Schröder mit Rosneft-Chef Igor Setschin

Deutscher Ex-Kanzler Schröder nun im Rosneft-Aufsichtsrat

Freitag, 29. September 2017 | 15:55 Uhr

Der frühere deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder wird Chef des Aufsichtsrats beim russischen Ölriesen Rosneft. Die Aktionärsversammlung des halbstaatlichen Konzerns billigte am Freitag in St. Petersburg die Berufung des Altkanzlers auf den Spitzenposten. Die Personalie ist politisch brisant: Rosneft steht auf der Sanktionsliste der EU.

Schröder bedankte sich für die Wahl. Er wolle seine Erfahrung zum Wohl des Konzerns einsetzen, sagte er in St. Petersburg. Seine Berufung in den Aufsichtsrat war seit längerem geplant.

Unklar war bis Freitag zunächst, ob er auf Anhieb an dessen Spitze treten würde. Zum Abschluss der Versammlung gab der Altkanzler dann vor Journalisten bekannt, dass er tatsächlich zum Aufsichtsratschef gewählt worden sei.

Vor der Abstimmung hatte Konzernchef Igor Setschin auf der Versammlung für die Berufung des Altkanzlers geworben. Der Rosneft-Chef erwartet durch die Wahl neue Impulse für das deutsch-russische Verhältnis: Schröder sei ein Politiker, der “regelmäßig die strategische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland verteidigt” habe, sagte Setschin. Schröders Engagement für Rosneft werde “die Beziehungen unserer Länder beleben”.

Der frühere Kanzler verfüge über “erhebliche Erfahrung” und “einzigartige Kompetenz”, sagte Setschin. Der Eintritt des Altkanzlers in den Aufsichtsrat werde “zur Entwicklung unserer internationalen Aktivitäten beitragen”.

In Deutschland wird Schröders Einzug in die Konzernspitze vielfach kritisiert. Rosneft pflegt enge Verbindungen zum Kreml. Dem Ex-Kanzler wird vorgeworfen, sich von seinem Freund Präsident Wladimir Putin vereinnahmen zu lassen.

Schröders künftiger Arbeitgeber Rosneft zählt zu jenen Unternehmen, welche die EU wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim mit Sanktionen belegt hat. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete Schröders Vorgehen deshalb als “nicht in Ordnung”.

Schröder selbst verteidigt sein Engagement in der russischen Wirtschaft. Aus seiner Sicht sei es nicht vernünftig, “unseren größten Nachbarn Russland ökonomisch und politisch zu isolieren”, sagte er kürzlich.

Von: APA/dpa

Kommentare

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7 Kommentare auf "Deutscher Ex-Kanzler Schröder nun im Rosneft-Aufsichtsrat"


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alles oder nichts
22 Tage 22 h

des interessiert logisch koan, sein olle mit der wohnung in rom beschäftigt😂 bravo südtirol

geronimo
geronimo
Tratscher
22 Tage 21 h

Da rollt der Rubel 😂😂😂

bon jour
bon jour
Superredner
22 Tage 18 h

korruption kann sich auf höchster ebene abspielen.

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
22 Tage 8 h

Herr Schröder,sie sind sich bewusst dass diese Ernennung ein zweischneidiges Schwert sein kann für Deutschland und Europa.Sie scheinen die Hinterlistigkeit Putins zu UNTERSCHÄTZEN????😂

Waltraud
Waltraud
Grünschnabel
22 Tage 5 h

Micky Maus
Schröder ist in einem Alter, wo er selber in der Lage ist, Menschen einzuschätzen. Die beiden verbindet eine tiefe Freundschaft. Schröder du hast Recht. Lass dir keine Vorschriften machen. Von Merkel und Co. schon gar nicht.

Savonarola
Savonarola
Superredner
22 Tage 8 h

Der Boss der sozialen Gerechtigkeit.

Savonarola
Savonarola
Superredner
22 Tage 8 h

Der Boss der sozialen Gerechtigkeit.

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