Die deutsche Wirtschaft dürfte 2020 um 5 Prozent einbrechen

Deutsche Wirtschaftsweise heben BIP-Prognose für 2020 an

Dienstag, 10. November 2020 | 15:23 Uhr

Die “Wirtschaftsweisen” erwarten, dass die Konjunktur in Deutschland infolge der Coronakrise heuer nicht so schlimm abstürzt wie befürchtet. Aufgrund der kräftigen Erholung im Sommer dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,1 Prozent schrumpfen und damit ungefähr so stark wie während der globalen Finanzkrise 2009, heißt es im Jahresgutachten. Es lag der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Auszügen vor und wird an diesem Mittwoch vorgelegt.

Zuvor hatte die “Süddeutsche Zeitung” darüber berichtet. Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erwartet in der Ende Oktober vorgelegten Herbstprognose ein Minus des Bruttoinlandsprodukts von 5,5 Prozent. Im Juni hatten die “Wirtschaftsweisen” noch einen BIP-Rückgang von 6,5 Prozent vorhergesagt. Zugleich heißt es im Gutachten des Sachverständigenrats aber: “Für die weitere Entwicklung bleiben das Infektionsgeschehen und die daraufhin getroffenen Einschränkungen entscheidend.”

Für das kommende Jahr rechnet Altmaier mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,4 Prozent. Die “Wirtschaftsweisen” prognostizieren ein etwas schwächeres Wachstum von 3,7 Prozent.

Das Vorkrisenniveau des 4. Quartals dürfte aus Sicht der Wirtschaftsweisen aber nicht vor Anfang 2022 erreicht werden. Der Sachverständigenrat geht in seiner Prognose davon aus, dass das Infektionsgeschehen mit begrenzten Eingriffen unter Kontrolle gehalten werden könne, dafür kein umfangreicher Shutdown wie im Frühjahr notwendig sei und internationale Lieferketten nicht wesentlich gestört würden.

Der flächendeckende Lockdown im Frühjahr hatte zu einem Einbruch der Wirtschaft geführt. Von Juli bis September aber war das Bruttoinlandsprodukt dann unerwartet stark gestiegen, und zwar um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Altmaier hatte Ende Oktober gesagt, er sehe die Entwicklung der Konjunktur in Deutschland angesichts der zweiten Coronawelle am Scheideweg. Bund und Ländern hatten harte Maßnahmen beschlossen, um eine weitere schnelle Ausbreitung des Virus zu verhindern. So mussten Gastronomiebetriebe für den November schließen, Hotels dürfen keine Touristen mehr aufnehmen. Die deutsche Regierung hatte Milliardenhilfen beschlossen.

Die Politik habe in der Krise “rasch und geschlossen” gehandelt, heißt es im Gutachten der “Wirtschaftsweisen” zu den gesamten Krisenmaßnahmen von Bund und Ländern. Das im Juni beschlossene Konjunkturpaket allerdings sei nicht in allen Teilen zielgenau. So zeige sich in einer Umfrage für den Sachverständigenrat, dass von der befristeten Senkung der Mehrwertsteuer nur in geringem Maße die von der Krise besonders betroffenen Haushalte profitierten – und die Steuersenkung nur teilweise zu mehr Konsum führe.

Die “Wirtschaftsweisen” forderten steuerliche Entlastungen der Firmen. Der Verlustrücktrag müsse ausgeweitet werden. Dies fordern Wirtschaftsverbände seit langem. Unternehmen sollen mehr als bisher möglich krisenbedingte Verluste mit Gewinnen aus den Vorjahren steuerlich verrechnen können. In der schwarz-roten Koalition ist eine Ausweitung dieses Instruments aber umstritten.

Der fünfköpfige Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berät die Politik. Die Experten werden umgangssprachlich auch als die “Wirtschaftsweisen” bezeichnet.

Von: APA/ag.

Kommentare

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2 Kommentare auf "Deutsche Wirtschaftsweise heben BIP-Prognose für 2020 an"


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Zugspitze947
18 Tage 12 h

TJA das MADE in GERMANY ist halt eine stabile Balnk und das wird sie bleiben ! Auf gehts ,Jammern dürfen Andere 🙂

Missx
Missx
Kinig
16 Tage 20 h

Puh, sind die schlecht dran

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