckt hinter den neuen Whatsapp-Nutzungsbedingungen"


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Trina1
Trina1
Superredner
15 Tage 2 h

Na ja die Faxebux Diktatur hat sicher kein Problem mit dem volksamen Volk 🙈

Ars Vivendi
15 Tage 1 h

@Trina1….einerseits würde ich gern zu einem anderen Messangerdienst wechseln, muss allerdings vorher noch ein paar Hundert Kontakte davon überzeugen. Andererseits ist es nur eine Frage der Zeit, bis dann ein ähnliches “Vorgehen” wieder auftaucht.

Trina1
Trina1
Superredner
15 Tage 1 h

@Ars Vivendi das wird stimmen ja!

Mikeman
Mikeman
Kinig
15 Tage 30 Min

@ Ars Vivendi
ohne Angeberei kommt ein B…… kaum zurecht oder wie?
Was interressiert die werten Leser hier deine paar hundert Kontakte?
Minderwertigkeitsproblem??

Ars Vivendi
14 Tage 19 h

@Mikeman…ich habe @Trina1 geantwortet. Das ist der Sinn eines Forums und gehört sich. Ich benutze WhatsApp seit vielen Jahren, da kommt einiges zusammen. Meine Kommentare lesen ist keine Verpflichtung. Lass es einfach

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
15 Tage 1 h

Wenn jemand Angst vor der Weitergabe seiner persönlichen Daten und Nutzerverhalten hat, sollte er schleunigst das Smartphon in die Tonne werfen.
Da sehen einige anscheinend den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr…

gafnsana
gafnsana
Tratscher
15 Tage 1 h

Solange die nachrichten end to end verschüsselt bleiben, könnte ich noch damit leben. Aber ich bevorzuge die nutzung von telegram und signal die sicherer sind und sogar besser funktionieren als whatsapp.

Missx
Missx
Kinig
14 Tage 11 h

@gafnsana
Die moderne, flexible Generation ist längst schon dabei auf einen alternativen Messenger zu wechseln. Ca 70% meiner wenigen, aber stetigen Kontakte haben WhatsApp schon den Rücken gekehrt.

faif
faif
Superredner
15 Tage 54 Min

…hurra und olle wärn in “zustimmen” button drucken…ober wehe man denkt laut iber digitale unterstützung ve anticorona mossnohmen mittels handy noch …sämm hoogelts minuslikes ohne ende…
verkehrte welt!

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
15 Tage 1 h

Die Daten werden echt erst jetzt nach Zustimmung weitergeleitet? 🤔

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