Entwicklungszusammenarbeit

Delegation aus Ecuador besucht Südtirol

Montag, 22. Juni 2015 | 17:58 Uhr

Bozen – Eine Delegation aus Ecuador besucht in diesen Tagen das Land Südtirol. Im Rahmen eines EU-Projekts unterstützt das Land vier Provinzen im Norden Ecuadors beim Aufbau einer effizienteren Verwaltung. Landeshauptmann Arno Kompatscher kündigte bei einem Treffen am heutigen Montag an, das Projekt eventuell auszudehnen.

Das Land Südtirol unterstütze im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit viele Regionen in der ganzen Welt, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher zu Beginn des Treffens. Doch die Zusammenarbeit mit der Mancomunidad del Norte in Ecuador sei eine besondere. Das Projekt hat eine Stärkung der Verwaltung und der Einführung einer modernen, nutzerfreundlichen Struktur zum Ziel, auch um eine bessere Bürgerbeteiligung bei Verwaltungsentscheidungen zu ermöglichen.

"Eine der wichtigen Säulen dieser Zusammenarbeit ist die Partizipation der Bevölkerung. In diesem Bereich haben wir auch in Südtirol noch nicht alle Ziele erreicht, aber können einige Beispiele geben, wie sie funktionieren kann", sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher bei seinem Treffen mit der Delegation aus Ecuador. Das zweite Ziel des Projektes ist der Aufbau eines besseren Informationssystems geografischer Daten. "Dies gibt einerseits der Verwaltung Aufschluss über die Gegebenheiten vor Ort, über Infrastrukturen, Straßen u.v.m. Andererseits zeigen die Daten auch die demografische Situation, wie etwa den sozialen Status der Bevölkerung", beschrieb der Landeshauptmann.

Anwesend waren neben dem Präfekten und politischen Vertreter der Provinz Carchi, Guillermo Herrera, auch die Generaldirektoren der Verwaltung sowie weitere hochrangige Vertreter der insgesamt vier nördlichen Provinzen Ecuadors, die an dem Projekt beteiligt sind.

Vorgesehen ist derzeit, dass das 2014 gestartete Projekt mit 2017 ausläuft. Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärte, dass das Land Südtirol zu einer weiteren Zusammenarbeit bereit sei oder auch zu einer Ausdehnung des Projektes. Dabei nannte er eine mögliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit dem Süden Kolumbiens. Der Präfekt und politische Vertreter der Provinz Carchi bedankte sich für die bisherige Arbeit und lud den Landeshauptmann auch zu einem Gegenbesuch nach Ecuador ein.

Ein Bild von der Situation im Land gemacht hatten sich im vergangenen Herbst auch Experten der Südtiroler Landesverwaltung, Günter Sölva, Maximilian Lösch und Ivo Planatscher.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der NGO COSPE aus Florenz, der Europäischen Union und dem Land Südtirol.

Im Verlauf dieser Woche wird die Delegation verschiedene Ämter besuchen. Dabei wird ihnen morgen das Südtiroler geografische Informationssystem GIS in den Ämtern für Landwirtschaft, Landeskartographie, Gewässernutzung und im Naturkundemuseum vorgestellt. Außerdem erfolgt morgen ein Treffen mit Generalsekretär Eros Magnago. Auch mit dem Bürgermeister von Mals ist ein Treffen geplant.

Von: ©lpa

Bezirk: Bozen