Die Gewerkschaft will eine Arbeitsplatzgarantie

Deutsche Regierung schaltete sich in Opel-Streit ein

Freitag, 20. April 2018 | 19:13 Uhr

Im Streit mit dem neuen Mutterkonzern PSA über den Erhalt von Arbeitsplätzen beim kriselnden Autobauer Opel ist die deutsche Bundesregierung den Arbeitnehmern zur Seite gesprungen. Arbeitsminister Hubertus Heil und Wirtschaftsminister Peter Altmaier telefonierten am Freitag mit Konzernchef Carlos Tavares.

Heil wollte darauf dringen, dass “alles Menschenmögliche” getan werde, damit Beschäftigung und Standorte in Deutschland gesichert würden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel verfolge die Gespräche genau, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

PSA-Chef Tavares und Opel-Chef Michael Lohscheller hätten “fruchtbare Diskussionen” mit Heil und Altmaier geführt, teilte Peugeot mit. Der Dialog sei “offen und konstruktiv” gewesen, und man teile das Interesse, an einer nachhaltigen Zukunft für Opel zu arbeiten. Peugeot sicherte zu, derzeit alle existierenden Tarifverträge einzuhalten und in alle deutschen Werke zu investieren, sobald die Leistungsanforderungen erfüllt würden.

Betriebsrat und IG Metall werfen dem Unternehmen nach gut einem halben Jahr ergebnisloser Verhandlungen vor, mit einem Kahlschlag in Deutschland die Marke mit dem Blitz zu gefährden. “Die Frage ist, wie viel von der Marke Opel am Ende übrig bleiben wird”, kritisierte Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug am Freitag in Frankfurt.

Der Opel-Chef bekräftigte dagegen im “Darmstädter Echo”: “Wir haben immer gesagt, dass es keine Werksschließungen und keine betriebsbedingten Kündigungen gibt. Und dazu stehen wir.” Das Unternehmen pocht aber auf Lohnkürzungen, um die Arbeitskosten auf das niedrigere Niveau des Mutterkonzerns zu drücken. Die Arbeitnehmerseite ist dazu nur bereit, wenn es im Gegenzug Beschäftigungszusagen bis 2025 gibt. Das habe Opel bisher verweigert, erklärt die Gewerkschaft.

Vor allem das kleinste deutsche Werk in Eisenach mit seinen 1.800 Beschäftigten steht auf der Kippe, befürchtet die Gewerkschaft. Bisher habe das Unternehmen als Ersatz für wegfallende Modelle aus der Zeit unter dem Dach des US-Konzerns General Motors, von dem PSA Opel im August übernahm, nur das SUV Grandland geplant, sagte Berthold Huber, Ex-Chef der IG Metall und Berater der Gewerkschaft im Opel-Konflikt. Doch Eisenach brauche zwei Modelle und Arbeit in zwei Schichten, um auf Dauer zu bestehen. Das “Angebot” sei möglicherweise der “Tod von Eisenach”.

Von: APA/ag.