Luftaufnahme vom Tesla-Werk im Osten Berlins

Deutsche Tesla-Fabrik fast fertig, Genehmigung fehlt noch

Sonntag, 18. Juli 2021 | 09:35 Uhr

Die Bauarbeiten des US-Elektroautoherstellers Tesla für seine erste europäische Fabrik in Grünheide bei Berlin laufen auf Hochtouren – obwohl die Genehmigung dafür fehlt. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) zeigt sich zuversichtlich, dass einer abschließenden umweltrechtlichen Zulassung aus jetziger Sicht nichts im Wege steht. Umweltverbände haben mehrfach versucht, vorzeitige Genehmigungen zu kippen. Doch die Bauarbeiten gingen in Teilabschnitten weiter.

Am morgigen Montag (19. Juli) endet die Frist für die öffentliche Auslegung von Unterlagen des geänderten Antrags von Tesla für den Bau. Wann das Land über die Genehmigung entscheidet, ist offen.

Der Landes-Wirtschaftsminister (Wirtschaftslandesrat, Anm.) zeigt sich zuversichtlich. “Aus Sicht des Wirtschaftsministeriums sind zum jetzigen Zeitpunkt keine Versagungsgründe für die Genehmigung erkennbar unter der Voraussetzung, dass keine unvorhersehbaren Ereignisse beim Genehmigungsverfahren geschehen”, sagte Steinbach auf Anfrage. “Tesla hat im Antragsverfahren gezeigt, dass alles dafür getan wird, um Genehmigungshindernisse auszuräumen.”

Das ist nach Ansicht des Politikers zum Beispiel beim verringerten Wasserbedarf in der Vergangenheit bewiesen worden. Tesla hatte die Höhe des Wasserbedarfs in der Spitze – auch nach vehementer Kritik von Umweltschützern und Anwohnern – niedriger bemessen.

Der Naturschutzbund und die Grüne Liga Brandenburg scheiterten zuletzt mit einem Eilantrag gegen eine vorzeitige Genehmigung vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg. Die Umweltverbände hatten sich gegen Tests von Anlagen im Bereich der Lackiererei, Gießerei und des Karosseriebaus sowie die Installation von Tanks für die Abwasserreinigung und die Betankungsanlage gewandt. Das Brandenburger Umweltministerium geht dabei nur von geringen Mengen wassergefährdender und bei einem Störfall bedeutsamer Stoffe aus.

Die Umweltschützer verweisen auf ein Störfallgutachten, sie halten damit eine positive Prognose für die Genehmigung nicht mehr für möglich. Damit fehlt aus ihrer Sicht eine der wichtigen Voraussetzungen für die vorzeitige Zulassung. Der Landesgeschäftsführer der Grünen Liga Brandenburg, Michael Ganschow, sieht die Gefahr, “dass der Standort im Wasserschutzgebiet im Verfahren nicht notwendig Berücksichtigung findet”. Er kritisiert auch, es gebe zahlreiche geschwärzte Stellen im Antrag von Tesla, mit denen die Frage der Gefahr unklar sei.

Eigentlich wollte Tesla am 1. Juli mit der Produktion starten, doch wegen eines neuen Antrags für das Projekt – der auch die geplante Batteriefabrik enthält – verzögert sich das Verfahren. Nun peilt das Unternehmen einen Beginn Ende dieses Jahres an. Geplant sind 500.000 Elektroautos im Jahr.

Von: APA/dpa

Kommentare

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20 Kommentare auf "Deutsche Tesla-Fabrik fast fertig, Genehmigung fehlt noch"


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Doolin
Doolin
Universalgelehrter
13 Tage 16 h

….die Deitschn lassen Tesla zerscht amoll bauen…die Genehmigung gibt’s dann hinterher…so kriecht man einem Elektroautobauer in den Allerwertesten…damit die Karren dann auch gekauft werden, gibt’s obendrein Förderungen vom Steuerzahler…
😁

Reitiatz
Reitiatz
Universalgelehrter
13 Tage 15 h

mir gleich, ih fohr weiter mit mein europäischen korrn 😉

Frank
Frank
Superredner
13 Tage 15 h
Nein, nicht “die Deitschn”, sondern ein paar Landespolitiker lassen Tesla gegen den Willen eines großen Teils der Bevölkerung, gegen Umweltbedenken, …, machen, was sie wollen. Selbst die kürzlich entlarvten Schwarzbauten auf dem Gelände, nicht beantragte und nicht genehmigte Tanks für ein umweltschädliches Kältemittel, werden als Grund gesehen, dort einzuschreiten, zu groß ist die Angst, Tesla könnte ja einen Rückzieher machen. Daß Tesla noch nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene und vertraglich vereinbarte Sicherheitsleistung bezahlt hat, und das immer noch kein Grund für Politik und Justiz ist, mal kritisch zu hinterfragen, Schwamm drüber. Daß der für Grünheide geplante Typ 3 allein schon… Weiterlesen »
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Kinig
13 Tage 12 h

@Frank..👍 so einen “Unfug” stelle ich mir nicht in die Garage. Da die Landesregierung in Brandenburg aus 🟥 ⬛ 🟩 besteht, braucht mir von Denen vor der Bundestagswahl im September keiner mit dem “Thema” Umweltschutz kommen. Obwohl, bin ja Ende September eh weg aus Deutschland, kann mir insofern egal sein, wer die Wahl gewinnt…

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
13 Tage 12 h

@frank
Rote und Grüne.

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Kinig
12 Tage 23 h

@pfaelzerwald..hast du nicht eine “Farbe” vergessen?

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Kinig
11 Tage 20 h

Hallo 👋👋 liebe 🙈 👎Drücker. Google ist öffentlich für Jede/n zugänglich und vorallem KOSTENLOS !!!

quilombo
quilombo
Superredner
13 Tage 15 h

daß für dieses Projekt 150 ha Wald gerodet wurden, trotz dem massiven Widerstand der Bevölkerung, kommt noch dazu!! Was versteht man eigentlich unter “umweltfreundlich”?
Abgesehen davon, daß ich soviel Geld nicht habe, einen Tesla werde ich niemals kaufen, wegen diesem Werk und dem was in Bolivien passiert ist.

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
13 Tage 12 h

@quilombo
Fichten Monokultur.

quilombo
quilombo
Superredner
13 Tage 8 h

@pfaelzerwald, früher hat man es beim Aufforsten nicht besser verstanden. Aber das läßt sich mit der Zeit korrigieren, inzwischen sorgt auch Fichtenmonokultur für Sauerstoffaustausch. Jetzt nicht mehr, es wurde eine Einöde geschaffen welche viel Umweltverschmutzung bringt.

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Kinig
12 Tage 23 h

@pfaelzerwald….WASSERSCHUTZGEBIET !!!!!

Frank
Frank
Superredner
11 Tage 21 h

@pfaelzerwald Wenn man nicht Bescheid weiß …

1. waren es Kiefern, weil auf dem brandenburger Sand nichts Anderes wächst, 2. war und ist es ein Wasserschutzgebiet, was das Ganze Vorhaben zum Skandal macht.

Nicht zu vergessen, daß die CDU 1/3 der Landesregierung stellt und entscheidend zu ihrer Unfähigkeit beiträgt. Wenn ich schon den Innenminister, selbstverständlich CDU, sehe …

inni
inni
Superredner
13 Tage 15 h

Ob Elektroautos so schnell Verbrenner-Autos ablösen werden … 🤔… daran hab‘ ich große Zweifel.

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Kinig
13 Tage 12 h

@inni…👍da sind Sie nicht allein…

Galantis
Galantis
Grünschnabel
13 Tage 15 h

Super, das sind fantastische Nachrichten! Sobald das erste deutsche Model 3 vom Band rollt werde auch ich stolzer Besitzer sein!

Iatz woll
Iatz woll
Tratscher
13 Tage 22 h

Sieht man wieder mal klar und deutlich wer in der EU das sagen hat, und das wieso der Druck auf Verbrennungsmotoren mit (fast) zwingenden umstieg auf E Fahrzeuge. Deutschland hat alles fein gründlich geplant mit einem Sitz von Tesla, und somit wird DESSEN Wirtschaft hochgekurbelt….

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Kinig
11 Tage 20 h

@latz woll….ich “freue” mich jetzt schon für die führenden europäischen Automobilhersteller, wenn 2033/34 deren Verkaufszahlen für “Verbrenner” in den wirtschaftlich starken EU Ländern durch die Decke gehen. Parallel dazu werden einige weniger “Reiche” wieder auf rein mit Muskelkraft “betriebene” 🚲🚲 und 👨‍🦯👩‍🦯 sowie (CO2 reduzierte) Pferdefuhrwerke umstellen….

hundeseele
hundeseele
Superredner
13 Tage 13 h

Der Wille der Bevölkerung zählt nix mehr.Geld regiert die Welt😥

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Kinig
13 Tage 12 h

Wenn sichergestellt ist, dass der errichtete Bau auch so genehmigt wird, hätte das zuerst Fertigstellen und danach Genehmigen (besser “Abnicken”) lassen für Bauherren den Vorteil, dass sie die Pläne nicht aufwändig ändern lassen müssen.. 😉

Frank
Frank
Superredner
11 Tage 21 h

Die Pläne wurden schon x Mal geändert, nun mußte sie Tesla wieder einmal offenlegen, begleitet von einem “Gutachten”, das Tesla beauftragt hat. Hoffentlich melden sich im Einwandverfahren recht Viele zu Wort, um diesen Irrsinn noch zu stoppen.

Die erhofften vielen Arbeitsplätze wird es wohl sowieso nicht geben, zum Einen wird auf massive Automatisierung gesetzt, zum Anderen pfeifen die Spatzen von den Dächern, daß bevorzugt billigere Arbeitskräfte aus dem nahen Polen eingestellt werden.

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