Deutschlands und Österreichs Wirtschaft sind von Russland abhängig

Deutsche Wirtschaft stagniert

Freitag, 22. April 2022 | 12:27 Uhr

Die deutsche Wirtschaft hat zu Jahresbeginn stagniert. Vor Ausbruch des Kriegs gegen die Ukraine am 24. Februar haben demnach die Lieferengpässe in der Industrie etwas nachgelassen, wie die deutsche Notenbank am Freitag in ihrem Monatsbericht weiter mitteilte. Zudem profitierte der Bau von der milden Witterung. “Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs dürften gleichwohl die eigentlich angelegte kräftige Erholung erheblich schwächen”, warnten die Bundesbank-Volkswirte.

Für die am kommenden Freitag anstehenden Daten des Statistischen Bundesamtes zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal erwarten befragte Experten ein Plus von 0,2 Prozent, nachdem die Wirtschaft Ende 2021 um 0,3 Prozent geschrumpft war.

“Die Auswirkungen des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine auf die deutsche Wirtschaft waren anfänglich wohl begrenzt”, teilte die Bundesbank weiter mit. Doch Beeinträchtigungen im Außenhandel und in den Lieferketten, die drastisch gestiegenen Energiepreise und eine erhöhte Unsicherheit belasteten Unternehmen und private Haushalte. Das Ausmaß der makroökonomischen Folgen des Kriegs sei jedoch nach wie vor sehr unsicher und hänge von seinem weiteren Fortgang ab.

Eine Eskalation des Ukraine-Kriegs und verschärfte Sanktionen gegen Russland würden die deutsche Wirtschaft hart treffen. Auch die bereits hohe Inflation würde dann noch weiter angeheizt. “Im verschärften Krisenszenario würde das reale BIP im laufenden Jahr gegenüber dem Jahr 2021 um knapp zwei Prozent zurückgehen”, so die Bundesbank-Experten. In dem Szenario gehen sie unter anderem davon aus, dass die EU in Reaktion auf eine Zuspitzung des Ukraine-Kriegs ein Öl- und Gasembargo beschließt. Bei ihren Schätzungen nutzten die Experten Modellrechnungen, um die konjunkturellen Auswirkungen zu erfassen.

Die Bundesbank untersuchte zudem, in welchem Ausmaß ein Energielieferstopp aus Russland das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dämpfen würde. Den Experten zufolge würden sich heuer die BIP-Einbußen dann zwischen 1 Prozent und 3,25 Prozent bewegen. Dabei unterstellen sie, dass für russische Gaslieferungen auf kurze Sicht kein Ersatz gefunden wird. In der schärferen Rechenvariante nehmen sie an, dass die Lieferausfälle bei Energie neben den Energieversorgern auch energieintensive Branchen wie die Chemieindustrie direkt treffen.

Vor allem wegen steigender Energierohstoffpreise dürfte nach den Berechnungen der Bundesbank die Inflation dann weiter angetrieben werden. In diesem Jahr würde die Teuerung um rund 1,5 Prozentpunkte höher ausfallen. “Im Folgejahr sind die Auswirkungen noch größer”, schreiben die Experten. Selbst 2024 wäre die Inflation noch erhöht, dann allerdings nicht mehr so stark.

Die Bundesbank berechnete zudem, welche wirtschaftlichen Folgen eine Eskalation des Kriegs für die gesamte Eurozone haben würde. Im gesamten Euroraum würde die Wirtschaftsleistung dann um 1,75 Prozent niedriger ausfallen als in der Prognose der EZB vom März erwartet. Für 2023 errechneten die Experten ähnliche Einbußen – erst 2024 würden die Belastungen leicht zurückgehen. In ihren Prognosen vom März hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zwar bereits erste Kriegsfolgen erfasst – eine mögliche Zuspitzung wie von der Bundesbank angenommen wurde aber nicht berücksichtigt.

Von: APA/Reuters

Kommentare

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2 Kommentare auf "Deutsche Wirtschaft stagniert"


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Zugspitze947
1 Monat 3 Tage

DAS halten wir schon aus ! Wenn der Kreigesverbrecher Putin verloren aht gehts wieder aufwärts :-)❤👌

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Na und? Soll sie halt stagnieren…

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